Touristik Talk

Wasmitreisen - Das erste Reiseradio für Profis im Internet

Touristik Talk

Hintergrund, Klatsch und Service für Touristik-Profis

Woran erkennt man TUI Mein Schiff 5?

Reiseradio-Gespräch mit Thomas Eder

Der Unterschied ist mir gerade vor wenigen Wochen bewußt geworden. Bei der MS Nordstjernen vor der Küste Spitzbergens reichte für den Landgang das persönliche Abmelden bei der Stewardess an der Gangway, die eine Strichliste führte. Auf dem Motorsegler MS Columbo vor der kroatischen Küste brauchte man noch nicht einmal das. Einfach raus und rein – so, wie das auch früher auf den Großen Kreuzfahrtschiffen üblich war mit off-board-Kärtchen am Schlüsselbrett. Heute gleichen Ozeanriesen in dieser Hinsicht einem Hochsicherheitstrakt ähnlich einem Flughafen. My ship is my castle – auch wenn im Inneren im Regelfall die pure Harmonie herrscht und die weltweite Besatzung in ihrem aggressionsfreien Miteinander einem Friedenscorp der Vereinten Nationen gleicht.  (mehr …)

Urlaub machen bei Rassisten?

Lautsprecher 214 – der „Was mit Reisen“-Standpunkt

cropped-drensek_kommentar.jpgEs ist in dieser Woche in Touristiker-Kreisen viel diskutiert worden über eine neue Unwägbarkeit, die die Tourismus-Planung nachhaltig beeinflussen könnte. Nicht nur wie bisher die Terrorgefahr oder Unglücke werden Reiseströme neu lenken – immer mehr werden es auch die politischen Verhältnisse vor Ort sein. Der Reisende fängt vielleicht an, darüber nachzudenken, ob ihm auch das gesellschaftliche Umfeld behagt, wo sein Urlaubsdomizil angesiedelt ist.

Die Wahl in Mecklenburg Vorpommern mit dem erschreckend starken Abschneiden der rechtsradikalen AFD vor allem im Osten des Landes – und da vor allem auf der Ferieninsel Usedom – war der Katalysator. Klar, aus dem Bauch heraus möchte man ein schnelles Urteil fällen. Nein! zum Urlaub in einer Region, in der fast die Hälfte der Wähler Nazis sind, oder Rassisten, oder zumindest unterbelichtete Schwachköpfe, die für Verantwortung in der Demokratie zu blöd sind. Schublade zu. Es gibt schließlich noch andere schöne Gegenden in Deutschland.

Selbst schuld, wenn das Wahlvieh es übersieht, dass seine einzige Überlebenschance im Fremdenverkehr steckt. Ich nutze jetzt bewusst das antiquierte Wort. 18.000 Übernachtungen je 1000 Einwohner. Die Region hatte bisher die mit Abstand höchste Tourismus-Intensität bundesweit. 5,1 Milliarden Euro beträgt der Bruttoumsatz der Tourismus-Wirtschaft in Mecklenburg Vorpommern. Das sind 10 Prozent am Primäreinkommen in diesem strukturschwachen Bundesland. Und wichtiger: 173.000 Menschen leben vom Tourismus; davon, dass Fremde in ihre Heimat kommen. Auf Usedom sind es 85 Prozent der Einwohner. Und wenige hundert Kriegsflüchtlinge dort in östlichen Ecke Deutschlands reichten aus, dass die völkischen Parolen der rechten Hetzer zu so einer geistigen Besoffenheit am Wahltag führten.  (mehr …)

TUI Lebenswerk-Holly 2016 an Theo Gerlach

Theo Gerlach ist der Chef der Seaside Hotels. Ein Familiengeführtes Unternehmen mit Häusern auf den Kanaren und in Deutschland. So gut bewertet von den Urlaubern, dass das Prestigeobjekt in Maspalomas, das Grand Hotel Residencia, 2016 sogar zum beliebtesten Hotel der TUI weltweit gewählt wurde. Und nun ist der Seniorchef kurz vor seinem 88. Geburtstag auch noch von der TUI für sein Lebenswerk mit dem Ehren-Holly ausgezeichnet worden.

Sehr bewusst, denn Theo Gerlach, der Seiteneinsteiger aus der Immobilien-Ecke, ist im Verlauf seines zweiten Lebens als Hotelier zum Besessenen geworden, den Gästen die bestmögliche Qualität zu liefern. Es gibt nichts, um das er sich nicht kümmert – manchmal durchaus zur Verzweiflung der Angestellten. Sein Grundsatz: Es ist gar nicht so schwer, ein guter Hotelier zu sein. Man muss nur alles so tun, dass man selbst gerne in diesem Haus nächtigen möchte.

Theo Gerlach gilt in der Branche durchaus aus schwieriger Arbeitgeber, weil er keine Fehler einfach so durchgehen lässt. Seine Direktoren wissen ein Lied davon zu singen, wie detailverliebt der Chef sich um alles kümmert – selbst noch im hohen Alter, wo seine beiden Kinder längst schon das operative Geschäft weitestgehend übernommen haben.

Und doch war es faszinierend, als Jürgen Drensek für dieses kleine Porträt mit Familie und Mitarbeitern sprach, wie voller Respekt und Bewunderung der Patriarch beschrieben wurde…

Die Berliner Meisterköche 2016

Reiseradio-Gespräch mit Dr. Stefan Elfenbein

Ich habe mal bei einem Gastrokritiker gelesen, dass man in Berlin, selbst wenn man qualitativ schon Hürden vor die Würden setzt, fünf Jahre lang jeden Tag essen gehen müsste, um sich nicht nur durch die kulinarischen Verlockungen, sondern auch die ansehnliche Weltküche der Stadt zu futtern. Eine Herausforderung nicht nur für Gourmands, sondern auch für Gourmets. Klar gibt es immer noch die Berlin-typische Plumpsküche, die bis Ende der 80er Jahre den Westteil dominierte – vom damals ungenießbaren Frass in Ostberlin gar nicht zu reden. Aber mittlerweile glänzen 25 Michelinsterne über der Hauptstadt, analog Feinschmecker Effs und Gault Millau Punkte – und unzählige schräge Geheimtipps, für die allein sich schon eine Reise nach Berlin lohnen würde. (mehr …)

Berliner Meisterköche

Preisträger 2016

Mit Bill Ramsey in die weite Welt

Hörstück von Rolf Nöckel, Sprecher Marcus Hoffmann

Junge Reisende heute werden die frühere Faszination am Weltentdecken kaum noch nachvollziehen können. Wenn man heute irgendwo hin will, ist jedes noch so exotische Urlaubsziele nur wenige Klicks entfernt im Internet. Mit Streetview und Earth kann man virtuell schon das kleinste Detail erkundigen und das Buchen ist auch kein Problem mehr. Egal, ob man selbst im Web auf Jagd nach dem besten Preis geht, oder sich in die bewährten Hände des Computer-unterstützten Stationären Vertriebs begibt, vulgo, ins Reisebüro geht. Aber früher, so erinnert sich Rolf Nöckel, gab es ganz andere emotionale Trigger, um sich in Urlaubslaune zu versetzen.

Was steckt hinter Urlaubsguru?

Reiseradio-Gespräch mit Daniel Krahn und Daniel Marx

Nun ist Facebook vielleicht nicht das Maß aller Dinge. Aber gefühlt hat es irgendwie ja jeder und ertrinkt mehr oder weniger im täglichen News-Feed der sogenannten Freunde. Auch meiner touristischen Freunde? Nehmen wir doch mal das DER. Etwas mehr als 50.000 Facebooker lassen sich aus Frankfurt inspirieren. Aus dem benachbarten Neu Isenburg erreicht die Social Media Abteilung von Thomas Cook immerhin schon 73.000 potentielle Gäste. Klar, der Platzhirsch TUI ist da schon ein ganzes Stück weiter mit 1,4 Millionen Followern.

Aber trotzdem, sie alle haben gegenüber einer kleinen, gerade mal 150 Mitarbeiter starken Klitsche aus dem Ruhrpott null Chancen. (mehr …)

Türkei endlich NoGo! für DRV

Lautsprecher 213 – der „Was mit Reisen“ Standpunkt
cropped-drensek_kommentar.jpgAls ich mir das Thema DRV und Türkei ausdachte für den Kommentar heute in der Sendung, da war mir schon klar: undankbares Geschäft mit extrem kurzer Halbwertzeit. Denn man spürte ja seit Wochen, der weiße Rauch über der DRV-Zentrale muss jeden Tag kommen. Und Weiss heisst in diesem Fall, Absage der Tagung in Kusadasi und Verlegung nach Berlin. Am Freitag um Punkt 12 war es schließlich soweit. Und deshalb musste ich dieses Reiseradio auch neu produzieren mit neuen Gedanken zur Tagung und ihrer überfälligen Absage.

Egal, mit wem man vertraulich sprach beim DRV – es wurde deutlich, alles ist bereits für die Verlegung vorbereitet. Es geht nur noch um das Go! von Norbert Fiebig. Besser gesagt: Es geht nur noch um die Formulierung der Begründung. Denn eines ist klar. Norbert Fiebig ist nicht Thomas Bach, der im unrettbar korrupten IOC-Sumpf bereits so versunken ist, dass Fragen der Moral und des Anstandes nur noch als lästige öffentliche Schmeissfliegen betrachtet werden. Norbert Fiebig, der die klaren Worte liebt, auch wenn sie manchmal ironisch oder sarkastisch ummantelt werden, wußte seit einigen Wochen, dass der Spagat nicht gelingen konnte. Einerseits höflich zu bleiben gegenüber den Gastgebern, aber sich nicht zum Pudel oder gar Komplizen zu machen der offiziellen Vertreter des Landes, in dem man tagt, und das dem Tourismus so schadet. Und nicht nur diesem Gesellschaftszweig.

Es wäre für den DRV-Präsidenten ein unwürdiges Gewürge geworden, so zu tun, als existiere die Repression nicht außerhalb des Tagungsraums. Als müsse man nicht jeden Tag befürchten, dass nach den Zehntausenden scheinbar nicht Linientreuen nun auch die Hoteliers an der Küste verstärkt vom ekeligen Mob der Erdogan-Säuberer bedrängt würden wegen ihrer vielen kurdischen Verbindungen. (mehr …)