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Hintergrund, Klatsch und Service für Touristik-Profis

Reiseradio 148 – Marco Polos junge Entdecker / Traumberuf Studienreiseleiter? / Mecklenburg Vorpommern mit Familien-Siegel / Hiddensee: alles für Kinder

Ihr Reiseradio steckt quasi in den Startlöchern für die Herbsttournee der Veranstalter-Pressekonferenzen, die diese Woche losgehen, und wo uns die organisierten Reiseströme des kommenden Sommers aus Firmensicht erklärt werden. Dabei ist die deutsche Reisewirklichkeit ja eher nicht fremd-bestimmt-pauschal. Die meisten Urlauber werden ganz individuell selbst überlegen, wohin es geht in den Ferien – vorwiegend, wie wir wissen, bleiben sie da im eigenen schönen Land.

Und selbst die Familie, diese sakrosankte Kern-Zielgruppe, die für Wohl und Wehe der meisten Veranstalter-Bilanzen sorgt, entdeckt neben den Verlockungen der All-Inclusive-Anlagen rund ums Mittelmeer zunehmend den Reiz der deutschen Gestade. So kommt es, dass sich Mecklenburg Vorpommern still und heimlich – aber mit guter Planung – als deutsches Ferienziel Nummer Eins für die Familien etabliert hat. Und selbst international gesehen direkt hinter Türkei, Spanien und Italien auf dem etwas undankbaren Platz vier neben dem Treppchen.

In dieser Sendung wollen wir deshalb der Frage nachgehen, wie Mecklenburg Vorpommern das organisiert hat, dass die sehr kritischen und anspruchsvollen Familienurlauber ausgerechnet die Seen und Küsten der ostdeutschen Ferienregion so ins Herz geschlossen haben. Sand, Wasser und freundliche Gastgeber allein können es kaum sein.  Auch, wenn das eine gute Grundlage ist. Der Tourismusverband hat mit viel Expertenwissen ein Prädikatssiegel entwickelt für familienfreundlichen Urlaub. Und das ist mehr, als nur ein weiteres Siegel. Es ist die Bestätigung für ein vernetztes Denken vieler Leistungsträger, die vorher gezwungen wurden, aus der Sicht dieser Zielgruppe ihr Angebot zu hinterfragen und miteinander abzustimmen. Hört sich typisch deutsch und wissenschaftlich an, aber wenn es hilft…? Tobias Woitendorf vom Tourismusverband Mecklenburg Vorpommern erläutert uns gleich, was hinter der geprüften Qualität steckt.

Getroffen habe ich ihn übrigens auf der Insel Hiddensee, die ja in der Wahrnehmung eher so das ruhige, verträumte Künstler-Image pflegt. Die Hektik-freie Schwester vor Rügen. Und das ist anscheinend kein Widerspruch zum neuesten Prädikatssiegel: Erste familienfreundliche Insel in Deutschland. Am Beispiel eines Heimatmuseums – also einem Ort, vor dem Kinder in der Regel Reißaus nehmen, weil Vitrinen, verstaubte Exponate, Trachten und Hausrat aus ihrer Sicht keinen sonderlich hohen Coolness-Faktor haben – erläutert uns gleich die Führerin Jana Leistner, wie familienfreundliche Vernetzung funktioniert.

Auch unsere beiden anderen Themen heute haben etwas mit jüngeren Reisenden zu tun. Allerdings sind sie schon in einem Alter, in dem sie sich in der Regel abgenabelt haben von daheim.  Zunächst geht es um die vielleicht etwas elitär erscheinende Gruppe der jungen Studienreisenden, die man nicht so nennt, um gar nicht erst den Hauch von Trümmer-Tourismus aufkommen zu lassen. Es geht um junge Erlebnisreisende, die allerdings nicht so wagemutig sind, dass sie einfach den Rucksack packen, ein Flugtickt kaufen und sich dann ins Abenteuer stürzen. Sie entdecken lieber organisiert. Und jetzt kommt der Veranstalter Marco Polo ins Spiel mit seinem Programm Young Line Travel. Wer sind diese jungen Menschen, die irgendwo zwischen Globetrotter und pauschaler Partymaus mäandrieren? Und was erwarten sie von einer auf sie abgestimmten Studienreise Light?

Aber vor allem: wie muss ein Veranstalter sie ansprechen? Eine Generation, die ja angeblich überwiegend noch nie ein Reisebüro von innen gesehen hat…? Holger Baldus von Marco Polo, klärt uns gleich auf, wie wichtig Facebook im Marketing geworden ist. Nach RUF, dem Jugendreise-Veranstalter, wo das schon Tagesgeschäft ist, ein weiteres Best Practice Beispiel für die organisierte Reisewelt.

Auch bei Marco Polo hängt natürlich der Erfolg unterwegs überwiegend an der Qualität des Reiseleiters, der alles sein muss: gruppendynamischer Freund bzw. Freundin, perfekter Organisator, allwissender, charmanter, unterhaltsamer Welterklärer und Party-Animal in einer Person. Und jung möglichst auch noch, damit es zur Zielgruppe passt. Sollte es jemand unter den Reiseradio-Hörern geben, der jetzt denkt, hey, das ist ja perfekt für mich, dann unbedingt weiterhören: denn Peter-Mario Kubsch vom Marktführer Studiosus erzählt gleich, was man drauf haben muss, um Studienreiseleiter zu werden. Ein Beruf mit langer Perspektive übrigens. Denn wenn man älter wird, ändern sich höchstens die Gruppen, denen man voranschreitet..

Reiseradio 073 – Keine Panik vor dem Internet: das FTI Reisebüro der Zukunft / Religion auf Reisen – Mega-Events als touristisches Spektakel / Land unter im Norden: der verregnete Sommer an der Küste / Der Hafen von Berlin: Rostock ist beliebtester Kreuzfahrt-Ankerplatz Deutschlands / Museum fürs Morgen: Die Ars Electronica in Linz

Das Reiseradio am Ende einer turbulenten Woche. Ein Pionier tritt ab, eine Reizfigur tritt an. Nach Thomas Cook Manny ist Joachim Hunold nun schon der zweite, der gegen den nervösen Aktienmarkt mit seinen ganz anderen Regeln nicht mehr ankommt. Air Berlin braucht ein Sparprogramm, dass es kracht. Das wollte sich der Patriarch wohl nicht selber antun. Aber ob ausgerechnet der Feingeist und Charmebolzen Mehdorn es richten kann? Touristiker werden genau beobachten, ob der einstige Bahn-Raufbold nun Air Berlins Service und Kundenorientiertheit kaputtsaniert. Nur eine Strecke wird wohl auch für ihn sakrosankt bleiben: die Direktverbindung Berlin – Sylt. Denn im Kultrestaurant Sansibar ist schließlich immer ein Platz reserviert für das Airberlin Urgestein.

Auch die TUI sorgte mit Schlagzeilen von massivem Stellenabbau für Aufregung nicht nur in und um Hannover. Nun ja, dass das Strategie- und Wachstumsprogramm GET 2015 nicht nur Marketing-Kosmetik sein würde, war den TUIanern schon länger klar. Aber neun Prozent Umsatzplus im Sommergeschäft trotz alter Strukturen lässt beim Betriebsrat die Hoffnung keimen, dass nicht zu viele abmustern müssen vom alten Tanker.

Beides, liebe Mitreisende, wären natürlich DIE Topthemen für ein bissiges Reiseradio am Ende mit meinem Lieblingsprofessor Karl Born. Aber wir werden heute nicht skypen. Manchmal muss man auch ehrlich sein, und zu seiner persönlichen Befangenheit stehen, wenn es sie gibt. Karl ist familiär mit Airberlin verbunden, und freundschaftlich. Und dass er mal Vorstand war bei der TUI, ist ebenfalls hinlänglich bekannt. Aber zahnlos beißen, das wollten wir beide nicht. Entweder richtig oder gar nicht. Heute ist Schonzeit. Aber nur einmal. Auch als Achtung vor einem Lebenswerk.

Trotzdem ist das Reiseradio natürlich voll mit interessanten Themen. Zum Beispiel stellen wir uns die Frage, wie das Reisebüro der Zukunft aussieht. Eines, das konkurrenzfähig ist gegenüber dem Internet. Wie kann ich multimediale Elemente in die Beratung einfließen lassen und mich vom simplen Katalogblättern verabschieden? Nach der TUI hat nun auch FTI einen Flagshipstore kreiert, den man seinen Reisebüros als Franchise anbieten möchte. Birgit Aust erzählt uns, wie spacig er sein wird.

Am Sonntag war großes Finale beim Weltjugendtag in Madrid. Eine Million Besucher sind auch Touristen. Die Kirche als Reisegrund. Auch die Evangelen in Deutschland basteln gerade an einem Megaevent: 500 Jahre Protestantismus mit Luther. Was man von diesen Papst-Inszenierungen lernen könnte, dazu ein vergnügliches Gespräch mit dem Fernsehpfarrer und Kabarettisten Dr. Fabian Vogt.

Regen gab es nun wirklich genug an der Küste in diesem Sommer. Alle Hoffnungen liegen nun im Herbstgeschäft. Doch warum es neben den Verlierern auch durchaus Gewinner gab bei den touristischen Anbietern, das verrät uns Tobias Woitendorf vom Tourismusverband Mecklenburg Vorpommern.

Wussten Sie, dass Berlin einen eigenen Kreuzfahrthafen hat? Oh ja. Nach amerikanischer Sicht heißt er Warnemünde. Was sind schon zweieinhalb Stunden Bahnfahrt. Uns mag das komisch erscheinen, aber nur das Ergebnis zählt: zum ersten Mal ist Rostock der größte Kreuzfahrthafen des Landes. Hintergründe über das Merkwürdige Ausflugsverhalten von Kreuzfahrern von Christian Hardt.

Ein schlechter Sommer ist eine gute Zeit für Museen. Und Besucher des oberösterreichischen Linz erwarten nicht unbedingt Traum-Badewetter. Ab übernächster Woche ist es ihnen eh egal. Denn dann findet das jährliche Ars Electronica Festival statt. Eine Spielwiese für Futuristen. Seit 1979 schon. Und das klingt ziemlich unglaublich für so ein kleines Städtchen an der Donau. Welche elektronischen Spielereien die Besucher dieses Mal erwartet, darüber schwärmt der Künstlerische Leiter Gerfried Stocker.

Und auf den Alandinseln zwischen Finnland und Schweden sind wir auch noch.. Also viele schöne Hörstücke zum akustischen Mitreisen diese Woche.

Reiseradio 034 – Einmal Präsident spielen – der VIP Service am Frankfurter Flughafen / Einmal Sehnsuchtsziel werden – ein neues Image für Aldiana / Einmal einfach lecker sein – die kulinarische Offensive in MeckPomm / Einmal überrascht werden – Karl Born und die Ödnis von Internet-Reise-Studien

Die Karawane der Winter-Pressekonferenzen für den Sommerurlaub 2011 geht los. Und da bin ich einfach maloptimistisch und passe mich damit der Grundstimmung an, die uns vermutlich die kommenden Sendungen beglücken wird.

Doch bevor wir uns mit dem Aldiana-Sommer befassen…: Glücksgefühle dürfte man auch beim Gedanken empfinden, endlich einmal am Flughafen so behandelt zu werden, wie ein Staatsgast oder der Inhaber der Senatorkarte mit Brillantrahmen. Denn für den Normalbürger wird das Fliegen ja immer mehr zur Zumutung. Und deshalb stieß es manchem Besucher des BTW-Gipfels mächtig auf, dass der Bundesverband der Tourismuswirtschaft eine Airline deshalb mit dem Innovationspreis auszeichnet, weil sie nichts anderes tut als das, was ihr Job ist: den Kunden, die horrende Summen zahlen für die First Class, das Leben auch am Boden so angenehm wie möglich zu machen. Da hat der BTW vielleicht doch etwas die Klientel aus den Augen verloren, für die er eigentlich zu wirken hat.

Viel eher den Innovationspreis verdient hätten Unternehmen am Flughafen, die das Obama-Feeling jedermann anbieten. Und deshalb wird das auch unser Topthema heute. VIP-Service für Fluggäste – am Beispiel Frankfurt.

Peter Wennel hat aufgeräumt bei Aldiana. Der Club-Anbieter war bei aller touristischer Kreativität der vormaligen Geschäftsführer finanziell mächtig ins Trudeln geraten, weil die Lasten, die auf vielen Anlagen drückten, vorsichtig gesagt suboptimal verhandelt waren. Nun ist konsolidiert und man kann anfangen, am Image zu arbeiten. Das ist auchdringend nötig, wenn man behutsam weiter wachsen möchte. Denn im Gegensatz zu Robinson hat der zweite Premiumclub es in all den Jahren trotz eines guten Produkts nicht geschafft, zur Marke zu werden. Geschweige denn, zurSehnsuchtsMarke. Deshalb setzt Peter Wennel jetzt alles auf ein neues Marketing…. mit einer Marketingexpertin aus dem Hause Thomas Cook, die dort anscheinend nichts mehr zu tun hatte, seitdem die frühere Edel-Marke im Gesamtprodukt versteckt wird: Stefanie Herold.

Mecklenburg Vorpommern ist Deutschlands Aufsteiger als Ferienregion. Und die Ostsee mit ihren tollenSandstränden ist für viele Urlauber mittlerweile eine klare Alternative zu den Bettenburgen am Mittelmeer. SchöneHotels gibt es auch schon im Osten Deutschlands, und die Infrastruktur ist besser, als an der westlichen Küste. Nur mit der Küche…. da haderten selbst NichtGourmets lange Zeit. Doch auch in den Töpfen hat sich eine Menge getan. So viel sogar, dass Meck Pomm es wagt ein Jahr der Kulinarik auszurufen. Ich sprach darüber mit TobiasWoitendorf, dem Chefkommunikator des Tourismusverbandes.

Karl Born und die InternetStudien. Zwei Universen krachen zusammen. Das des Touristikers mit denInformatikern, die mit riesigen Datenmengen die touristische Welt mit Ergebnissen beglücken, die Reisefachleute aus Erfahrung schon längst wissen. Der Flugmonitor von Billigflieger.de ist so eine Studie, die geradezu danach schreit, genüsslich seziert zu werden. Von einem Professor, der zwar mal bei der TUI war, aber dennoch mit Zahlenumzugehen weiß.