Zum Glück gibt es keinen Mangel an skurrilen touristischen Meldungen im Verlauf der Woche, die allesamt gut sind für eine kleine Lästerei zum Schluss mit Karl Born. Und manchmal sind die Themen auch nur geeignet zum Lospoltern, wie derwilde Streik der überbezahlten spanischen Fluglotsen, die am Wochenende wieder mal tausende von Urlaubern in unerträgliche Geiselhaft genommen haben. Aber auch unfähige Kopiloten, lavierende Schlichter oder schlichte Schlawiner und mit dem Hund wedelnde Veranstalter-Schwänze fordern meinen Lieblingsprofessor immer wieder zu bissigen Bemerkungen heraus
Das Reiseradio zurück von der touristischen Perle des Atlantiks. Also zumindest aus marokkanischer Sicht. Zurück aus Agadir, dem maghrebinischen Urlaubs-Hotspot der späten Siebziger Jahre, dessen Liebreiz sich heute erst auf den zweiten Blick erschließen mag – trotz großer Anstrengung, alles etwas aufzuhübschen.
Anyway: Agadir war die pompöse Kulisse für ein Dramolette der besonderen Art: der Deutsche Reiseverband, kurzDRV, wählte seinen neuen Präsidenten. Und wie das in deutschen Vereinen so üblich zu sein scheint, wenn zwei Kandidaten zur Wahl stehen, wird es schnell persönlich und ehrpusselig in der wackeligen Kulisse.
Das Ergebnis werden Sie vielleicht schon wissen: denkbar knapp mit 55 Prozent siegte der ursprünglich einzige Kandidat, Jürgen Büchy – noch Top-Manager bei der Deutschen Bahn. Der unterlegene, wie eh und je schillernde, rhetorisch brillante Ex REWE, Ex LTU und noch mal eineinhalb Seiten touristischen Lebenslauf präsentierende Jürgen Marbach hatte zwar die vermutete Mehrheit der Einzelstimmen in Agadir erkämpft, aber wer die Stimmenpakete der Konzerne nicht komplett hinter sich bringt, muss sich eben mit 45 Prozent zufrieden geben.
Das Erfreuliche an der Seifenoper: Es ging nicht um den Schönen oder das Biest… Beide Kandidaten sind absolut honorig. Und der DRV wird nach der Ära Laepple nun einen neuen Präsidenten haben, der sehr eigene und zukunftsweisende Akzente setzt für die Reisebranche
Das erste Interview nach seiner Wahl gab Jürgen Büchy dem Reiseradio. Klar, präzise und zupackend. Gleich mehr nach der Musik.
Zehn Jahre hat Klaus Laepple den DRV geführt. Zwei Jahre steht er noch an der Spitze des BTW, des Bundesverbandes der Tourismuswirtschaft. Sicher nicht leise. Laepple ist ein Mann mit Ecken und Kanten und Charakter. Ein wirklicher Typ. Nicht zu bremsen, wenn er auf der Bühne ein Mikro zu fassen bekommt. So ein Mann polarisiert. Doch unbestreitbar würde es den DRV vielleicht heute nicht mehr geben in seiner Bedeutung, wenn Klaus Laepple ihn nicht 2000 vor dem drohenden Konkurs gerettet hätte. Im Reiseradio sein großes Abschiedsinterview. Kein Blick zurück im Zorn, aber durchaus deutlich zwischen den Zeilen.
Wie sehr beim DRV sich intern die Machtverhältnisse verschoben haben, konnte man bei der Verabschiedung Laepples erkennen. Der mächtigste Mann im Tourismus, Michael Frenzel von der TUI hält die Laudatio. Der zweimächtigste, Peter Fankhauser von Thomas Cook überreicht das Geschenk. Im Interview mit dem Reiseradio macht Michael Frenzel deutlich, warum den Veranstaltern das Wohl des DRV lieb und auch durchaus teuer ist.
Der Tourismusminister Marokkos, Yassir Zenagui, konnte einem leid tun. Da möchte der Mann die Schönheit des Landes beschwärmen und die für Urlauber so wichtige Sonne – und draußen schüttet es aus vollen Eimern. Er trug es mit Fassung- und durchaus mit Humor im Interview.
Da hatte es der zweite professionelle Lobhudler einfacher: Charm Lee, der Cheftouristiker Südkoreas. Er ist Gastgeber des DRV im kommenden Jahr, und durfte das ferne Land schon mal eindrucksvoll präsentieren. Kleiner Schönheitsfehler: zur Zeit die Schlagzeilen wegen des Scharmützels mit Nordkorea. Im Interview gleich sehrbemerkenswerte Begründungen, warum man sich deswegen überhaupt keine Sorgen zu machen braucht.
(ab 05:35) Bei der letzten Kaffeepause, etwa eine Stunde vor Bekanntgabe des streng geheim gehüteten Wahlergebnisses,zitterten ihm schon leicht die Hände. Fünf Stunden zwischen Wahl und Ergebnis – das offenbart die hochkomplizierte Arithmetik im DRV. Jürgen Büchy, mal als einziger und vermeintlich Wunschkandidat des Vorstandes ins Rennen gegangen, war sichtlich angespannt. Für den DRV bereits den hochbezahlten Job bei der Bahn geschmissen, musste er nach einer fulminanten – und wahrscheinlich von Kommunikationsberatern dramaturgisch perfekt inszenierten – Rede seines „Freundes“ Jürgen Marbach tatsächlich fürchten, als siegreicher Zweiter aus dem Rennen zu gehen. Mit viel Erfahrungen über die Ranküne-Fähigkeiten des DRV, aber bald arbeitslos.
Als gegen 17 Uhr Wahlleiter Gerhard Heine das knappe Ergebnis der siegreichen 1245 Stimmen verkündete, war die Erleichterung im Gesicht greifbar. Doch kurze Zeit später saß mir wieder ein in sich ruhender, rhetorisch brillanter Manager Jürgen Büchy gegenüber. Die Erfahrungen bei der Bahn scheinen für das Leben zu stählen.
Karl allein zu Haus. Mein Lieblingsprofessor musste Agadir absagen. Vereiterte Nebenhöhlen, wenn ich das medizinische Bulletin einfach mal verraten darf. Der Doktor war über die Idee, zweimal vier Stunden zu fliegen, not amused. Leider, leider musste er also die hochspannenden Vorträge verpassen. Und seinen eigenen konnte er nicht halten. Aber als kleines Trostpflaster lieferte ich mir mit Dirk Rogl von der FVW ein Twitter-Wettrennen rund um die Bekanntgabe des Wahlergebnisses. Der mittlerweile schon Web 2.0 gestählte Karl war also über Hashtag drv10 (und wenn Sie jetzt nicht wissen, was das ist, dann sollten Sie mal Ihre Zukunftsfähigkeit hinterfragen) bestens informiert über Stimmen und Stimmungen – und deshalb kann ich gleich nach der Musik Skype anwerfen und mit ihm plaudern.
Diese Sendung wird weitgehend wellnessig-entspannt mit Sehnsuchtszielen oder Geheimtipps. Kleines Durchschnaufen, nachdem es in den letzten Wochen doch so viele Trends und Zahlen und Tourismus-Politik gab.
Zunächst entführe ich Sie nach Ungarn, Westungarn… Und jetzt kommt Ihnen vielleicht ein Bild ins Auge, das vor einem guten Monat durch die Medien ging: eine rote, fette, eklige Giftbrühe aus einem Aluminiumwerk. Und ausgerechnet dahin führt der erste Geheimtipp. Eben drum. Weil man dazu neigt, gerade als Touristiker, schnell aus dem fokussierten Unglück auf das Ganze zu schließen und eine touristische Region erst mal für tot zu erklären. Das ist sie mitnichten. Westungarn ist eine Reise wert. Im Gespräch mit dem Hotelier Alfred Hackl aus Bad Sárvár wird auch schnell deutlich, warum.
Übernächste Woche findet die deutsche Reisewelt tourismuspolitisch in Marokko statt. Beim DRV-Verbandstag, auf dem auch der neue Präsident gewählt wird. Die Bühne steht in Agadir. Wir hatten im Reiseradio ja schon darüber berichtet. Auch über die Frage, warum ausgerechnet Agadir, das ja ein wenig aus der Mode gekommen ist bei deutschen Touristen. Nach dieser Sendung wird sich das so mancher noch intensiver fragen. Denn heute stellen wir Ihnen das Ziel Saidia in Marokko vor, das sicher die wenigsten kennen, aber das unheimliches Potential hat und von Thomas Cook ziemlich exklusiv angeboten wird ab dem nächsten Jahr. Der zuständige Produktmanager Robert Ostermaier klärt auf, was die Touristen dort erwarten dürfen.
Und wenn man schon eine Sendung über Traumziele macht, dann muss es auch ein wenig exotisch werden. Versprochen. Wird es. Wir berichten über Bhutan. Ganz weit weg. Richtung Himalaya und dann immer nach oben. In Bhutan, ausgerechnet da, haben sich exklusive Aman-Resorts etabliert, die den so genannten Aman-Junkies ein neuesAbenteuer bieten wollen, was kaum ein Tourist vorher erleben konnte.
Ein ganz nahes Abenteuer ist Thema meiner Skype-Konferenz mit Karl Born am Schluss der Sendung…. Körpernah sozusagen. Es geht ums Grabbeln im Intimbereich und ums Krabbeln unter der Decke. Zumindest letzteres ist nicht gerade lustfördernd, aber unsere Lästerei hoffentlich schon.
Heute geht es lustvoll an die Wäsche gleich mit meinem Lieblingsprofessor. Erotik pur. Und weil man in Amerika ja mittlerweile alles ungestraft behaupten darf, wenn man ein radikaler Wirrkopf der Tea-Party-Bewegung ist; sogar, dass der gute Obama ein Marxist, Terrorist, Kinderschänder und vogelfreies Objekt ist, reihen wir uns einfach ein in die Basher und behaupten: die Leiterin der US-Heimatschutzbehörde Janet Napolitano war früher Pornodarstellerin, produziert jetzt , so wie Teresa Orlowski Schmuddelkram für die größte Porno-Industrie der Welt, die praktischerweise in Los Angeles sitzt, und hat deshalb ihr Flughafen-Sicherheits-Personal verpflichtet, mittels Nacktscannern und Fummel-Pettings quasi auf der Besetzungscouch im Sicherheitsbereich geeignetes Menschenmaterial für die nächsten Drehs herauszupicken.
Ist natürlich komplett gequirlter Schwachsinn. Aber in Amerika verdient man als Fox-Moderator Millionen, wenn man solchen Unrat tagtäglich über den Äther schickt. Ich mach es sogar für umsonst. Und für den Spaß mit Karl Born.
Seit zwei Tagen sieht man kaum noch die Hand vor Augen. Das liebreizende Istanbul versteckt sich in einer nebligen Suppe. Ein bisschen bösartig könnte man sagen, das Wetter ist kongenial zum Inhalt der Programmpräsentation der TUI… Nein, natürlich nicht. Alles schön, alles gut, Zahlen gibt es natürlich keine, die bösen Börsenvorschriften der PLC Mutter. Aber man gibt sich happy in Hannover. Alles andere hätte nach den Vorgaben der Mitbewerber auch arg verwundert.
Der Marktführer ist natürlich auch optimistisch für die Zukunft, nachdem der Sommer trotz Asche und Fußball doch 5 Prozent mehr Urlauber und 3 Prozent mehr Umsatz in die TUI-Bücher spülte. 10 Prozent liegt man schon im Plus bei den Buchungen für den laufenden Winter. Da müsste schon einiges passieren, wenn der kommende Sommer nicht wieder durchstartet mit der Reiselust. Dazu gleich mehr im Gespräch mit Dr. Volker Böttcher hier in Istanbul.
Sein Kollege Dietmar Gunz, der seine FTI-Touristik ohne lästige PLC führt, reportierte diese Woche gar unglaubliche24 Prozent mehr Gäste im abgelaufenen Geschäftsjahr und endlich eine konkrete Zahl: etwa 10 Millionen Reingewinn als Lohn der Last. Das ist zwar nur eine erst mal magere Umsatzrendite von einem Prozent, aber seit dem 124 Millionen Finanzloch bei der TUI ist man ja auch etwas vorsichtiger geworden, wenn die Großen mit Umsatzrenditen von etwa 3 Prozent prahlen. Etwas abgewandelt könnte man sagen, ich glaube nur der Bilanz, die ich selbst gefälscht habe..
Die Ferne läuft gut, die Nähe läuft gut, und deshalb gab es diese Woche noch ein Happy Happy Erlebnis: den Deutschen Tourismustag in Essen. Auch DTV Präsident Reinhard Meyer konnte sich elegant von Traumzahl zu Traumzahl schwingen. Deutschland schreibt Rekorde bei den Besuchern. Die Flugstrafsteuer kratzt ihn logischerweise nicht so sehr, wie die neuen Begehrlichkeiten der Stadtkämmerer, die nur allzu gerne eine Bettensteuer durchsetzen würden, nachdem Hotelleistungen nun mit 12 Prozent weniger das Finanzamt alimentieren müssen. Und oh Wunder: es gab eine knallharte Absage an die „Wegelagerei“ durch ein Mitglied der Bundesregierung. Der Tourismusbeauftragte,Staatssekretär Ernst Burgbacher, geißelte ohne Interpretationsraum die Abgabe was ihm wahrscheinlich auch leichter fiel, weil die Bundesregierung in dieser Frage auch nicht so recht involviert ist.
Während alle großen Veranstalter in diesen Tagen ausgefeilte Familienurlaubs-Projekte präsentierten, vorwiegend rund ums Mittemeer, konnte ein kleiner Spezialist aus Bielefeld die Jury des Deutschen Tourismuspreises überzeugen: völlig überraschend gewann der Jugendreise-Veranstalter RUF die begehrte Trophäe mit der originellen Idee einesMusik-Festival-Camps für 12 bis 15 Jährige – auf Rügen. Ganz ohne Dieter Bohlen, aber mit viel Spaß für die Kiddies und als Beweis, dass auch Urlaub in Deutschland keineswegs schnarchig sein muss für Jugendliche – wenn sie denn ohne Eltern reisen dürfen.
Und mit meinem Lieblingsprofessor Karl Born musste ich nach überwältigendem Hineinschnuppern in die Hexenküche der touristischen Marktforschung doch einfach ein bisschen Ablästern über Cosmo Spa Naturalists und Regulated Families als die neuen Zielgruppen für das Glück der Reiseveranstalter.
Auf dem Deutschen Tourismustag – großes Lob – gab es ein Einführungsreferat, das sich die meisten Deutschland-Touristiker wahrscheinlich nicht hätten leisten können, wenn sie es bezahlen hätten müssen: nämlich die Gebrauchsanleitung, in den Kopf des Kunden zu blicken und ihn entsprechend verführen zu können. Wie das funktionieren soll, werde ich in einer der nächsten Sendungen verraten – im Gespräch mit Dr. Hans Georg Häusel, dem Guru der Marketing-Hirnforschung. Aber auch bei den Programm-PKs der Veranstalter war die segmentierende Marktforschung auf einmal das Topthema. Heute ganz extrem bei der TUI als immer noch konsequentestem Vordenker der Branche. Ist alles toll und auch ziemlich logisch und schlüssig, und versprochen, wir werden es ganz serös sehr bald behandeln als Thema, aber sehen Sie es mir nach… Es juckt einfach zu sehr, dass ich erst mal meinem Lieblingsprofessor Karl Born die Chance geben muss, ein bisschen abzulästern über den Psychologie-Grundkurs für die kleine Expi-Maus 🙂
Frische Erkenntnisse nach der ersten Woche der Winter-Pressekonferenzen. Also die für den Sommerurlaub 2011. Auf der einen Seite wurden die Erwartungen bestätigt – Alles wird besser, aber es ist schon guter, als man hoffte – aber dann durfte man auch staunen über die Vehemenz, mit der die Veranstalter anscheinend buhlen müssen um die Gunst der Expedienten. Was zum Beispiel die REWE-Pauschaltouristik bis zum Sonntagabend in Köln und Bonn für ein Feuerwerk abbrannte, das erinnert schon an die guten alten goldigen Zeiten. Was lacostet die Welt? Geld spielt keine Rolex…Ein fulminantes Showprogramm in einem komplett für diesen Event runderneuerten Maritim Hotel in Bonn (die sonst Maritim-typische Grusel-Rauchglas-Ömchen-Atmosphäre wurde mit tausenden Metern weißen Stoffs geschickt versteckt) … mit Kool & The Gang, den umwerfend tollen à Capella Sängern aus London „The Magnets“, mit den tüllumtosten Appassionante-Airberlin-Sopranistinnen und Party ohne Ende… Ich habe übrigens mal einige Eindrücke mit dem IPhone dokumentiert.
Das riecht nach siebenstelligen Kosten für die gute Laune am Counter, um den Aufschwung nicht zu gefährden und die Beratung in die richtigen Kataloge zu lenken…
Gut, momentan werden wieder mal Umsatzsprünge und zufriedene Gästekarawanen gemeldet und Markt-, oder sonstige Führerschaften verkündet. Das gehört zum Ritual. Aber wenn man genau hinhört, dann spürt man vorsichtigere Prognosen. Die Branche ist sensibilisiert, dass ihre schönsten Planungen immer häufiger von außen umgestoßen werden. Asche, Krankheiten, Unruhen, neue Steuern, Preissteigerungen, ja, auch das musste man verkünden – heute ist man vorsichtig mit Visionen, wo man am Ende der Saison steht.
Thomas Cook und REWE sind die beiden Veranstalter in dieser Sendung. Wir bieten Hintergrundgespräche – natürlich mit den Top-Acts Dr. Peter Fankhauser, Michael Tenzer und Sören Hartmann. Die Zufriedenheit mit der Marge, die Liebe zur Türkei, der Appell an die Hoteliers auf Mallorca, endlich die Wünsche der Deutschen nach einem speziellen All-Inclusive zu erhören, das Vergnügen an 100 Rabatten für 350 Millionen Produkte, der Kampf gegen die Katalogpreisbindung und die Cannabis-Tour in Amsterdam. So, jetzt wissen Sie schon ungefähr und beinahe alles, was unsere Gesprächspartner gleich verraten. Aber es lohnt sich trotzdem, ihnen im Wortlaut zuzuhören. Immer noch Riesenzeitersparnis. 40 Minuten statt einer Woche. Und es gibt den guten Karl Born und mich lästernd noch als Bonustrack obendrauf. Wir regen uns genüsslich wieder mal über Flüge und Zug zu Flügen und über Aufstehverbote in Flugzeugen und saubere Unterhosen wegen Nacktscannern auf. Schön, wenn Sie mitlachen und uns begleiten im Reiseradio.
Drucker aus dem Jemen für jüdische Einrichtungen in Amerika. Das sind ja auch so die typischen Frachtstücke, die mit Zollerklärung zum Warenaustausch der beiden Länder gehören. Irgendjemand muss es nicht jemenitisch, aber spanisch vorgekommen sein. Zum Glück. Denn sonst – nur durch etwa vermutete Standard-Kontrollen jedes Gepäckstücks – wäre nichts aufgefallen.
Das muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Die Sicherheits-Kasperle-Politiker lassen jede Nagelschere konfiszieren und jedes Duschgel von Standardgröße 125ml, aber beim Fracht-Gepäck zählt offensichtlich beim Ein und Umladen nur die Geschwindigkeit und der Kotau vor den wirtschaftlichen Interessen des Transportgewerbes. Oben stehen die Reisenden in der Schlange, unten gibt es für die Pakete den Fast-Track.
Das ist natürlich ein Thema für meinen Lieblingsprofessor. Aber auch die Auswirkungen des neuen BGH-Urteils sein bestes Produkt betreffend. Schließlich war Karl Born, damals noch als TUI-Vorstand, Erfinder von Rail&Fly. Ein Geschenk für die Urlauber, dass die Reisebranche jetzt viel Geld kosten kann, wenn Herr Grube seine Bahn nicht pünktlich bekommt.
Die Karawane der Winter-Pressekonferenzen für den Sommerurlaub 2011 geht los. Und da bin ich einfach maloptimistisch und passe mich damit der Grundstimmung an, die uns vermutlich die kommenden Sendungen beglücken wird.
Doch bevor wir uns mit dem Aldiana-Sommer befassen…: Glücksgefühle dürfte man auch beim Gedanken empfinden, endlich einmal am Flughafen so behandelt zu werden, wie ein Staatsgast oder der Inhaber der Senatorkarte mit Brillantrahmen. Denn für den Normalbürger wird das Fliegen ja immer mehr zur Zumutung. Und deshalb stieß es manchem Besucher des BTW-Gipfels mächtig auf, dass der Bundesverband der Tourismuswirtschaft eine Airline deshalb mit dem Innovationspreis auszeichnet, weil sie nichts anderes tut als das, was ihr Job ist: den Kunden, die horrende Summen zahlen für die First Class, das Leben auch am Boden so angenehm wie möglich zu machen. Da hat der BTW vielleicht doch etwas die Klientel aus den Augen verloren, für die er eigentlich zu wirken hat.
Viel eher den Innovationspreis verdient hätten Unternehmen am Flughafen, die das Obama-Feeling jedermann anbieten. Und deshalb wird das auch unser Topthema heute. VIP-Service für Fluggäste – am Beispiel Frankfurt.
Peter Wennel hat aufgeräumt bei Aldiana. Der Club-Anbieter war bei aller touristischer Kreativität der vormaligen Geschäftsführer finanziell mächtig ins Trudeln geraten, weil die Lasten, die auf vielen Anlagen drückten, vorsichtig gesagt suboptimal verhandelt waren. Nun ist konsolidiert und man kann anfangen, am Image zu arbeiten. Das ist auchdringendnötig, wenn man behutsam weiter wachsen möchte. Denn im Gegensatz zu Robinson hat der zweite Premiumclub es in all den Jahren trotz eines guten Produkts nicht geschafft, zur Marke zu werden. Geschweige denn, zurSehnsuchts–Marke. Deshalb setzt Peter Wennel jetzt alles auf ein neuesMarketing…. mit einer Marketingexpertin aus dem HauseThomasCook, die dort anscheinend nichts mehr zu tun hatte, seitdem die frühere Edel-Marke im Gesamtprodukt versteckt wird: StefanieHerold.
MecklenburgVorpommern ist Deutschlands Aufsteiger als Ferienregion. Und die Ostsee mit ihren tollenSandstränden ist für viele Urlauber mittlerweile eine klareAlternative zu den Bettenburgen am Mittelmeer. SchöneHotels gibt es auch schon im Osten Deutschlands, und die Infrastruktur ist besser, als an der westlichen Küste. Nur mit der Küche…. da haderten selbst Nicht–Gourmets lange Zeit. Doch auch in den Töpfen hat sich eine Menge getan. So viel sogar, dass Meck Pomm es wagt ein JahrderKulinarik auszurufen. Ich sprach darüber mit TobiasWoitendorf, dem Chefkommunikator des Tourismusverbandes.
KarlBorn und die Internet–Studien. Zwei Universenkrachenzusammen. Das des Touristikers mit denInformatikern, die mit riesigen Datenmengen die touristische Welt mit Ergebnissen beglücken, die Reisefachleute aus Erfahrung schon längst wissen. Der Flugmonitor von Billigflieger.de ist so eine Studie, die geradezu danach schreit, genüsslich seziert zu werden. Von einem Professor, der zwar mal bei der TUI war, aber dennoch mit Zahlenumzugehenweiß.