Touristik Talk

Wasmitreisen - Das erste Reiseradio für Profis im Internet

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Hintergrund, Klatsch und Service für Touristik-Profis

Karl Born hebt ab beim Flugmonitor

Computer sind toll… In ihnen brummen die Datensätze, verknüpfen sich auf geheimnisvolle Art, vergleichen sich miteinander und streben unablässig in Richtung Rankings, die man auf Knopfdruck abrufen kann für neue Erkenntnisse. Manchmal sind diese Erkenntnisse aber auch nur neu für diejenigen, die den Computer bedienen. Und bei vielenInternetReiseportalen und SuchmaschinenBetreiber wird es immer offensichtlicher, dass da Informatikerdahinterstecken, aber keine Touristiker. Die Beziehung zu den Kunden, mit denen sie zu tun haben, hat leicht autistische Züge. Und was sie über ihre Kunden wissen, kommt aus – so der Fachbegriff – nicht teilnehmenden Beobachtungen. Sprich, man schaut nur auf die Klicks, redet aber nicht mit dem Reisenden, dem unbekannten Wesen. Das hindert dieInternetfirmen aber nicht, uns mit immer neuen Studien zu beglücken. Und ich weiß, das wird gleich ein wunderbares Thema für meinen Lieblingsprofessor Karl Born..

Reiseradio 033 – Marokko will zurück auf den deutschen Markt – Analyse einer Destination vor der DRV-Tagung / Griechenland mag nicht in der Ecke bleiben – Liebeserklärung eines Autoren / Panik-Profiteur will DRV-Vorsitz? Lästerei mit Karl Born

Heute nun endlich aus den quirligen Souks… Das Reiseradio geht in der kommenden Stunde nach Marokko. Der Grund ist die DRV-Tagung dort ab 25. November in Agadir. Das ist, vorsichtig gesprochen, nicht billig für die Gastgeber, diese ganze Karawane deutscher Reiseprofis zu bespaßen für vier Tage. Und, so vermute ich mal, das tut man auch nicht, wenn die Region touristisch läuft, wie geschnitten Brot.

Bei Marokko ist das sicher der Fall, dass ein wenig Marketing höchstnötig ist. Das nordafrikanische Land war zwar mal der Hit bei deutschen Badeurlaubern, die sich schon so reiseerfahren wähnten, dass sie sich trauten, die Exotik abseits von Malle zu erkunden. Aber gerade Agadir ist schon etliche Jahre nicht mehr so recht in Mode. Ganz im Gegensatz zu Marrakesch, diesem Zauberort im Landesinneren, dessen Magie nicht nur Musen von Yves Saint Laurent, hab ihn selig, verzückt.

Die touristische Entwicklung im kleinen Königreich ist das Top Thema heute im Reiseradio. Wir beleuchten sie von drei Seiten. Aus der Sicht des Praktikers – nämlich eines Tophoteliers in Agadir, aus der eines Promotors,nämlich aus dem marokkanischen Fremdenverkehrsamt und der eines Politikers – hier des heutigenGouverneurs der Region in uns um Agadir herum, der früher selbst mal Tourismusminister war.

Freuen Sie sich auf Gespräche mit dem Robinson-Clubchef Markus Kempen, mit Hatim El Gharbi, dem Marketingprofi bei den marokkanischen Tourismuswerbern in Düsseldorf und mit Mohamed Boussaid, der voller Optimismus, was sonst, in seinem Gouverneurspalast in Agadir hockt und sich wirklich auf die deutschen Touristiker freut.

Wir bleiben heute auch noch ein wenig länger bei den vermeintlich schwächelnden Urlaubsdestinationen. Welche könnte das sein? Richtig: Griechenland. Aber keine Sorge, wir gehen liebevoll um mit unseren Griechen heute. Dafür sorgt schon mein Gesprächspartner Andreas Deffner, der gerade als „Kaffeeorakel von Hellas“ ein Buch geschrieben hat, das eine Liebeserklärung sein soll. Krise, welche Krise..? Eine Bestandsaufnahme mit viel Sympathie für die gebeutelte Urlaubsregion in 2010.

Ach ja, und mit Karl Born wird wieder kräftig gelästert, und so viele bekommen ihr Fett weg, dass ich sie jetzt gar nicht aufzählen kann… Höchstens einen: den vielleicht Gegenkandidaten zu Jochen Büchy in Marokko bei der Wahl des neuen DRV-Präsidenten: Jürgen Marbach… Er will jetzt mit der Panik von Reisenden Kasse machen und bietet eineVersicherungspolice an für Schaden durch Terror bei Flügen… Das ist makaber und disqualifiziert eigentlich, die Reiseindustrie zu führen.. oder?

Reiseradio 032 – Tourismusgipfel in Berlin / Ramsauers Liebeserklärung an die Branche / DRV-Dr. Martin: Reiselobby gegen Europäischen Verbraucherschutz / Mit Karl Born lästern von der Galerie / Reisejournalismus der Zukunft – wie sieht er aus?

Der Tourismusgipfel in Berlin. Das Treffen der Creme de la Creme der Reiseindustrie. Ja, da war schon Rang und Namen vertreten im Adlon – keine Frage. Viel dunkler Zwirn und auch politische Präsenz. Aber schon am Tag danach beschlich mich ein unheimliches Gefühl: Stell dir vor, es ist Gipfel, und niemand berichtet darüber. Auch heute, am Sonntag, findet Google gerade mal drei Texte in den Medien: neben AFP noch die Omnibusrevue und den Mobilitätsmanager. Ach ja, und die gute Kollegin Scherer hat’s heute pikiert-amüsiert in der FAS kommentiert.

Und jetzt denke man sich mal eine andere Industriebranche. Und wie die Wirtschaftsteile voll gewesen wären… Die Tourismusbranche hat ein Imageproblem und ein Akzeptanzproblem bei der Politik. Wie könnte man es besser demonstrieren.?

Eine kleine kritische Nachlese deshalb heute auch im Reiseradio. Über Politiker, die nichtssagende, gelangweilte Pflichtreden halten. Und über ein Publikum, das höflich sediert zum Klaqueur mutiert. Wir sezieren genüsslich dieRede des Bundesverkehrsministers, die schon unfreiwillig kabarettistische Züge hat, und lassen ihn im Interview der Branche eine Liebeserklärung machen.

Der frühere DRV-Geschäftsführer Dr. Jochen Martin ist nun der Cheflobbyist der Reisebranche in Brüssel. Offiziell heisst es DRV Europabeauftragter. Und momentan hat er ein Thema, das ihn besonders umtreibt: das ist derEuropäische Verbraucherschutz, der angeglichen werden soll. Als Verbraucher sage ich doch reflexartig erst mal toll. Für die Reiseindustrie ist es eine Horrorvorstellung. Denn im Extremfall soll jeder in der Buchungskette einer Reisefür alle anderen haften. Ich sprach mit Jochen Martin darüber, was das für ein Reisebüro unter Umständen bedeutet.

Und klar, zum Abschluss des Tourismusgipfels habe ich mich mit meinem Lieblingsprofessor Karl Born auf die Galerie gesetzt… und ich weiss nicht wieso… aber uns überkam es plötzlich, über diese Gala-Veranstaltung nur noch lästernzu wollen…

Das alles präsentiert sich Ihnen hier im Reiseradio. Denn im normalen Radio haben Sie vom Gipfel nichts hören können. Ist dieser Podcast also auch schon so etwas wie der neue Reisejournalismus? Das war Thema unserer VDRJ-Tagung. Oder soll ich sagen Journalisten-Gipfels? Wie nämlich der Reisejournalismus der Zukunft aussehen könnte – und auf welchen Kanälen er verbreitet wird. Auch dazu ein Hintergrundgespräch mit der PR-Fachfrau Marina Noble und demVDRJ-Geschäftsführer Dr. Klaus Dietsch.

Reiseradio 031 – Karl Pojer gönnt sich Zeit für Gefühle: das Erfolgskonzept von Robinson / Visite auf den Malediven: der Club findet endlich seinen eigentlichen, paradiesischen Ursprungsort

Bei dem Wetter muss man einfach ein bisschen träumen dürfen von sonniger Exotik, warmem kristallklaren Wasser und pudrigen Sandstränden… Also wenn wir schon mal so richtig in die touristische Klischeekiste greifen, dann gibt es ein naheliegendes Ziel: die Malediven. Die Mutter aller schrägen Palmen in den weltweiten Fernweh-Katalogwelten.

Auf den Malediven spielt unser heutiges Reiseradio. Und das hat auch einen ganz besonderen Grund. Es ist ein, na sagen wir mal keck, kleines akustisches Antrittsgeschenk für Dr. Ingo Burmester.

Seit diesem Wochenende ist es offiziell: der TUI-Manager, der bisher neben der Mittel- und Fernstrecke auch noch in den für Außenstehende eher etwas abstrakten Bereichen Planung, Pricing, Steuerung & Vermarktung sowie dem Kapazitätsmanagement für die TUI Deutschland Verantwortung trägt, geht an die touristische Front. Ab 2011 wird er für ein Produkt, das er eigentlich auch jetzt schon in seinem Arbeitsbereich hatte, richtig sichtbar verantwortlich: Ingo Burmester wird Chef von Robinson.

Und welcher Ort würde am besten passen, wenn man sich mit Robinson beschäftigen möchte? Logisch, die einsame Palmeninsel mit Sandstrand drumherum. Deshalb gehen wir dem Phänomen des so erfolgreichen Ferienclubs auch genau dort auf die Spur. Im jüngsten Club auf den Malediven. Welches Konzept dort verwirklicht wird, wie tausende Flaschen Wein Woche für Woche hingekarrt werden, wie die Mitarbeiter mit ihrem goldenen Gefängnis fertig werden, und warum Ross Anthony die Heirat mit seinem Freund ausgerechnet dort zelebrierte, all das erfahren Sie in der kommenden Stunde.

Und dazu noch als Einführung ein Gespräch mit dem Gottvater des neuen Clubgedankens: Karl Pojer – dem Menschen, dem die Kasperle-Animation ein Graus ist, und der als oberster Herbergsvater der TUI den Robinson Club zur absoluten Premiummarke umgestaltet hat.

Reiseradio 030 – Nachhaltigkeit und Umweltschutz – Bleiben die Urlauber ignorant? Gespräche mit Dr. Peter Zimmer und Professor Hansruedi Müller über grünes Reisen / Laufen in der grünen Hölle – die Extremreise des Norman Bücher / Fettröllchen nachgetreten: Karl Born und der Nacktscanner

Auch in diesem kleinen Reiseradio entführen wir Sie trotz des Regens nicht an sonnige Traumstrände, sondern beleuchten eine etwas trübere Seite des Tourismus: die unerträgliche Leichtigkeit des Seins der Urlauber, wenn es um Nachhaltigkeit und Umweltschutz geht.

Gerade deshalb gab es auch Panikattacken in der Branche, als die Regierung die Anfangs dreist als Öko-Abgabetitulierte Flug-Strafsteuer verhängte. Mindestens 8 Euro mehr pro Flug. Das erscheint vielen Profis als echtes Buchungs-Hindernis. Denn selbst eine viel kleinere freiwillige Summe als echte Öko-Abgabe für einen Flug sind nur die wenigsten Urlauber bereit zu zahlen.

Umweltschutz wollen alle. Aber eher solchen, der ihnen selbst den Aufenthalt angenehmer gestaltet. Alles soll hübsch sein, nicht stinken und sich müllfrei präsentieren. Aber bitte ohne eigene Einschränkung des Urlaubsglücks.

Über die sensible Aufgabe, Touristen dazu zu bewegen, für ihren Ressourcenverbrauch einen Ablass zu geben, und ob die neue Initiative Futouris da einen brauchbaren Weg geht, unterhalte ich mich gleich mit dem Umweltreferenten des Deutschen Reise Verbandes, Dr. Peter Zimmer.

Einer der renommierten Tourismuskritiker ist Professor Hansruedi Müller von der Uni Bern. Er mag den Urlaubern zwar nicht ihre schönsten Tage madig machen, ist aber schon etwas frustriert , dass die vielen Jahre des Mahnens letztendlich nur wenig im Bewusstsein bewirkten.

Einer, der sich zumindest vor Ort nachhaltig bewegt, ist Norman Bücher. Er läuft. Aber nicht irgendwo. Am 7. Oktober stellt er sich einer außergewöhnlichen sportlichen Herausforderung: dem Jungle Marathon in Brasilien. Dieser gilt als der gefährlichste Abenteuerlauf der Welt. 222 Kilometer in sechs Etappen läuft man in Eigenverpflegung durch denAmazonas-Dschungel. 35C Grad im Schatten, 100% Luftfeuchtigkeit und die feindselige Umgebung des Regenwaldes stellen eine enorme Belastung für den Läufer dar. Keine normale Pauschalreise also. Aber ungeheuer spannend. Vor seinem Abflug konnte ich noch mit ihm sprechen.

Und Karl Born , der ja auch mit viel Energie mehrere Halbmarathons lief in den letzten Monaten, kann sich immer noch nicht beruhigen, dass der Nacktscanner in Zürich bei ihm vermeintliche Fettröllchen mit Alarmsignal belohnte. Grund genug, weiter genüsslich darüber zu lästern.

Karl Born und die Speckröllchen

222 Kilometer rennt Norman Bücher durch den brüllend heißen und nicht ungefährlichen Regenwald. Ich hoffe, dass demotiviert jetzt gleich nicht meinen Lieblingsprofessor Karl Born, der so stolz auf seine überlebten Halbmarathons ist, für die er so viele sonntägliche Sahnetorten entbehren musste. Kein Wunder, dass er letzte Woche empört war über dasangebliche Speckröllchen Piepsen des Nacktscanners am Flughafen in Zürich. Logisch, darüber müssen wir noch ein wenig lästern. Und über Stuttgart 21, unser zweites Dauerthema neben dem Sicherheits-Check-Unsinn auf den Flughäfen dieser Welt.

Reiseradio 029 – Reise geht durch den Magen: Kulinarische Entdeckungen mit Johann Lafer / Stadtführung mit Geschmack: Graz, die Genusshauptstadt / Winzerkönig im Urlaub: die eigene Rebe an der Mosel / Karl Born und die Verteidigung der schwer verdaulichen Ballermänner

Heute geht es um Genuss auf Reisen. Um kulinarische Erlebnisse, die man so intensiv wahrscheinlich nur im Urlaub hat. Da kommt dann alles zusammen: die fremde, schöne Umgebung, das Erlebnis des Tages, die Entspannung, die vielleicht nette Begleitung, also der Romantik-Faktor. Und dann ist man hoffentlich mutig und probiert Dinge, die es so nicht gibt im heimischen Supermarkt.

Johann Lafer, ich muss ihn ja wohl nicht vorstellen, war da mein bester Ansprechpartner. Der Spitzenkoch ist nämlich gleichzeitig Genussbotschafter für die Steiermark. Und das ist er aus Überzeugung. Wenn man auf einer Hütte neben ihm sitzt, dann läuft einem schon das Wasser im und zusammen, sobald er anfängt zu schwärmen über wahre Genüsse und die Muße auf Reisen, sich diese zu gönnen.

Das passierte mir auch einige Tage vorher, in Graz, bei einer kulinarischen Stadtführung mit Melitta Ranner. Als wir uns dann endlich nach etlichen Probierrunden in kleinen Beisseln, in Restaurants, Feinkostläden und Marktständen – und nach etlichen Gläsern Wein – zusammenhockten zum Gespräch, da wurde schnell deutlich, was all die Urlauber verpassen, die sich mit den Hotel-Einheits-Büffets begnügen oder nur den Weg zum nächsten Mc Donalds finden.

Weit weg von Buletten und Junk Food ist auch das Leben von Egon Vogt, einem Winzer an der Mittelmosel. Er lebt oben auf den Hügeln, und bekommt deshalb den Kegelclub-Tourismus und die Busladungen von Tagestouristen in den typischen Moseldörfern nicht direkt mit. Aber er organisiert trotzdem Tourismus. Er verpachtet nämlich Weinstöcke. Und die Hobby Winzer kommen einmal im Jahr zur Ernte zu ihm. Auch eine Art von Genuss-Urlaub.

Ein bestimmter Menschenschlag frönt im Urlaub auch oralen Genüssen…. mit der Gefahr, sie auf demselben Wege wieder nach oben zu befördern… Ich sage nur Balneario Nummer 6…. Mallorca mag sie nicht mehr, will mit Riesen-Aufwand die Strandpromenade nach Arenal aufhübschen und edler machen. Dagegen regt sich jetzt Protest. Thema für das Gespräch mit unserem Ballerman-Fan Karl Born.

Karl Born verteidigt den Ballermann

Alles sollte so schön werden bei Stuttgart 21. Zumindest auf den perfekten Computer-Simulationen wurde aus einem strunks-langweiligen Bahnhofs-Schmuddel-Areal eine schwäbische Weltmetropole mit futuristischem Gleisanschluss.

Alles so schön bunt und modern mit putzigen Menschlein an noblen Einkaufspassagen und viel urbaner Grünfläche obendrauf und luxuriösen Gebäuden, wo früher mal die Gleise störten.

Und nun reibt man sich verwundert die Augen: die betroffenen Stuttgarter wollen all das augenscheinlich gar nicht. Sie haben nämlich hinter die hübschen Computer-Simulationen geschaut und gemerkt, dass die Politiker und Fachleute ihnen allenfalls die halbe oder Viertel-Wahrheit gesagt haben. Mal abgesehen vom Preis, der geradezu obszön in die Höhe schnellt.

Nun haben wir die regionale Neuauflage von „Wir sind das Volk“ im beschaulichen Stuttgart. Das größte anzunehmende Politik und PR-Desaster, seit Baden und Württemberg zusammengeschweißt wurden.

Kleiner Trost für die Politiker, Lobbyisten und Geschäftemacher: so was passiert nicht nur in Stuttgart. Selbst in Malle gehen die Bürger gegen eine schöne Vision auf die Strassen. Vielleicht auch gar nicht so sehr gegen die Vision – aber auf jeden Fall gegen die Arroganz der Politiker, die sich augenscheinlich nicht mehr um ihr Volk scheren…

Und das ist doch einen echten Karl Born wert…

http://reisen.t-online.de/mallorca-vorerst-keine-neue-strandpromenade-fuer-palma/id_42741464/index

Reiseradio 028 – Komfortable Holzklasse – Rainer Kröpke über Condors Premium Eco / Rosafarbener See – Gernot Riedel über „gay marketing“ am Wörthersee / Schwache Lobbyisten – Karl Born über die Flug-Straf-Steuer

Die Fliegerei ist heute ein Schwerpunkt im Reiseradio. Nachdem die Flugstrafsteuer vom Kabinett durchgepeitscht wurde und verfassungsrechtlich höchst bedenklich schon Geld in die klammen Kassen des Finanzministers spülen soll, noch bevor das Gesetz überhaupt existiert, ist es doch höchste Zeit, darüber mal mit dem Purser des Reiseradios, Professor Karl Born zu sprechen – und sich, wahrscheinlich, gehörig aufzuregen.

Während die Flugstrafsteuer nur ärgert, weil man als Passagier Null Gegenwert bekommt, sind die Flugreisenden anscheinend sehr wohl bereit, freiwillig ein wenig mehr für das Flugticket zu zahlen, wenn sie sich danach wenigstens wieder halbwegs als Mensch fühlen dürfen… Es geht um den Komfort in den fliegenden Hühner-Lege-Batterien. Eng sein, und dann für alte Zeiten neue Aufpreise zu verlangen – das liegt im Trend – und führt zu einer wunderbaren Geldvermehrung für die Airlines. Über die neuen Klassen in der klassenlosen Gesellschaft spreche ich mit Rainer Kröpke dem Condor Produktchef, der mit seiner Premium-Holzklasse auch den Ferienflieger aufwerten möchte.

Pörtschach am Wörthersee… das klingt nach deutschem Film der 60er und 70er Jahre, nach Heiterkeit und Wirtschaftswunder-Idylle. So Cote D’Azur für Arme. Draußen auf der Terrasse gibt es nur Kännchen. Und Roy Black biegt gleich um die Ecke.

Klar, das ist Klischee. Aber hätten Sie gedacht, dass dieses Wochenende der See sich rosa färbte? Pink Lake. Und wer da eine Christo-Installation à la Miami-Bech vermutet, liegt total falsch. An diesem Wochenende haben die Schwulen und Lesben den mondänsten österreichischen See erobert. Na ja. Teilweise. Darüber, und, wie attraktiv gay marketing nun ist für die Reisebranche, sprach ich mit Gernot Riedel, dem Geschäftsführer von Wörthersee Tourismus.

Karl Born und die Flug-Strafsteuer

Immer noch Aufreger der Woche: Die Strafsteuer für das Fliegen. Klar gesagt ist es die unverfrorene Abzocke einer Regierung bei einer Branche, von der sie genau wusste, dass sie unfähig ist bei all ihren Eitelkeiten und Partikularinteressen, sich zu wehren. Noch gibt es zwar große Chancen, dass das Verfassungsgericht diese unausgegorene Abgabe verhindert, weil sie wegen der kruden Entfernungs-Einteilung, der Ausklammerung der Fracht- und Privatflieger – und der ausländischen Airlines – gegen vielfache Gleichbehandlungs-Grundsätze und europäische Normen verstoßen könnte, aber erst mal ist sie da. Das ist für jeden Touristiker geeignet, um in die Luft zu gehen. Mein Lieblingsprofessor Karl Born nimmt es wörtlich. Er rast gleich ins All – und ich musste ein bisschen Mission Control spielen, um ihn wieder herunterzuholen.