Angesichts der Normalität von Beschneiungs-Anlagen ist der Blick auf die Großwetterlage für Skifahrer heute zwar eher ein Kriterium für den Komfort am Berg – runterrutschen kann man eigentlich immer während der Saison… – aber schöner ist es natürlich, die Schussfahrt ins Glück auf natürlichem, weissen Untergrund zu starten: sprich, man muss höher hinauf; da, wo Frau Holle mit großer Wahrscheinlichkeit auch jetzt noch permanent ihre Kissen schüttelt. (mehr …)
Lautsprecher 174 – Der „Was mit Reisen“ Standpunkt
Mal ein paar Gedanken über den Begriff „Marke“ und ihren Wert; auch und gerade im Tourismus. In diesen Tagen, wo die TUI ihre Hollys verliehen hat, die höchsten Hotelauszeichnungen, basierend auf der Gästezufriedenheit, wurde auch noch einmal das ehrgeizige Ziel kommuniziert, künftig 80 Prozent des Hotelangebots mit exklusiven und differenzierten Produkten zu bestücken. Dabei soll die Anzahl Häuser der eigenen Hotelmarken in den nächsten fünf Jahren verdoppelt und zu den bestehenden 380 Exklusivverträgen mit Hoteliers schon im kommenden Jahr 130 neue dazugenommen werden. Im Gegensatz zur Politik der Konkurrenten, die sich vor allem als Einkäufer definieren, vielleicht noch als Franchise-Geber für durchaus auch nicht uninteressante Hotelkonzepte, begibt man sich in Hannover dabei ins Risiko. Wer sich so mächtig bindet, ist eben auch in schlechten Zeiten gebunden. Aber angesichts der hohen Wiederholerraten und der signifikant höheren Gästezufriedenheit fühlt sich der Marktführer sicher. Auch wegen der anhaltenden Reiselust; komme, was da wolle. Der Kunde wird dem Smiley schon vertrauen und sich lenken lassen durch den Vertrieb.
Solange die Differenzierung auch Substanz hat mit Qualitätsgütesiegel und nicht bloßes Marketinggeklingel ist, wie bei manchem Mitbewerber, der denkt, ein wohltönender Name reiche schon aus für den Buchungsanreiz, wird die TUI mit dieser Strategie Erfolg haben und den Abstand zu den Verfolgern im Veranstaltergeschäft weiter vergrößern. (mehr …)
Man wird schwerlich jemanden finden, der überzeugend behaupten kann, Los Angeles sei eine schöne Stadt. Ok, es gibt Hollywood, besser West Hollywood, den Strip, den Rodeo Drive, Venice Beach oder Beverly Hills – aber die weitläufige Metropole ist ein echter Energiefresser. Wie beruhigend, wenn man sie von oben sieht. Perfekt aufgenommen von Chris Pritchard in hochauflösendem 4K in der beliebten Zeitraffer-Dramaturgie. Dann klappt’s auch mit LA
Eigentlich ist es ja „nur“ eine Schokoladentorte – aber dennoch wurde sie zu einem weltweiten Gattungsbegriff und einem der bekanntesten kulinarischen Markenzeichen von Wien – direkt nach dem Wiener Schnitzel: die legendäre Sachertorte aus dem gleichnamigen Hotel direkt an der Oper. (mehr …)
Hörstück von Rolf Nöckel (Sprecher: Markus Hoffmann)
Nun sind wir im Themenspektrum dieser Reiseradio-Ausgabe etwas Österreich-, und Schnee-lastig. Da möchte mein lieber Kollege Rolf Nöckel nicht nachstehen und kann auch etwas aus Tirol berichten, das ihn noch heute zittern lässt. (mehr …)
Im Reiseradio entschleunigen wir heute durch ein Thema, das eigentlich relativ stressbefreit ist. Es geht um das selbst-geklöppelte Image der Kreuzfahrtbranche. Alles Traumschiff!
Zwar ist es momentan raue See, in die die schwimmende Kulisse des TV-Dramoletts geraten, und die schon fast mit einem Wassereinbruch bei klemmenden Schotts zu beschreiben ist. Aber angesichts des Gesamtmarktes sind die Gläubiger-Probleme der MS Deutschland nicht die der Passagiere , die nun dank der FTI-Kooperation wieder verstärkt anheuern auf dem hübsch-verschnörkelten ZDF-Filmdampfer.
Nein, es geht um die „Traumschiffisierung“, wenn man es so nennen darf, eines ganzen touristischen Segments. Luxus scheint die neue Normalität. Zumindest, wenn es nach den PR-Strategen geht. Jede Reederei wildert mit jedem Neubau in dieser gefühlten „Jetzt gönn ich mir was“-Zone. Urlaub auf dem Meer als etwas Besonderes. Natürlich möglichst nicht so besonders, dass man es nur „once in a lifetime“ sich leistet, aber schon mit so viel Luxus-Assoziationen im Marketing belegt, dass man jetzt in der Außenkommunikation Schwierigkeiten hat, die Geister, die man rief, zu bändigen. Wenn alles angeblich Luxus ist, wie kann man dann noch den Diamanten im Gold finden? Darüber unterhalte ich mich gleich mit dem Kreuzfahrtexperten Thomas P. Illes.
Der Club muss wachsen
Luxus ist im Grunde auch die Urlaubsform, um die wir uns ebenfalls in dieser Sendung kümmern. Vordergründig wird sie ganz bodenständig und erlebnisorientiert vermarktet. Die emotional so hoch angereicherte Landverschickung in einen Premium-Ferienclub.
Da herrscht schon lange nicht mehr Ringelpietz mit Anfassen, sondern die Zeit für Gefühle. Etwas bösartig könnte man sagen, die Gäste werden heute – ganz fürsorglich natürlich – mehr allein gelassen und mit weniger Personal-Aufwand animiert – aber für diesen Gewinn der Kontemplation und Selbstbestimmung stärker zur Kasse gebeten.
Für sicher ordentliche Ferienanlagen der gehobenen Hardware-Kategorie und geschmackvoll präsentiertes Essen auf den Show-Büffets lassen sich Zimmerraten aufrufen, nach denen normale Hotels sich strecken müssten.
Und in diesem Punkt berühren sich die Ferienclubs und die Kreuzfahrtschiffe: ein Urlaub bei ihnen ist ein subtiles gesellschaftliches Statement: Ja, ich kann mir so etwas leisten. Kein Wunder, dass der neue TUI Boss Fritz Joussen Robinson Druck macht, gehörig zu wachsen. Ein Konzepthotel mit Superimage und ohne Druck in Preisvergleichsystemen – etwas Besseres kann einem Veranstalter kaum passieren. Wie der Edel-Club Robinson überhaupt wachsen kann, und vor allem wo, das verrät uns gleich im Reiseradio-Gespräch sein CEO Dr. Ingo Burmester.
Der Ferienclub ist immer noch ein Urlaubsprodukt, das polarisiert. Entweder man liebt die gesellige Gemeinschaft und die legere Vielfalt der täglichen Zerstreuung, oder man sieht in Club Med, Robinson, Magic Life, Aldiana und Co die pauschaltouristische Vorhölle auf Erden.
Lautsprecher 173 – Der „Was mit Reisen“-Standpunkt
Grob 24 Stunden, von Freitagmittag bis Samstagmittag, haben hunderttausende Menschen unterwegs wieder mal erleben müssen, dass verbohrte Kleinstgewerkschaftler sie ungerührt in Geiselhaft nahmen für ihre Interessen. „Wer nicht hören will, muss fühlen“, erdreistet sich Lokführer-Funktionär Weselsky. Und das ist der eigentliche Skandal. Nicht die Mehrkosten für die Lufthansa oder die Deutsche Bahn und ihre Töchter – und die damit einhergehende Sorge über ihre Wirtschaftlichkeit oder Reputation. Das ist zu akzeptierendes Ritual in den Tarifscharmützeln. Nein, es geht nicht um Image. Nicht um Wirtschaftswachstum und Infrastruktur und den „guten Ruf von Deutschland in der Welt“.
Das Streikrecht und die Tarifautonomie sind gesellschaftliche Errungenschaften, die, maßvoll angewandt, zum Wohle aller die Interessen immer ausgeglichen haben in Deutschland.
Aber nun erlebt die Mobilitätsbranche zum wiederholten Mal, wie Sparten-Gewerkschaftler ihren Kampf rücksichtslos auf dem Rücken völlig unbeteiligter Dritter austragen. Keiner der gestrandeten Flug-Passagiere oder Bahnreisenden oder S-Bahn-Nutzer ist Gegenspieler im Tarifstreit. Keiner muss mit sanftem Druck an den Verhandlungstisch zurückgezwungen werden. Die Expedienten, die mit Stress und Überstunden Flugverbindungen umrouten mussten, dürften wenig Solidaritätsgefühl haben für die Piloten und die Lokführer. Ebenso wenig die Hoteliers, oder wer auch immer mittelbar oder direkt davon lebt, dass Menschen unterwegs sind – privat oder beruflich.
Es ist ein Gefühl der wütenden Ohnmacht, von außen mitansehen zu müssen, wie für einen nichtigen Tarifstreit Unschuldige als Druckmittel missbraucht werden. Nein, es geht nicht etwa um Substanzielles, nicht um Massenentlassungen, um Lohnkürzungen oder Daumenschrauben aus dem Folterkasten des Turbokapitalismus. Es geht um nicht mehr zeitgemäße Pfründe bei zudem hoch dotierten Piloten-Verträgen für künftige Neueinstellungen. Und es geht im Wesentlichen um einen Machtkampf zwischen zwei Gewerkschaften auf der Schiene.
Wenn es noch Zweifel gab, ob man sich einmischen solle in die doch eigentlich ganz gut austarierte Balance of Power, haben die Warnstreiks der letzten Tage deutlich gemacht, dass die Politik jetzt Handlungsbedarf hat. Von daher muss man GDL und Vereinigung Cockpit aus der Sicht einer Geisel sogar dankbar sein, dass sie die besten Argumente für ihre Abschaffung gerade selbst liefern.
Der Neubau „Mein Schiff 3“ passt perfekt zum TUI-Konzept Wohlfühlschiff. Aber ist er auch führend beim Umweltschutz? Gerade in diesem Bereich sieht sich die Kreuzfahrtindustrie nach massiven Vorwürfen des Nabu in einer Bringschuld. Vor allem die Abgase und die Nutzung von Schweröl stehen in der Kritik; und mit ihnen der gesamte technische Bereich, bei dem viele Reedereien seit Jahren nicht mehr auf der Höhe des Machbaren sind. Die „Mein Schiff 3“ soll nun bei Umweltschutz und Nachhaltigkeit glänzen. „Was mit Reisen“-Reporter Jürgen Drensek checkt ein.
Wir bleiben in dieser Sendung des Reiseradios bei Klischees. Der „Luxusurlaub Kreuzfahrt“ ist so eines. Sozusagen die emotionale Nachwirkung des televisionären Traumschiffs. Da kann die Masse der Urlauber auf See längst auf den bekannten Mainstream-Schiffen von AIDA, TUI Mein Schiff, Costa, MSC oder noch günstiger herumschippern – der Nimbus von Captain’s Dinner, Eistorte, Champagner und Kaviar wird allzu gerne gepflegt.