Touristik Talk

Wasmitreisen - Das erste Reiseradio für Profis im Internet

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Hintergrund, Klatsch und Service für Touristik-Profis

Reiseradio – Sendung 198

  • My Cook is my Casa
  • Tirol im 007 Fieber
  • Datenbrille bei Amadé
  • Top Mountain Cross Point
  • 500 Jahre reines Bier

Wie wird der Reisesommer 2016 aus der Sicht von Thomas Cook und Neckermann? Das ist natürlich das Topthema der heutigen Reiseradio-Sendung. 2015 war nun wahrlich kein einfaches Jahr für die Oberurseler. Auch, wenn das nicht extra ausgewiesene Zentraleuropa mit dem deutschen Markt etwa Vorjahres-Niveau erreichen konnte, machten die exogenen Einflüsse wie Tunesien doch große Probleme. Auch die spürbare Zurückhaltung bei den Frühbuchungen belasteten die Planungen. Denn im Last-Minute-Geschäft, das 2015 boomte, befand sich Thomas Cook mitten im Piranha-Schwarm des harten Preisvergleichs im Schnäppchen-Markt.

Wie CEO Stefanie Berk mit dem Sunny Heart die Customer Journey für sich entscheiden will, erklärt sie uns gleich im großen Reiseradio-Interview. (mehr …)

Highgate Cementary London

Hörstück Rolf Nöckel / Sprecher Markus Hoffmann

Eine passende Geschichte zum November. So ein bisschen morbide kommt in diesen Tagen ganz gut. In London gibt es einen Friedhof, den Touristen schätzen. Vor allem, weil dort ein Mensch liegt, dessen gesellschaftliche Theorien zwar zum grandiosen Scheitern verurteilt waren, die aber immer noch gut taugen für Utopien. Mein Kollege Rolf Nöckel war im Highgate Cementary auf den Spuren eines ganz berühmten Bartträgers.

Interaktive Touri-Karte von London

Noch sind analoge Reiseführer aus dem Buchhandel immer noch das erste Mittel der Wahl vor Ort. Nicht, weil man gerne etwas Gedrucktes, Schweres mit sich herumträgt, sondern wegen der Internet-Diaspora, in der sich die meisten Reisenden im Ausland bewegen auf der Straße. Wie ein nahezu perfekter elektronischer Stadtplan zum Beispiel auf dem IPad aussehen könnte, demonstriert London

Reiseradio 072 – L’Tur Chef Markus Orth macht morgens den Regentanz / TUI’s Mann fürs Ferne Steffen Böhnke lockt mit Sommer-Garantie / Tessins Werber Patrick Lardi hütet nicht nur die Villen der deutschen Arbeiter-Klasse / Karl Born beißt die Krise

Das Reiseradio war die letzten zwei Wochen auf Tour zwar nicht gerade vom Winde verweht, aber vom Wasser gepeinigt, wie fast alle Urlauber im nicht fernen, erdgebundenen Umfeld. Ansichtskarten von Freunden vom Mittelmeer lösen zugegeben momentan leichte Neidgefühle aus bei den zu Hause Gebliebenen… Anyway. Es gibt auch Menschen, die sich gar nicht mehr einkriegen können vor Freude beim Blick derzeit in den Himmel. Markus Orth gehört dazu, der Chef des Last Minute Veranstalters L’Tur. Dem pinken Unternehmen geht es rosig, wenn es regnet. Denn dann wollen alle nur noch weit weg. Und die Ostsee ist keine wirkliche Option. Wie das Geschäft wo wie läuft und wer was bucht, darüber unterhielt ich mich mit ihm in Baden Baden am Firmensitz. Logisch, bei Regen.

Nur weg, möglichst ganz weit weg, denken gerade viele. Vielleicht sogar auf Fernreise. Denn die soll ja derzeit boomen, wie alle Veranstalter versichern; trotz der seit Jahre entflammten Liebe zu den Erdgebundenen Zielen. Und das ist ja einigermaßen ulkig, gerade im Sommer. Denn in den meisten Fernreise-Destinationen ist dann das Wetter auch nicht besser. Aber wenigstens ist der Regen warm. Bisher war die Fernreise bei der TUI zwar gut vertreten im Portfolio, aber Marktführer war der Markführer in dem Bereich sicher nicht. Jetzt wird nachgerüstet mit allerlei Garantien und viel Marketingdruck. Zuständig für das Exotische bei der TUI ist Steffen Böhnke. Und er erklärt uns gleich, was eine Sommergarantie ist. Keine Vorfreude bitte: sie gilt nicht für Deutschland-Urlaub.

Aber man muss zum Glück nicht ganz so weit weg, wenn man mediterranes Feeling spüren möchte. Die Schweiz zum Beispiel hat einen wunderbaren Kanton namens Tessin. Da ist man schon fast in Italien, aber irgendwie noch beim heimischen Nachbarn. Zugegeben, zur Zeit schmerzt das, wenn Sie auf der Piazza in Ascona eine Pizza essen oder ein Risotto und mit einem Glas Wein eine, dem teuren Franken sei’s geschuldet, astronomische Rechnung verdauen müssen als Dessert. Aber schön ist’s schon. Wer könnte das besser in Worte kleiden, als Patrick Lardi, der als Topmanager des Tessin-Tourismus nicht müde wird, zu betonen, dass nicht nur die Villen im Tessin entzücken, sondern auch die wilde Natur zum Fast-Nulltarif.

Was kann man an einem regnerischen Sonntagabend besseres zur Aufmunterung tun, als mit seinem Lieblingsprofessor zu skypen..? Na eben. Die Themen schwammen uns nur so zu… vom Deutschland-Regen und seinen möglichen Auswirkungen auf nächstes Jahr, den kalten Duschen im Thomas Cook Management, dem Wassereinbruch in der TUI-eigenen Containerschifffahrt, dem nassen Lappen im Gesicht des Airberlin-Chefs Hunold bis hin zu den Tränen des Lachens über die Berliner, die freiwillig Flughafen-Chaos spielen.

Karl Born beißt die Krise

Das Sommermärchen Deutschland wurde zumindest dieses Jahr eine touristische Regenballade. Ob das der Urlauber der Heimat übel nimmt, dazu hole ich mir gleich professoralen Rat. Aber Karl Born hat natürlich auch wie immer gute Ideen für die Urlaubs-Zufriedenheit von Peter Fankhauser, die Schiffs-Allergie von Michael Frenzel, die Flugangst eines Joachim Hunold, den Masochismus von Berliner Flughafen-Testern und der vermuteten und erhofften Magersucht weiblicher All-Inklusive Urlauberinnen. Bissige Bemerkungen, wie Sie sie jede Woche im Reiseradio erhoffen.

Reiseradio 054 – Traumjob Animateur? Wie junge Menschen und Personalexperten den früheren Aussteiger-Job bewerten // Die Trendscouts im Tourismus: wie „One World – Reisen mit Sinnen“ seine Nischen findet

Das Reiseradio nach einem Wahlabend, der sicher Konsequenzen über das Ergebnis hinaus haben wird. Was passiert jetzt mit dem angeblich alternativlosen Bahnprojekt Stuttgart 21? Fällt es vielleicht doch in die Mülltonne unnützer Entwürfe, und die Bahn bekommt Gelegenheit, mit den gesparten Milliarden den Streckenausbau vernünftig zu beschleunigen? Wird Wirtschaftsminister Brüderle den Absturz seiner Landes-FDP unbeschadet in Berlin überstehen, oder bekommen wir einen neuen zuständigen Fachminister für den Tourismus? Und vielleicht auch einen neuen Staatssekretär? Fragen über Fragen – und sicher sind sie geradezu herausfordernd für meinen scharf analytischen Lieblingsprofessor am Schluss der Sendung…

Ein ganz unpolitisches Thema ist heute unser Schwerpunkt. In diesen Tagen bekommen nämlich hunderter junger Menschen ihren letzten Schliff für die Sommersaison 2011. Sie werden von den Veranstaltern ausgebildet als Animateure. Und jetzt denken alte Touristiker: Huch, ausgebildet…? Ist Animateur nicht letztendlich ein Begabtenjob? Ich kann doch kein Lust-und–Laune–Diplom erwerben, so, wie das Zertifikat eines Jodelkurses… Aber von dem hohen Anspruch, nur natürliche Begabungen für die Truppe von der Spassanstalt einzustellen, haben sich die Veranstalter schon seit Jahren verabschiedet. Einmal, weil es diese natürlichen Begabungen fast gar nicht mehr zu geben scheint, und zweitens, weil der Job des Animateurs heute weit entfernt ist von dem Ur-Bild der Clowns, die ihn mal vor Dekaden prägten. Wir haben mit zwei jungen Menschen gesprochen, die das nach Schule und vor Studium oder Beruf machen wollen, aber haben uns auch unterhalten mit zwei Expertinnen von der TUI, die wochenlang durch das Land reisten, um überhaupt junge Menschen zu finden für einen Lebensabschnitt, der mal ein Junge-Menschen-Traum war.

Auf der ITB bekommt man ja schnell einen Tunnelblick, wenn man durch die Hallen hastet. Und dann fallen einem vielleicht noch großen, protzigen Stände auf, aber sicher nicht mehr die Standardcontainer, die manchmal liebevoll, oft aber auch nur lieb-naiv dekoriert sind, weil das Geld für mehr nicht reichte, und wo dann Touristiker drin hocken, die hoffen, dass irgendjemand im Vorbeihasten stoppt. Messe-Schicksal halt. Daran musste ich denken, als ich zu einem Stand kam mit einer Gesprächsverabredung. Ich war, neutral gesagt, ein wenig überrascht, weil ich mir die ITB-Repräsentanz von „One World – Reisen mit Sinnen“ irgendwie bombastischer vorgestellt hatte. Ein Reiseveranstalter, der geradezu Vorbild ist für so viele andere, die anspruchsvolle Erlebnisreisen zusammenbasteln. Umso interessanter das Gespräch dann mit dem Geschäftsführer Kai Pardon.

Also, es wird wieder sehr touristisch mit Hintergrund bei „was mit Reisen“ und seiner 54. Ausgabe. Aber dafür gibt es ja auch das Reiseradio für die Profi-Touristiker. Schön, dass Sie wieder dabei sind.

Karl Born und das politische Abklingbecken

Was hat die Wahlentscheidung des Sonntags für Auswirkungen auf den Tourismus? Warum werden im politischen Abklingbecken Wahlverlierer immer gerne mit tollen Posten in der Wirtschaft oder bei Lobbyverbanden belohnt? Warum fällt die Schadenfreude schwer angesichts der prognostizierten Mini-Einnahmen bei der Flugsteuer? Warum ängstigt sich kein Verantwortlicher um die Gefahr, die von unterbesetzten und müden Fluglotsen ausgeht, aber sehr wohl von unschuldigen Passagieren? Warum ist es für die Türkei ein Glück, dass sie für den Sommer jetzt schon fast ausgebucht ist, angesichts einer SAT1 Dramolette dieser Woche? Warum wollen wir nicht über unsinnige Casino-Projekte im fernen Sibirien oder Bettwanzen in Londoner Nobelherbergen sprechen. Ach, es gibt wie jede Woche so viele Fragen an meinen Lieblingsprofessor Karl Born.

Reiseradio 053 – Reisetrends 2011 / Olympia schauen mit Traumschiff oder Schlafbus / Wie finden Polen das Urlaubsland Deutschland? / Kino über den Wolken: die Condor rüstet auf / Dublin am St. Patricks-Day: der grüne Selbstversuch

Erkenntnisgewinne von der ITB sind wieder Hauptbestandteile des Reiseradios. Noch einmal zusammengefasst die Trends des Reisesommers – vorgetragen aus berufenem Munde – von Petra Hedorfer bis Jürgen Büchy.

Und wer war dieses Jahr Partnerland der ITB? Richtig: Polen. Die machen das nicht altruistisch, sondern erhoffen sich einen Boom für unseren Nachbarn als Urlaubsland. Wir haben auf der ITB die Frage nun anders gestellt: was empfinden die Polen, wenn sie an Deutschland als Ferienort denken? Prädestiniert für solcherart Befindlichkeiten ist der deutsche Kabarettist und Schauspieler Steffen Möller, der in Polen lebt und dort ein TV-Star ist.

Olympia wirft schon wieder seine Schatten voraus. 2012 in London. Da freut sich vor allem DERTour. Denn London ist erstens nicht zu weit entfernt, das fördert die sportlich-ambitionierte Reiselust, und begünstigt zweitens sogar Olympiareisen, bei denen man noch nicht mal eine Übernachtung benötigt im Hotel. Auf der ITB verriet Tom Rostek für den exklusiven Ticketagenten DER seine Reisepläne. Selbst das olympische Schlafen auf einem Traum von einem Schiff wird möglich sein.

Wenn es etwas gibt, über das sich Flugpassagiere ereifern können, dann ist das – neben der Legehennen-Haltung in den Airlines – das mangelhafte Unterhaltungsprogramm an Bord. Gerade die deutschen Airlines schneiden hier nur allenfalls im Mittelfeld ab. Das könnte sich bald ändern: die Condor bekommt ab Sommer das neueste Entertainment-System installiert, das es heutzutage über den Wolken gibt. Pikanterweise gebaut von der Lufthansa Systems. Der Apfel fällt eben manchmal doch etwas abseits des Stammes runter.

Wie schon gesagt: Mein Trip nach Dublin zum Nationalfeiertag hat Spuren hinterlassen im Reiseradio: Warum die Iren immer mit so komischen grünen Hüten herumlaufen und wieso das Bier-ähnliche Getränk Guinness seine medizin-ähnliche Farbe hat, das alles wurde im Selbstversuch ohne Furcht und Tadel herausgefunden für Sie.

Heute auch wieder im Einsatz bei mir – mein kränkelnder Lieblingsprofessor. Über grotesk hohe Flugpreise aus Japan heraus unterhalten wir uns genauso, wie über immer häufiger dem Alkohol zugeneigte Piloten und manchmal ausflippendes Bodenpersonal bei den Airlines.