Es kommt immer auf die Perspektive an. So mag es zwar sein, dass Kiel für uns Deutsche nicht nur im geografischen Sinn eine gewisse Randlage des touristischen Interesses hat, aber für viele Skandinavier ist die Stadt an der Ostsee durchaus ein Sehnsuchtsort für Kurzreisen. (mehr …)
Zu meinen frühkindlichen Fernseherfahrungen gehörten immer mal wieder die Schwänke des Hamburger Ohnsorg-Theaters im Ersten. Da wurde immer so hübsch Platt geschnackt. (mehr …)
Das Reiseradio widmet sich heute überwiegend deutschen Urlaubslanden. Wir treiben uns auf den ostfriesischen Inseln herum, wo unter touristischen Sicherheits-Gesichtspunkten allenfalls der Sturm mal zu heftig weht; was allerdings, wenn man platt mitten in der Nordsee liegt, durchaus auch ein Problem werden kann. Juist baut deshalb nicht nur die Deiche höher, sondern gibt dem Umweltgott eine mehr als nur symbolische Opfergabe. Bis 2030 möchte man, angeschoben als Futouris-Projekt, Klimaneutral werden. Das gibt nicht nur ein Fleissmärkchen von der Politik von wegen Nachhaltigkeit und Umweltschutz, sondern taugt auch als Marketing-Instrument gut für die große Schar von Reisewilligen, die auch im Urlaub ein gutes Gewissen haben möchten. Wie das gehen soll mit der Klimaneutralität, erläutert uns gleich im Gespräch der stellvertretende Bürgermeister und Marketingchef von Juist, Thomas Vodde.
Der zweite Juister Gesprächspartner ist Heino Behrend. Er ist zwar nicht in der Politik, aber durchaus ein politischer Insulaner als Wattführer. Schließlich ist das Wattenmeer Weltnaturerbe. Und beim plitsch-platschenden Klassenzimmer zwischen Wurm und Muschel und Krabbe erntet Heino mehr Begeisterung für Umweltschutz, als jedes noch so fein ziselierte Konzeptpapier.
Nur einen kurzen Inselhüpfer von Juist entfernt liegt Borkum, dass sich eines natürlichen Hochseeklimas rühmt. Die klare Luft war immer schon gut für Asthmatiker und Heuschnupfler. Aber Borkum will neuerdings mit Zertifikat alle Allergiker begeistern. Allein in Deutschland sind es schließlich über 20 Millionen, deren Immunsystem bei bestimmten Reizen verrückt spielt. Wirtschaftlich ist das also eine durchaus bedeutende Zielgruppe. Wie man auch zum Beispiel gegen Lebensmittel-Unverträglichkeiten und kosmetische Irritationen so helfen kann auf Europas erster Allergiker-freundlichen Insel, dass es neben dem klaren Wind keine heisse Luft bei diesem Versprechen gibt, erläutert uns gleich Andreas Gordalla von Borkum Tourismus.
Aber zum Auftakt widmen wir uns einem richtigen touristischen Hintergrund zu einem Produkt, wo ja auch die Glücklichen verweilen. Denn das ist schließlich die Übersetzung für Aldiana, und es geht um das neue Sommerprogramm 2015, das gerade präsentiert wurde. Aber eigentlich geht es gar nicht so sehr um den Katalog, sondern um die neue, alte Geschäftsführerin der Clubmarke, Gisela Sökeland. Und um die neuen ägyptischen Eigentümer. Wohin wird der ewige Zweite auf dem Markt steuern? Welche Expansionen und Investitionen wird es mit dem frischen Kapitel geben? Zum ersten Mal Gisela Sökeland im Originalton über ihre lustvollen Visionen für ein Produkt, das ihr wirklich am Herzen liegt.
Als im Frühjahr die Meldung kam, dass der damalige Aldiana-Eigner Jürgen Marbach die Geschäftsführung austauschte, und den rührigen und durchaus geschätzten Peter Wennel durch seine Vor-vor-Vorgängerin Gisela Sökeland ersetzte, da ging ein Raunen durch die Branche. (mehr …)
Tourismus und Umweltschutz haben es schwer miteinander. Schon naturbedingt. Denn Tourismus verbraucht im Regelfall unverhältnismässig viele Ressourcen, um zu funktionieren und das Qualitätsniveau anbieten zu können, das die Urlauber erwarten. Und allen Umfrage-gestützten Beteuerungen zum Trotz, wie sehr man sich auch in den Ferien über eine intakte Umwelt sorgen würde, wissen Touristiker nur zu gut, dass am Counter beim Preis das grüne Siegel kaum noch eine Rolle spielt und das ökologische Thema allenfalls wieder wichtig wird bei Beschwerden vor allem über Müll am Urlaubsort. (mehr …)
Das, was man direkt vor der Haustür hat, was man ohne Anstrengung unternehmen könnte, ist verrückterweise oft das, dessen Wert man gar nicht richtig zu schätzen weiss. (mehr …)
Inselhopping ist auf den Ostfriesischen Inseln gar nicht so einfach. Obwohl Borkum zB. direkt neben Juist liegt, sind Fährverbindungen wegen des starken Tidenhubs im Wattenmeer kaum planbar. Die Ostfriesische Flugdienst GmbH OFD bietet daher Direktflüge an. Knapp 10 Minuten dauert der Lufthüpfer – und ist damit einer der kürzesten Linienflüge der Welt.
Der Flug wurde mit dem iPhone 5S in einer einzigen Einstellung ohne Schnitt gefilmt mit Hilfe der Hyperlapse App – und noch im Smartphone zu diesem etwa einminütigen Zeitraffer umgewandelt.
Als Kind hatte ich stark gelitten unter Heuschnupfen. Gräser. Ganz gruselig. Und ich erinnere mich, dass im Elternkreis immer wieder mit dem Doc beratschlagt wurde, ob ich nicht doch zur schlimmsten Zeit in ein quasi Internat auf Borkum sollte. (mehr …)
5 Tiroler Gletscher: Das ganze Jahr dem Himmel so nah
Sacher-Torte: Der Wert einer Marke
In dieser Ausgabe von „Was mit reisen“ geht es um Marken. Ob es die Sachertorte ist, die, obwohl tausendfach kopiert, im Original aus dem gleichnamigen Hotel kommend eben doch mehr ist als ein Schokokuchen. Selbst, wenn es nur die geschmackliche Einbildung ist der Kaffeehausbesucher in Wien. Mit konsequenter Qualität in 34 Arbeitsgängen lassen sich trotzdem 360.000 Torten pro Jahr verkaufen; auch wenn sie sehr viel teurer sind als ihre braunen Kalorien-Plagiate. Mit der Sacher-Grand-Dame Elisabeth Gürtler unterhalte ich mich gleich über die Konsequenzen aus der Erwartung an eine Marke, damit sie nicht mit der Zeit museal verstaubt.
Und auch die beiden Wintersport-Themen, die uns in Österreich verbleiben lassen, drehen sich in erster Linie um Marken-Positionierungen. Kaum ein Skigebiet kann es sich heute noch leisten, für sich selbst zu werben. Da helfen Verbünde, sich zu positionieren im für den Verbraucher undurchschaubaren Dickicht der alpinen Pisten. Ski Amadé ist so ein Verbund bei Salzburg mit 760 Pistenkilometern, und Tirol wirbt mit seinen 5 Gletschern. Gerade im Winter ist es wichtig geworden, den schneebedeckten Bergen, die eben einfach nur schneebedeckte Berge sind ohne scharfes Profil, eine Markenaufladung zu verpassen. Ski Amadé ist da vielleicht am konsequentesten, jede Saison einen neuen Werbe-Yeti durchs mediale Dorf zu treiben. Dieses Jahr ist es eine Ski-Datenbrille, die die Digitalisierung auf Brettern in neue Dimensionen bringt, wie uns Dr. Christoph Eisinger gleich erläutert. Und die 5 Tiroler Gletscher werben durch ihre Schneesicherheit für Skivergnügen pur mit Genuss-Girlanden. Sarah Moser versucht im Reiseradio-Gespräch gleich, die Klammer zwischen 365 Tagen Gletscher-Skivergnügen und der thailändischen Prinzessin als Testimonial zu spannen. Denn auch, wo man den Hang hinunterrutscht, sagt etwas über unseren natürlichen Hang aus, sich der Marke zu bedienen für die eigene Persönlichkeits-Profilierung.
Nicht alles, was technisch machbar ist, erweist sich als ganz profan alltagstauglich. Manchmal mag der Mensch den technischen Fortschritt einfach nicht, was man ja gerade am wirtschaftlichen Fiasko von Google Glass erleben kann. (mehr …)