Touristik Talk

Wasmitreisen - Das erste Reiseradio für Profis im Internet

Touristik Talk

Hintergrund, Klatsch und Service für Touristik-Profis

Studiosus 60 Jahre Studienreise

Reiseradio-Gespräch mit Peter-Mario Kubsch

Seit 60 Jahren nun versucht Studiosus, Urlauber zu Reisenden zu formen. Denn zunächst sind das ja nun mal nur hohle Phrasen aus dem Bausatz für Festreden, wenn man konstatiert, dass Reisen bilde, oder der Tourismus die beste Völkerverständigung sei, die man sich denken könne. (mehr …)

Immer Ärger mit AA-Hinweisen

Lautsprecher 176 – der „Was mit Reisen“-Standpunkt

cropped-drensek_kommentar.jpgIch kann mich gerade mal wieder richtig aufregen über das Auswärtige Amt und die dortige Schnarchnasen-Abteilung, die für die Reisehinweise zuständig ist. Anlass ist erneut Ägypten als pars pro toto. Das Urlaubsland, und vor allem sein Teil am Nil, ist ja gerade in diesen Tagen und den nächsten Wochen gefühlt der Nabel der touristischen Verkaufswelt: QTA Tagung, FTI Sause, TUI Programm-Pressekonferenz und Reisebüro-Treffen. Tausende deutscher Expedienten und Journalisten sollen sich mit eigenen Augen überzeugen, wie sicher das Ziel ist. Ich selbst war vor einigen Tagen noch vor dem ganzen Rummel auf Vorbesichtigungs-Kurzviste unter anderem in Luxor. Es war erschütternd! Jetzt ist nach Jahren der Punkt erreicht: Die Menschen leben von ihren allerletzten Reserven. Während die Hotelbetten am Roten Meer sich schon wieder mit Günstigpreisen und vielen Russen füllen lassen, liegt der Kulturtourismus am Nil nach wie vor völlig am Boden. Peter Mario Kubsch von Studiosus wird es nachher sagen in dieser Sendung: ganze 36 Gäste konnte er dieses Jahr für die grandiose Tempeltour per Schiff überzeugen. Als wichtigster deutscher Studienreiseveranstalter! Und Schuld daran ist vor allem das Auswärtige Amt mit seinen diffusen Angst-erzeugenden Reisehinweisen.
Jüngster Coup: gleich für 38 Staaten – natürlich auch wieder für Ägypten – gibt es nun einen dringenden Sicherheitshinweis auf mögliche Terroraktivitäten des IS. Kein Wunder, dass gerade die Reisenden, die eben nicht auf der Suche nach abgeschotteten All-Inclusive-Baderesorts sind, ins Grübeln geraten, wenn doch höchstamtlich so eine scheinbar wichtige Warnung ausgesprochen wird.
Nun mag es unverrückbare Beamtenmentalität sein, grundsätzlich risikolos den Büroschlaf genießen zu wollen. Und in diesem Zusammenhang ist es natürlich viel leichter, eher eine überflüssige Warnung zu viel, als eine zu wenig auszusprechen. So ist es für das AA eine win-win-Situation: passiert nichts, hat man einfach nur seine Pflicht getan, um prophylaktisch zu schützen; passiert etwas, hat man ja zum Glück gewarnt und ist aus der Verantwortung.
Was mit den Menschen vor Ort passiert, darum soll sich das Entwicklungshilfe-Ministerium gefälligst kümmern. Und die touristische Industrie ist schließlich die Baustelle des Wirtschaftsministeriums…
Nach außen bemühen die meisten Veranstalter noch den Burgfrieden, um eine ansonsten honorige Institution wie das Auswärtige Amt nicht zu beschädigen. Aber „unter Drei“ hört man haarsträubende Schilderungen von Arroganz und Inkompetenz bei den vertraulichen Treffen zwischen Amt und Industrie, von Beratungsresistenz und der Weigerung, Hilfe durch die tausenden touristischen Mitarbeiter vor Ort als höchstsensible Stimmungs-Messinstrumente anzunehmen. Schlimmer: man wird von subalternen Staatssekretären ultimativ zu Befehls-Empfängern degradiert: Akzeptiert unsere nicht belegte Allwissenheit, oder wir machen Euch das Leben schwer. Hut ab vor dem Mut von FTI, dem Auswärtigen Amt letztes Jahr deshalb als einziger den Stinkefinger gezeigt zu haben. Da schäumten zwar die Mitbewerber, die nach außen des lieben Friedens willen, und weil es für sie so einfach war, brav auf andere Ziele umrouteten, aber FTI gewann Respekt und Dankbarkeit bei den Gastgebern, die doch gute sein wollten und wollen. Ergebnis: heute ist FTI mit Abstand Marktführer in Ägypten. Auch das ist Thema in dieser Sendung im Gespräch mit Ralph Schiller.
In Zeiten der unkontrollierbaren Verbreitung von journalistisch nicht eingeordneten Nachrichten-Schnipseln muss sich das Auswärtige Amt bei seinen Hinweisen dringend neu justieren und professionelle Gefahrenanalyse betreiben. Diffuse Warnungen aus dem Bauch heraus nützen niemandem. Im Gegenteil. Sie sind wirksamer als jeder tatsächliche Anschlag.

Kiel: Schönheit auf 2. Blick

Reiseradio-Gespräch mit Eva-Maria Zeiske

Es kommt immer auf die Perspektive an. So mag es zwar sein, dass Kiel für uns Deutsche nicht nur im geografischen Sinn eine gewisse Randlage des touristischen Interesses hat, aber für viele Skandinavier ist die Stadt an der Ostsee durchaus ein Sehnsuchtsort für Kurzreisen. (mehr …)

Oldenburg: Führung auf Platt

Reiseradio-Gespräch mit Helga Diers

Zu meinen frühkindlichen Fernseherfahrungen gehörten immer mal wieder die Schwänke des Hamburger Ohnsorg-Theaters im Ersten. Da wurde immer so hübsch Platt geschnackt. (mehr …)

Reiseradio Sendung 175

  • Sökeland will Aldiana sinnlicher machen
  • Juist als klimaneutrales Eiland
  • Naturschauspiel Wattenmeer
  • Borkum – Allergiker-freundliche Insel

Das Reiseradio widmet sich heute überwiegend deutschen Urlaubslanden. Wir treiben uns auf den  ostfriesischen Inseln herum, wo unter touristischen Sicherheits-Gesichtspunkten allenfalls der Sturm mal zu heftig weht; was allerdings, wenn man platt mitten in der Nordsee liegt, durchaus auch ein Problem werden kann. Juist baut deshalb nicht nur die Deiche höher, sondern gibt dem Umweltgott eine mehr als nur symbolische Opfergabe. Bis 2030 möchte man, angeschoben als Futouris-Projekt, Klimaneutral werden. Das gibt nicht nur ein Fleissmärkchen von der Politik von wegen Nachhaltigkeit und Umweltschutz, sondern taugt auch als Marketing-Instrument gut für die große Schar von Reisewilligen, die auch im Urlaub ein gutes Gewissen haben möchten. Wie das gehen soll mit der Klimaneutralität, erläutert uns gleich im Gespräch der stellvertretende Bürgermeister und Marketingchef von Juist, Thomas Vodde.
Der zweite Juister Gesprächspartner ist Heino Behrend. Er ist zwar nicht in der Politik, aber durchaus ein politischer Insulaner als Wattführer. Schließlich ist das Wattenmeer Weltnaturerbe. Und beim plitsch-platschenden Klassenzimmer zwischen Wurm und Muschel und Krabbe erntet Heino mehr Begeisterung für Umweltschutz, als jedes noch so fein ziselierte Konzeptpapier.
Nur einen kurzen Inselhüpfer von Juist entfernt liegt Borkum, dass sich eines natürlichen Hochseeklimas rühmt. Die klare Luft war immer schon gut für Asthmatiker und Heuschnupfler. Aber Borkum will neuerdings mit Zertifikat alle Allergiker begeistern. Allein in Deutschland sind es schließlich über 20 Millionen, deren Immunsystem bei bestimmten Reizen verrückt spielt. Wirtschaftlich ist das also eine durchaus bedeutende Zielgruppe. Wie man auch zum Beispiel gegen Lebensmittel-Unverträglichkeiten und kosmetische Irritationen so helfen kann auf Europas erster Allergiker-freundlichen Insel, dass es neben dem klaren Wind keine heisse Luft bei diesem Versprechen gibt, erläutert uns gleich Andreas Gordalla von Borkum Tourismus.
Aber zum Auftakt widmen wir uns einem richtigen touristischen Hintergrund zu einem Produkt, wo ja auch die Glücklichen verweilen. Denn das ist schließlich die Übersetzung für Aldiana, und es geht um das neue Sommerprogramm 2015, das gerade präsentiert wurde. Aber eigentlich geht es gar nicht so sehr um den Katalog, sondern um die neue, alte Geschäftsführerin der Clubmarke, Gisela Sökeland. Und um die neuen ägyptischen Eigentümer. Wohin wird der ewige Zweite auf dem Markt steuern? Welche Expansionen und Investitionen wird es mit dem frischen Kapitel geben? Zum ersten Mal Gisela Sökeland im Originalton über ihre lustvollen Visionen für ein Produkt, das ihr wirklich am Herzen liegt.

Aldiana mit mehr Emotion

Reiseradio-Gespräch mit Gisela Sökeland

Als im Frühjahr die Meldung kam, dass der damalige Aldiana-Eigner Jürgen Marbach die Geschäftsführung austauschte, und den rührigen und durchaus geschätzten Peter Wennel durch seine Vor-vor-Vorgängerin Gisela Sökeland ersetzte, da ging ein Raunen durch die Branche. (mehr …)

Juist und der CO2 Fussabdruck

Reiseradio-Gespräch mit Thomas Vodde

Tourismus und Umweltschutz haben es schwer miteinander. Schon naturbedingt. Denn Tourismus verbraucht im Regelfall unverhältnismässig viele Ressourcen, um zu funktionieren und das Qualitätsniveau anbieten zu können, das die Urlauber erwarten. Und allen Umfrage-gestützten Beteuerungen zum Trotz, wie sehr man sich auch in den Ferien über eine intakte Umwelt sorgen würde, wissen Touristiker nur zu gut, dass am Counter beim Preis das grüne Siegel kaum noch eine Rolle spielt und das ökologische Thema allenfalls wieder wichtig wird bei Beschwerden vor allem über Müll am Urlaubsort. (mehr …)

Wunderland Wattenmeer

Reiseradio-Gespräch mit Heino Behring

Das, was man direkt vor der Haustür hat, was man ohne Anstrengung unternehmen könnte, ist verrückterweise oft das, dessen Wert man gar nicht richtig zu schätzen weiss. (mehr …)

Borkum will alle Allergiker

Reiseradio-Gespräch mit Andreas Gordalla

Als Kind hatte ich stark gelitten unter Heuschnupfen. Gräser. Ganz gruselig. Und ich erinnere mich, dass im Elternkreis immer wieder mit dem Doc beratschlagt wurde, ob ich nicht doch zur schlimmsten Zeit in ein quasi Internat auf Borkum sollte. (mehr …)

Reiseradio Sendung 174

  • Ski Amadé: Mit Datenbrille auf die Skipiste
  • 5 Tiroler Gletscher: Das ganze Jahr dem Himmel so nah
  • Sacher-Torte: Der Wert einer Marke

In dieser Ausgabe von „Was mit reisen“ geht es um Marken. Ob es die Sachertorte ist, die, obwohl tausendfach kopiert, im Original aus dem gleichnamigen Hotel kommend eben doch mehr ist als ein Schokokuchen. Selbst, wenn es nur die geschmackliche Einbildung ist der Kaffeehausbesucher in Wien. Mit konsequenter Qualität in 34 Arbeitsgängen lassen sich trotzdem 360.000 Torten pro Jahr verkaufen; auch wenn sie sehr viel teurer sind als ihre braunen Kalorien-Plagiate. Mit der Sacher-Grand-Dame Elisabeth Gürtler unterhalte ich mich gleich über die Konsequenzen aus der Erwartung an eine Marke, damit sie nicht mit der Zeit museal verstaubt.
Und auch die beiden Wintersport-Themen, die uns in Österreich verbleiben lassen, drehen sich in erster Linie um Marken-Positionierungen. Kaum ein Skigebiet kann es sich heute noch leisten, für sich selbst zu werben. Da helfen Verbünde, sich zu positionieren im für den Verbraucher undurchschaubaren Dickicht der alpinen Pisten. Ski Amadé ist so ein Verbund bei Salzburg mit 760 Pistenkilometern, und Tirol wirbt mit seinen 5 Gletschern. Gerade im Winter ist es wichtig geworden, den schneebedeckten Bergen, die eben einfach nur schneebedeckte Berge sind ohne scharfes Profil, eine Markenaufladung zu verpassen. Ski Amadé ist da vielleicht am konsequentesten, jede Saison einen neuen Werbe-Yeti durchs mediale Dorf zu treiben. Dieses Jahr ist es eine Ski-Datenbrille, die die Digitalisierung auf Brettern in neue Dimensionen bringt, wie uns Dr. Christoph Eisinger gleich erläutert. Und die 5 Tiroler Gletscher werben durch ihre Schneesicherheit für Skivergnügen pur mit Genuss-Girlanden. Sarah Moser versucht im Reiseradio-Gespräch gleich, die Klammer zwischen 365 Tagen Gletscher-Skivergnügen und der thailändischen Prinzessin als Testimonial zu spannen. Denn auch, wo man den Hang hinunterrutscht, sagt etwas über unseren natürlichen Hang aus, sich der Marke zu bedienen für die eigene Persönlichkeits-Profilierung.