Inselhopping ist auf den Ostfriesischen Inseln gar nicht so einfach. Obwohl Borkum zB. direkt neben Juist liegt, sind Fährverbindungen wegen des starken Tidenhubs im Wattenmeer kaum planbar. Die Ostfriesische Flugdienst GmbH OFD bietet daher Direktflüge an. Knapp 10 Minuten dauert der Lufthüpfer – und ist damit einer der kürzesten Linienflüge der Welt.
Der Flug wurde mit dem iPhone 5S in einer einzigen Einstellung ohne Schnitt gefilmt mit Hilfe der Hyperlapse App – und noch im Smartphone zu diesem etwa einminütigen Zeitraffer umgewandelt.
Als Kind hatte ich stark gelitten unter Heuschnupfen. Gräser. Ganz gruselig. Und ich erinnere mich, dass im Elternkreis immer wieder mit dem Doc beratschlagt wurde, ob ich nicht doch zur schlimmsten Zeit in ein quasi Internat auf Borkum sollte. (mehr …)
Lautsprecher 175 – der „Was mit Reisen“-Standpunkt
Wie vielschichtig doch die allgemeine Weltlage sich wieder mal auf den Tourismus auswirkt. Da sprach ich gestern mit einem befreundeten Touristiker aus dem schönen Baden-Baden. Die mondäne Kurstadt an der Oos, traditionell Schwarzwälder Zufluchtsort der Besser-Verdienenden, sieht sich ein wenig als Kollateralschaden im Ukraine-Konflikt. Die historisch gewachsene Liebe der Russen zu diesem Städtchen mit Thermalquellen, Spielcasino und Schöner-Wohnen-Villen leidet gerade spürbar. Ohne Schuld von Baden-Baden.
Putins Oligarchen werden durch die Wirtschafts-Sanktionen zunehmend klamm. Ihr Spielgeld im Ausland, auch für Luxuseinkäufe und Immobilien-Verbindlichkeiten, liegt eingefroren auf diversen Konten. Das trifft vor allem die auf teure Preziosen spezialisierte Geschäftswelt. Aber auch die „normalen“ Russen der Mittelschicht bleiben anscheinend zunehmend aus. Da gibt es die, die prinzipiell reisen wollten, aber durch staatliche Appelle an ihren Patriotismus im Moment sanft gezwungen werden, vielleicht doch lieber Urlaub im Einflussbereich von Mütterchen Russland zu machen. Aber auch diejenigen, die sich mehr und mehr unwohl fühlen im westlichen Ausland, da sie fürchten, für Putins provozierende Kriegslust in Sippenhaft genommen zu werden. Abgesehen davon, dass Ihr Geld mittlerweile mehr als ein Viertel an Wert eingebüßt hat. Da bleibt nicht mehr viel Spielraum für exklusives Shopping oder Hotelträume. Baden Baden steht hier nur als Beispiel. Das Problem im Zielgebiet ist austauschbar. Es gibt ja etliche russische Urlaubs-Hotspots in unseren europäischen Breiten.
Und es wäre naiv, zu glauben, hier ginge es nur ums Jammern auf hohem Niveau einiger Luxusoasen. Denn erfahrungsgemäß versickern Touristenstöme nicht; sie werden nur umgeleitet. Des einen Leid ist des anderen Freud. Und wenn wir jetzt gerade von russischen Urlaubern reden, dann dürfen auch westlich geschätzte Ziele wie beispielsweise Nordafrika, Ägypten oder die Türkei nicht unerwähnt bleiben. Bereits jetzt haben russische Besucher in dieser Türkei, die uns durch ihren radikalen Präsidenten Erdogan zunehmend fremder wird, die deutschen Gäste von der Spitze der Urlauberstatistiken verdrängt. In Ägypten sind es die nach wie vor ängstlichen Reisehinweise unter anderem des Auswärtigen Amtes, die für Kairo und den größten Teil des Sinai immer noch de facto warnenden Charakter haben, und die Hoteliers zwingen, unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Verflechtung mit deutschen Unternehmen, den „mutigeren“ russischen Markt erfolgreich zu umwerben, was Einkäufer deutscher Veranstalter schmerzlich spüren bei Vertragsverhandlungen.
Gepaart mit einer wachsenden Angst vor den IS-Terroristen und ihren Sympathisanten, die angesichts der Schutzlosigkeit touristischer Ziele und den angedrohten mörderischen Nadelstichen durchaus nicht unbegründet ist, fühlt die deutsche Reiseindustrie gerade einen gewissen Mehltau, der sich im Umfeld des vorige Woche begangenen World Tourism Days auf ihr internationales Geschäft legt. Der wenig an der normativen Kraft des Faktischen orientierte Rat des Tourismus-Ausschusses im deutschen Bundestag: Konzentriert Euch auf den Urlaub im eigenen Land – dann stimmt es auch wieder mit Sicherheit und Wertschöpfung. Ja, wenn es nur so eine simple Lösung gäbe.
5 Tiroler Gletscher: Das ganze Jahr dem Himmel so nah
Sacher-Torte: Der Wert einer Marke
In dieser Ausgabe von „Was mit reisen“ geht es um Marken. Ob es die Sachertorte ist, die, obwohl tausendfach kopiert, im Original aus dem gleichnamigen Hotel kommend eben doch mehr ist als ein Schokokuchen. Selbst, wenn es nur die geschmackliche Einbildung ist der Kaffeehausbesucher in Wien. Mit konsequenter Qualität in 34 Arbeitsgängen lassen sich trotzdem 360.000 Torten pro Jahr verkaufen; auch wenn sie sehr viel teurer sind als ihre braunen Kalorien-Plagiate. Mit der Sacher-Grand-Dame Elisabeth Gürtler unterhalte ich mich gleich über die Konsequenzen aus der Erwartung an eine Marke, damit sie nicht mit der Zeit museal verstaubt.
Und auch die beiden Wintersport-Themen, die uns in Österreich verbleiben lassen, drehen sich in erster Linie um Marken-Positionierungen. Kaum ein Skigebiet kann es sich heute noch leisten, für sich selbst zu werben. Da helfen Verbünde, sich zu positionieren im für den Verbraucher undurchschaubaren Dickicht der alpinen Pisten. Ski Amadé ist so ein Verbund bei Salzburg mit 760 Pistenkilometern, und Tirol wirbt mit seinen 5 Gletschern. Gerade im Winter ist es wichtig geworden, den schneebedeckten Bergen, die eben einfach nur schneebedeckte Berge sind ohne scharfes Profil, eine Markenaufladung zu verpassen. Ski Amadé ist da vielleicht am konsequentesten, jede Saison einen neuen Werbe-Yeti durchs mediale Dorf zu treiben. Dieses Jahr ist es eine Ski-Datenbrille, die die Digitalisierung auf Brettern in neue Dimensionen bringt, wie uns Dr. Christoph Eisinger gleich erläutert. Und die 5 Tiroler Gletscher werben durch ihre Schneesicherheit für Skivergnügen pur mit Genuss-Girlanden. Sarah Moser versucht im Reiseradio-Gespräch gleich, die Klammer zwischen 365 Tagen Gletscher-Skivergnügen und der thailändischen Prinzessin als Testimonial zu spannen. Denn auch, wo man den Hang hinunterrutscht, sagt etwas über unseren natürlichen Hang aus, sich der Marke zu bedienen für die eigene Persönlichkeits-Profilierung.
Nicht alles, was technisch machbar ist, erweist sich als ganz profan alltagstauglich. Manchmal mag der Mensch den technischen Fortschritt einfach nicht, was man ja gerade am wirtschaftlichen Fiasko von Google Glass erleben kann. (mehr …)
Angesichts der Normalität von Beschneiungs-Anlagen ist der Blick auf die Großwetterlage für Skifahrer heute zwar eher ein Kriterium für den Komfort am Berg – runterrutschen kann man eigentlich immer während der Saison… – aber schöner ist es natürlich, die Schussfahrt ins Glück auf natürlichem, weissen Untergrund zu starten: sprich, man muss höher hinauf; da, wo Frau Holle mit großer Wahrscheinlichkeit auch jetzt noch permanent ihre Kissen schüttelt. (mehr …)
Lautsprecher 174 – Der „Was mit Reisen“ Standpunkt
Mal ein paar Gedanken über den Begriff „Marke“ und ihren Wert; auch und gerade im Tourismus. In diesen Tagen, wo die TUI ihre Hollys verliehen hat, die höchsten Hotelauszeichnungen, basierend auf der Gästezufriedenheit, wurde auch noch einmal das ehrgeizige Ziel kommuniziert, künftig 80 Prozent des Hotelangebots mit exklusiven und differenzierten Produkten zu bestücken. Dabei soll die Anzahl Häuser der eigenen Hotelmarken in den nächsten fünf Jahren verdoppelt und zu den bestehenden 380 Exklusivverträgen mit Hoteliers schon im kommenden Jahr 130 neue dazugenommen werden. Im Gegensatz zur Politik der Konkurrenten, die sich vor allem als Einkäufer definieren, vielleicht noch als Franchise-Geber für durchaus auch nicht uninteressante Hotelkonzepte, begibt man sich in Hannover dabei ins Risiko. Wer sich so mächtig bindet, ist eben auch in schlechten Zeiten gebunden. Aber angesichts der hohen Wiederholerraten und der signifikant höheren Gästezufriedenheit fühlt sich der Marktführer sicher. Auch wegen der anhaltenden Reiselust; komme, was da wolle. Der Kunde wird dem Smiley schon vertrauen und sich lenken lassen durch den Vertrieb.
Solange die Differenzierung auch Substanz hat mit Qualitätsgütesiegel und nicht bloßes Marketinggeklingel ist, wie bei manchem Mitbewerber, der denkt, ein wohltönender Name reiche schon aus für den Buchungsanreiz, wird die TUI mit dieser Strategie Erfolg haben und den Abstand zu den Verfolgern im Veranstaltergeschäft weiter vergrößern. (mehr …)
Eigentlich ist es ja „nur“ eine Schokoladentorte – aber dennoch wurde sie zu einem weltweiten Gattungsbegriff und einem der bekanntesten kulinarischen Markenzeichen von Wien – direkt nach dem Wiener Schnitzel: die legendäre Sachertorte aus dem gleichnamigen Hotel direkt an der Oper. (mehr …)
Im Reiseradio entschleunigen wir heute durch ein Thema, das eigentlich relativ stressbefreit ist. Es geht um das selbst-geklöppelte Image der Kreuzfahrtbranche. Alles Traumschiff!
Zwar ist es momentan raue See, in die die schwimmende Kulisse des TV-Dramoletts geraten, und die schon fast mit einem Wassereinbruch bei klemmenden Schotts zu beschreiben ist. Aber angesichts des Gesamtmarktes sind die Gläubiger-Probleme der MS Deutschland nicht die der Passagiere , die nun dank der FTI-Kooperation wieder verstärkt anheuern auf dem hübsch-verschnörkelten ZDF-Filmdampfer.
Nein, es geht um die „Traumschiffisierung“, wenn man es so nennen darf, eines ganzen touristischen Segments. Luxus scheint die neue Normalität. Zumindest, wenn es nach den PR-Strategen geht. Jede Reederei wildert mit jedem Neubau in dieser gefühlten „Jetzt gönn ich mir was“-Zone. Urlaub auf dem Meer als etwas Besonderes. Natürlich möglichst nicht so besonders, dass man es nur „once in a lifetime“ sich leistet, aber schon mit so viel Luxus-Assoziationen im Marketing belegt, dass man jetzt in der Außenkommunikation Schwierigkeiten hat, die Geister, die man rief, zu bändigen. Wenn alles angeblich Luxus ist, wie kann man dann noch den Diamanten im Gold finden? Darüber unterhalte ich mich gleich mit dem Kreuzfahrtexperten Thomas P. Illes.
Der Club muss wachsen
Luxus ist im Grunde auch die Urlaubsform, um die wir uns ebenfalls in dieser Sendung kümmern. Vordergründig wird sie ganz bodenständig und erlebnisorientiert vermarktet. Die emotional so hoch angereicherte Landverschickung in einen Premium-Ferienclub.
Da herrscht schon lange nicht mehr Ringelpietz mit Anfassen, sondern die Zeit für Gefühle. Etwas bösartig könnte man sagen, die Gäste werden heute – ganz fürsorglich natürlich – mehr allein gelassen und mit weniger Personal-Aufwand animiert – aber für diesen Gewinn der Kontemplation und Selbstbestimmung stärker zur Kasse gebeten.
Für sicher ordentliche Ferienanlagen der gehobenen Hardware-Kategorie und geschmackvoll präsentiertes Essen auf den Show-Büffets lassen sich Zimmerraten aufrufen, nach denen normale Hotels sich strecken müssten.
Und in diesem Punkt berühren sich die Ferienclubs und die Kreuzfahrtschiffe: ein Urlaub bei ihnen ist ein subtiles gesellschaftliches Statement: Ja, ich kann mir so etwas leisten. Kein Wunder, dass der neue TUI Boss Fritz Joussen Robinson Druck macht, gehörig zu wachsen. Ein Konzepthotel mit Superimage und ohne Druck in Preisvergleichsystemen – etwas Besseres kann einem Veranstalter kaum passieren. Wie der Edel-Club Robinson überhaupt wachsen kann, und vor allem wo, das verrät uns gleich im Reiseradio-Gespräch sein CEO Dr. Ingo Burmester.
Der Ferienclub ist immer noch ein Urlaubsprodukt, das polarisiert. Entweder man liebt die gesellige Gemeinschaft und die legere Vielfalt der täglichen Zerstreuung, oder man sieht in Club Med, Robinson, Magic Life, Aldiana und Co die pauschaltouristische Vorhölle auf Erden.