Touristik Talk

Wasmitreisen - Das erste Reiseradio für Profis im Internet

Touristik Talk

Hintergrund, Klatsch und Service für Touristik-Profis

Mediplus macht Expedienten fit

Reiseradio-Gespräch mit Dieter Werner

Urlaub und Krankheit – das ist eine Begriffskombination, die ein wenig miteinander fremdelt. Der Tourismus sieht sich schließlich lieber hedonistisch, unbeschwert und als Gegenentwurf zur Mühsal des Alltags. Und Werber bekommen eh schon einen Pickel auf der Nase, wenn sie Produkte bewerben sollen, die sie nicht mit ihren jung-agilen happy-peppy-Models pushen können. Von daher ist auch das Nischenprodukt Gesundheits-Urlaub, oder „gesund auf Reisen“, oder „trotz Krankheit sicher unterwegs“, für viele Expedienten eher ein Katalogtitel, der in der hintersten Ecke des Regals leise einstaubt. Er erfordert viel fachfremdes Wissen, eine systemimmanent schwierige Klientel, die verantwortungsvolle Beratung braucht – unter Umständen bis zur Rückkehr – und auch viel Einfühlungsvermögen, weil es ein viel intimeres Kundengespräch wird, als viele wollen. (mehr …)

Ayurveda – wie es sein müsste

Reiseradio-Gespräch mit Dr. Gerd Bigus

Wenn Ayurveda Insider über die Balance ihrer Doshas fachsimpeln, oder das Gefühl beim Ghee-Trinken beschreiben, oder das beim Basti, was wir jetzt hier lieber nicht näher erläutern, dann ahnt der Unbedarfte, dass es bei einer solchen Kur um mehr geht, als das, was in Frauenzeitschriften immer eindrucksvoll illustriert wird: das warme Sesamöl, das aus einem Kännchen über die entspannte Stirn fliesst. Ayurveda in seiner puristischsten Anwendung, nämlich im Rahmen einer Pancha Karma Kur, ist vielleicht die intensivste Medical Wellness Behandlung, der man sich unterhalb eines verordneten Reha-Aufenthalts hingeben kann. (mehr …)

Ayurveda im Parkschlösschen im „Was mit Reisen“-Check

Ayurveda, eine der ältesten dokumentierten Medizin-Richtungen der Welt, wird im Lifestyle-Magazinen nur zu gerne reduziert als exotische Wohlfühlbehandlung mit warmem Öl. In vielen Hotels mit Wellness gibt es daher auch Angebote, wie Abhyanga Massagen oder den Shirodara Stirnguss. Meist haben die Therapeuten aber nur einige Wochenend-Kurse. Im besten Fall bleiben die Behandlungen angenehm, aber wirkungslos. Seriöse ayurvedische Therapeuten haben eine vieljährige Ausbildung. Erst recht, wenn sie in der Königsklasse tätig werden: der Pancha Karma Kur. Dieses aufwändige Ritual findet man deshalb außerhalb Indiens oder Sri Lanka nicht häufig. Eines der besten Resorts weltweit soll das Luxushotel Parkschlösschen in Traben Trarbach sein. „Was mit Reisen“-Reporter Jürgen Drensek hat das Anwesen an der Mosel und seine Behandlungen gecheckt.

Ayurveda – Tipps für daheim

Reiseradio-Gespräch mit Carina Preuß

Wenn man mit Menschen über Ayurveda spricht, kommt man schnell zu einer Grundsatz-Diskussion. Wo soll man sich behandeln lassen? Da, wo die Medizin herkommt und seit Jahrtausenden erprobt ist? Also in und um Indien herum? Oder lieber erdgebunden nah, in unseren Breitengraden und hygienisch-professionell aufgepimpt, wie das nun mal unserem vorsichtigen Wesen entspricht?
Ich denke, da gibt es keine klare Linie. In Indien und Sri Lanka gibt es sehr gute Resorts; auch durch die westliche Brille betrachtet. Und bei uns gibt es zwar etliche Ayurveda-Häuser, aber nur wenige mit konsequenter, professioneller Qualität seit Jahrzehnten. (mehr …)

Area 47 – für die ganz Harten

Reiseradio-Gespräch mit Susanne Schilcher

Ich gebe es zu: Für mich ist die Area 47 eher eine No-Go-Area. Dabei ist sie bestimmt super gut und aufregend, und Spaß machend und sportlich-herausfordernd auf der Höhe der Zeit. Aber was da am Eingang zum Ötztal auf die Jungen, oder zumindest jung gebliebenen Besucher wartet, fühlt sich für mich schon unkomfortabel an, wenn ich Susanne Schilcher in ihrer Begeisterung nur zuhöre. Gut, sie macht Marketing für den außergewöhnlichsten Wasser-, und Erlebnispark zumindest Österreichs. Da gehören Superlative einfach zur DNA. Aber allein die Vorstellung, mich unter einer hohen Autobrücke auf schwankenden Baumstämmen nach vorne zu tasten, bevor ich von einer wackeligen Plattform an einem Schaukelseil in die Tiefe springe, (mehr …)

Rolf Nöckel und Toast Hawaii

Hörstück von Rolf Nöckel / Sprecher Markus Hoffmann

Subversiv beenden wir auch die heutige Ausgabe des Reiseradios. Dem Fitness-Wahn der Area 47 zum Trotz und der Kontemplation und dem bewussten ayurvedischen Leben zuwider, kümmert sich mein Kollege Rolf Nöckel heute um einen ganz unvernünftigen lukullischen Genuss. Plumpsküche aus den 50er Jahren. Und für viele der Anfang vom Fernweh…

Reiseradio – Sendung 207

  • Condor – schöner fliegen kostet
  • TUI-Studie – wer kriegt das Geld?
  • Bleiche – Kuscheln im Spreewald

Im Reiseradio gehen wir heute in einem höchst interessanten Gespräch mit Harald Zeiss, dem Umweltbeauftragten der TUI, der Frage nach, was eigentlich bleibt, wenn die Urlauber längst wieder daheim sind. Welchen Wohlstand hat der Tourismus der Region gebracht? Wieviel „Einnahmen“ bleiben vor Ort? Das ist eine höchst komplexe Fragestellung, die bis hinein in die Evaluierung geht, was denn mit dem Geld gemacht wird, was am Urlaubsziel bleibt. Worin wird es investiert? Wer profitiert und wie? Was sind zum Beispiel entstehende Bildung und berufliche Qualifikation der lokalen Bevölkerung wert? Man ahnt schon. Da kann sich nicht einfach ein Umweltreferat eines Veranstalters an so ein Thema setzen; selbst wenn dieser der größte mindestens Europas sein sollte. PWC, also Price, Waterhouse & Cooper, haben ihre Expertise eingebracht. TUI die Daten ihrer Betriebe auf Zypern. Das Ergebnis überrascht. Mehr dazu gleich von Harald Zeiss.

In diesen Tagen feierte die gute Condor ja ihr Jubiläum. 60 Jahre Ferienfliegerei, und damit quasi älteste Urlauber-Luftschaukel der Welt. In meinem Gespräch mit Airline-Chef Ralf Teckentrup geht es aber weniger um die wilden Anfangsjahre der tollkühnen Touri-Transporter, sondern um die Gegenwart und ihre Herausforderungen. Die Condor als Thomas Cook Tochter wird von allen Seiten angegriffen. Den internationalen Billigfliegern, die mit günstigsten Basispreisen im Internet versuchen auf die vordersten Plätze der Flugsuchmaschinen zu kommen, aber auch durch Lufthansa-Spin-Offs, wie Eurowings. Auch Condor musste alles an früher inkludierten Goodies abspecken, um wettbewerbsfähig zu bleiben mit dem Preis. (mehr …)

Condor – schöner fliegen kostet

Reiseradio-Gespräch mit Ralf Teckentrup

Wer in diesen Wochen die schönen Bildstrecken durchblätterte, wie es damals so anfing mit der Ferienfliegerei im Zeichen der Condor, der spürt als Vielflieger bei manchen Bildern Wehmut. Kleine Sesselchen in der Kabine, Service wie im Restaurant, der überall gefühlte rote Teppich für die Passagiere. Fliegen in den Urlaub, das war damals schon was mit Protzwert. In den 60er Jahren war ich total neidisch auf den Nachbarsjungen, weil der mit seiner Familie – sie hatten einen Schnapsladen und waren Krösus in der Strasse – zum Sandburgen-Bauen nach Malle flog. Ich dagegen zum Onkel nach Bremerhaven… (mehr …)

TUI-Studie – wer kriegt das Geld?

Reiseradio-Gespräch mit Dr. Harald Zeiss

Als in den 80er Jahren die Tourismus-Kritik ihren ersten Höhenflug hatte und die ITB gehörig aufmischte, da ging es vor allem noch um Landschafts-Verschandelung und ökologische Sünden einer maßlosen Tourismus-Entwicklung die vor allem durch die korrupte Bauindustrie und willfährige Politiker beflügelt wurde. Da hat sich in gut 30 Jahren extrem viel getan. Frontalkritik ist abgelöst worden durch konstruktive Lösungsgruppen, die Öffentlichkeit ist viel sensibler geworden und auch die Tourismus-Industrie weiss, dass Wachstum allein keine Währung auf die Zukunft mehr ist. (mehr …)

Mallorca kassiert wieder mal ab

Lautsprecher 207 – der „Was mit Reisen“-Standpunkt

cropped-drensek_kommentar.jpgTourist go home! Refugees welcome! Das ist doch mal ne ganz neue Ansage. Verpiss dich, doofer Touri und überlass den Platz lieber den Flüchtlingen. Und interessant, dieses kritische Graffito prangte nicht etwa an einer Hauswand in Berlins neuem Szenebezirk Neukölln rund um die Weserstrasse, sondern mitten in Palma auf Mallorca. Die Baleareninsel, die dieses Jahr voraussichtlich im Sommer aus allen Nähten platzen wird, weil die Urlauber nach wie vor einen großen Bogen um die Türkei machen, und um Tunesien und Ägypten sowieso.

Da wehren sich die Bereisten frei nach Wilhelm Busch. Auch Touristen werden oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden.

Aber so ein Spruch ist natürlich selten dämlich und würde nicht nur vom Pegida-Mob und seinem internationalen Gesinnungs-Abschaum abgelehnt. Klar, es muss nicht groß diskutiert werden, dass die demokratisch so sehr gewollte Freiheit des Reisens für nahezu jedermann vor Ort nicht nur Segnungen bringt. Volumen-Tourismus schafft Probleme; auch, wenn die Bilanz letztendlich für das Ziel fast immer positiv ausfällt. Aber das sind halt nur statistische Werte, und keine Lösung für mulmige Gefühle im Bauch derjenigen, die sich zumindest in der Saison nicht mehr so recht wohlfühlen in ihrer Heimat.

Wie die Politik damit umgeht, ist in der Regel enttäuschend. Und da macht es keinen Unterschied, ob wir über Mallorca reden oder Berlin. Kreative Konzepte für gemeinsame Interessen sind Fehlanzeige. Dafür ist eine vermeintliche Lösung universell stets schnell zur Hand: wir steuern den Touristenstrom über Steuern. Kreativität wird da lieber in die Namensgebung investiert. Steuer klingt so uncharmant, (mehr …)