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Dem Reiseradio geht es wahrscheinlich am heutigen späten Sonntagabend so, wie den meisten von Ihnen in der „Woche Eins“ danach… irgendwie tot vom ITB Marathon. Körperlich und geistig ausgepowert, leer geredet… – na ja, ich noch nicht ganz zum Glück -… und sich, wie jedes Jahr, die Sinnfrage stellend: Warum tut man sich diese Mammutmesse eigentlich freiwillig an…? Und ziemlich sicher werden wir uns 2013 dann doch wieder freuen, im März unter dem Funkturm dabei zu sein, wenn sich die ganze touristische Welt trifft.
Ein Teil dieser Welt, vor allem das Partnerland Ägypten, war zu Beginn der Messe überhaupt nicht amused: das lag nicht an der ITB, sondern an der verbalen Diarrhoe eines gewissen Vorsitzenden des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestages. Sein Name: Klaus Brähmig. Nie gehört? Auch nicht schlimm. Nach dem, was man an Empörung in den obersten Hierarchien der touristischen Industrie im kleinen Kreis mitbekam, wird es diesen Herrn in dieser Position vielleicht nicht mehr lange geben.
Was war denn der Aufreger des Elektrohandwerksmeisters aus Pirna? Er riet ab von Reisen nach Ägypten. Ausgerechnet. Angesichts der Menschenrechtsverletzungen und Unterdrückungen von Minderheiten sei es ethisch nicht verantwortbar, dieses Land auch noch zu unterstützen…
Ja mei, da hat der Gute wegen der Gier nach einigen Tage Ruhm als ansonsten völlig unbedeutender Hinterbänkler wohl einen kapitalen Kurzschluss in der Gehirnrinde gehabt. Mehr zu den Reaktionen der Branche gleich in Originaltönen und wieder mal bissig bemerkt von meinem Lieblingsprofessor Karl Born.
Wenn Sie schon immer mal wissen wollten, was so jeden Tag im Kopf des mächtigsten Tourismus-Chefs im europäischen Veranstaltergeschäft vorgeht, sobald er vor dem riesigen Globus im Arbeitszimmer steht, auf dem Millionen TUI Fähnchen stecken, überall dort, wo im Angesicht des Smileys Urlaub gemacht wird, dann können Sie gleich Dr. Michael Frenzel zuhören, der, wie alle anderen die Rendite der Zukunft sucht.
Gleich danach äußert sich derjenige im Hannoveraner Haus, der das meiste Geld verdient für den Konzern: Dr. Volker Böttcher. Kein einfaches Jahr für die Urlaubs-Landverschicker. Einerseits ist die Lust an Ferien da, andererseits verhageln gerade Nordafrika, Kreuzfahrt und Griechenland die gute Laune, die Pflichtprogramm ist auf der ITB.
Vor allem die Kreuzfahrt ist gerade ein Spaßbremser. Und keiner weiß so genau, warum? Wenn so ein Pott wegen Konstruktionsfehlern auf Offener See auseinandergebrochen wäre, die Schiffe reihenweise vor Madagaskar lägen, mit der Pest an Bord… Es war eher die Kongenialität der Ereignisse, dass Touristik Aktuell zusammen mit der Hochschule Worms in diesen unruhigen Zeiten die Reisebüros nach der Seele ihrer Kreuzfahrtkunden befragte. Dr. Adrian von Dörnberg erläutert die Erkenntnisse.
Können Sie sich vorstellen, dass der berühmte Extrembergsteiger und Abenteurer Reinhold Messner organisierten Familienurlaub mit einem Veranstalter macht? Ich traf ihn auf der wirklich sehr guten Tourismuskonferenz der Wochenzeitung „Die Zeit“, die schon am Vortag der ITB quasi ein kleines Davos der touristischen Industrie zusammentrommelte. Die Antwort auf die Frage finden Sie gleich im Gespräch mit dem sympathischen Südtiroler.
Nun zählen die TUI-Schiffe mitnichten zu den ganz Großen der Kreuzfahrt-Branche, aber auch hier ist das Thema „Krankheit auf See“ eines, mit dem man ganz offensiv umgeht. Kein Wunder, denn die Klinik auf schwankenden Planken ist für fast alles gerüstet. Wenn Sie immer schon mal wissen wollten, wie es im Unterdeck aussieht, da, wo man am liebsten real nie hinmöchte, dann gibt es hier den Blick hinter die ärztlichen Kulissen.
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Diese Woche wurde der Hotelier des Jahres ausgezeichnet in Berlin auf einer großen Gala. Und dieses Mal steckt der Deutsche Fachverlag dahinter mit seiner AGHZ, der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung. Sozusagen dem Börsenblatt für die Branche.
Als Journalist ist man ja mittlerweile etwas vorsichtig geworden bei all diesen Ehrungen, denn sie sind tatsächlich unüberschaubar. Fast jeder Führer durch Küchen und Betten macht alljährlich sein Ranking. Da gibt es Veranstaltungen mit so vielen Preisträgern, dass der Hausfotograf hinterher selbst mit dem schönsten Weitwinkel nicht mehr alle aufs Bild bekommt. Und oft kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, die Auszeichnung wird nicht ganz uneigennützig verliehen und muss von Seiten der Geehrten durchaus mit Geld oder Sachleistungen kompensiert werden.
Nun sind es ja durchaus nicht die Schlechten, die sicher auch wohlverdient zu Ruhm und Ehre kommen. Und wenn ein Betrieb viel Geld in die Hand nimmt, um zum Beispiel ein protziges Messingschild mit dem 6-Star-Brilliant-Award neben die Tür zu nageln, dann wird es sich in seinen Augen auch rechnen für die Marketing-Wirkung.
Der Hotelier des Jahres, um den es heute geht, hat das wirklich nicht nötig. Ganz sicher nicht. Schloss Elmau. Das ist ein Name für die A-Prominenz aus Politik, Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur, es ist gleichzeitig ein Familienhotel und ein Spa-5-Sterne-Superior Resort. Der Mann, dem es mehrheitlich gehört, ist Dietmar Müller-Elmau. Ein Hotelier, der sich nicht als Hotelier fühlt, wie er mir im Gespräch verriet. Freuen Sie sich auf eine hochsympathische, kluge Plauderei.
Und es wurde noch – oder besser gesagt, nur noch – ein zweiter Award vor über 1000 Hoteliers ausgelobt. Für eine Hotelgruppe, die für eine ganze Urlaubs-Philosophie steht: Eine, die sehr konträr zum vorherrschenden festlichen Outfit der geladenen Fachgäste steht: der Robinson-Club wurde geehrt für seine Innovation und internationale Strahlkraft. Wenn das kein Zeichen war, dass der permanente Kindergeburtstag für Erwachsene nach Jahrzehnten in höchst seriösen Sphären gelandet ist… Ich sprach mit Ingo Burmester über die Metamorphose des Konzepts und seine geheimen Wünsche, wenn er nicht gerade das Unternehmen führen müsste…
Richard Vogel ist, na ja, der Flotten-Admiral bei TUI Cruises und erlebt gerade ein Wechselbad der Gefühle. Auf der einen Seite Vorfreude, dass endlich ein komplett neues 3. Schiff entsteht, auf der anderen Seite getrieben durch den Kollateralschaden der havarierten Concordia, der alle Kreuzfahrtunternehmen derzeit verunsichert. Und auch neben der menschlichen Tragödie Millionenverluste beschert. Ich traf Richard Vogel direkt nach seiner Landung aus Turku, wo er in der Werft die Pläne des neuen Flaggschiffs kontrollierte.
In der Luftfahrt gab es gefühlt kaum ein größeres Aufreger-Thema in den vergangenen Wochen, als den Emissionshandel. Das spielte schrill bis in die Außenpolitik der EU vor allem mit Amerika, Russland und China. Und man sah vor seinem geistigen Auge schon ausländische Fluglinien, die von Kampfjets escortiert sicherstellen wollten, dass ihnen kein Emissions-Euro berechnet wird… Ist natürlich alles Quatsch. Vor allem, wenn man mal genau nachrechnet, um welche Summen es tatsächlich geht – im Vergleich zu den horrend teurer werdenden Kerosin-Kosten für alle. Trotzdem irritierte , vorsichtig gesagt, der TUIFly Chef Dieter Nirschl seine Airline-Kollegen mit ihrer Haltung – „wenn, dann nur, wenn alle weltweit mitmachen“ – als er jetzt bekundete: Emissionshandel – find ich gut. Im Gespräch mit dem Reiseradio erläutert er gleich auch seinen Standpunkt.
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Heute gibt es wieder Radio im Reiseradio, nachdem letzte Woche die wasmitreisen-Internetseite ja sehr optisch geprägt war mit den 10 Videos aus Südkorea. Ihnen hat das Multimediale offensichtlich gefallen: die Woche war, gemessen an den Zugriffszahlen, eine der besten von travel-radio.eu
Wir werden das mit den Videos deshalb auch weiter ausbauen. Diese Woche kann ich Ihnen zwei selbstproduzierte Filme anbieten: einmal den Erstflug der gerade getauften Nostalgie-Condor mit dem schönen Namen „Hans“ – und Eindrücke aus dem thailändischen Khao Lak, sieben Jahre nach der schrecklichen Tsunami Katastrophe Weihnachten 2004. Die filmischen Schnipsel habe ich am Rande der TUI-Programmpräsentation dort im November gedreht.
Khao Lak und Condor sind deshalb auch zwei starke Themen im Reiseradio diese Woche. Man braucht kein Prophet zu sein, um zu ahnen, dass der Süden Thailands wieder ausgebucht sein wird zu Weihnachten. Warm werden die Wellen über die makellosen Sandstrände spülen, die Hotelinfrastruktur ist schon längst vollständig wiederhergestellt; das beliebte Fernreiseziel ist trotz der vielen Krisen geradezu ein Selbstläufer für den deutschen Markt.
Man muss schon sehr genau hinschauen, um noch Spuren der Katastrophe zu entdecken. Im Prinzip ist das auch gar nicht im Sinn der Thais. Nicht, weil sie vor den Urlaubern etwas verbergen wollen. Aber in ihrer Mentalität schauen sie lieber nach vorn, denn zurück. Im wahrsten Sinne des Wortes ist Gras über die Sache gewachsen. Raumplanersich wurde die Chance vertan, etwas wirklich Neues zu schaffen. Den Gast empfängt wieder das wuselige Chaos.
Ich traf dort Harald Spahn, der für die GIZ, also die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, mit dem Tsunami Frühwarnsystem betraut ist. Da wurde viel Geld in Technik verballert, wie so häufig. Nun ist die meiste Technik schon Schrott, aber irgendwie läuft es trotzdem. Wenn nur die Sorglosigkeit der Urlauber nicht wäre.
Darüber berichtet mir auch Wolfgang Meusburger, ein Hotelmanager, der das Unglück hautnah mitbekommen hat, und auch die planlose Zeit danach. Wie auf einem Kreuzfahrtschiff, so müsste er eigentlich auch einmal die Woche eine Notübung abhalten… aber wer will das den sonnenhungrigen Urlaubsgästen wirklich zumuten…?
Wenn wir über Risiko sprechen, dann ist Fliegen heute sicher eines der sichersten und auch komfortabelsten Fortbewegungsmittel der Welt. Das mit dem komfortabel meine ich als jemand, der in der Holzklasse mit 1,95 Metern immer Höllenqualen leidet, natürlich auch eher global, denn die Alternative zum Beispiel nach Thailand zu kommen, ist ja nicht wirklich verlockend. Das war zum Beginn des Feriencharter-Verkehrs noch ganz anders. Mitte der 50er war Fliegen ein Abenteuer und auch von der Flugdauer her noch weit vom Jet-Set-Feeling entfernt. Zu dieser Zeit wurde die „Deutsche Flugdienst“ geboren, die heutige Condor. Sie ist jetzt die älteste Charter-Airline Europas. Anlässlich der dazu passenden Taufe eines nostalgisch lackierten Airbus sprach ich mit Kapitän Karl-Peter Ritter. Aus einem besonderen Grund natürlich mit ihm: er hat gerade ein prachtvolles Buch herausgegeben über 55 Jahre Condor.
Flugbegeistert ist auch Sebastian Drechsler. Allerdings jongliert er lieber mit kleinen Maschinen. Die machen zwar auch mächtig einen auf dicke Hose mit Starts und Landungen im Minutentakt, aber der dazugehörende Airport hat keinen Dreiletter-Code, und Knuffingen werden Sie eh nicht auf der Karte finden. Sebastian darf hauptberuflich spielen – nämlich als Bruder von den Zwillings-Chefs und Pressesprecher des Miniatur-Wunderlands-Hamburg. Das war mal das Mekka der Modelleisenbahner, aber mittlerweile sind die Züge eher nur noch schmückendes Beiwerk. Eine hin und her rumpelnde Dekoration für eine der faszinierendsten Miniwelten der Welt. In Hamburg hat sich die Schnapsidee mittlerweile zur Touristenattraktion Nummer Eins entwickelt. Also unzweifelhaft ein Thema fürs Reiseradio.