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Schlimmes Wochenende für die Kreuzfahrt. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch mehr Fragen als Antworten. Aber es scheint sich immer mehr zu verdichten, dass der festgenommene Kapitän wahrscheinlich galant gegenüber den Bewohnern der Insel Giglio sein wollte und näher als geboten entlang der Küste fuhr, um mit Schiffshorn bella figura zu machen. Nun ist das Gegenteil der Fall: der Kreuzfahrtriese ist Schrott, es gibt Tote und tausende Verunsicherte, ob eine Cruise tatsächlich so harmlos ist, wie Busfahren auf dem Wasser. Costa,
Tochter des weltgrößten Vergnügungsdampfer-Konzerns Carnival aus Miami, ist die Mutter der AIDA. Und man kann nur hoffen, dass die Italiener sich völlig raushalten aus der Operation. Denn das, was die vielen betroffenen Passagiere angsterfüllt in die Kameras erzählen, zeugt von Chaos pur in der Notfallbewältigung. Jeder, der schon mal auf der AIDA unterwegs war, weiß, wie überpenibel die Sicherheitsübung am ersten Seetag durchgezogen wird. Eben nicht nur als Termin für etwas dämliche Bilder für den Bordfotografen, sondern mit Druck. Das können die berichten, die als teuer zahlende Passagiere bei fauler Abwesenheit ihre deutliche Standpauke bekamen beim Staff-Captain.
Es ist auch schwer vorstellbar, dass die Nautiker der AIDAs in felsenverseuchten Küstengewässern Kapriolen fahren. Und dass die Offiziere schnell von Bord gehen, um ihre schmucken Uniformen nicht nass zu machen, so, wie es sich jetzt verdichtet, treibt einem die Zornesröte ins Gesicht.
Es ist ein schreckliches Unglück, das die Nachrichten des Wochenendes beherrschte. Selbst, wenn zum großen Glück im Unglück nur verhältnismäßig wenig Tote zu beklagen sind. Die Kreuzfahrtindustrie mit ihrer überwiegend älteren, sicherheits-suchenden Klientel wird es zu spüren bekommen.
Unser Topthema kümmert sich heute aber um eine ganz andere Gästegruppe. Ja, sie geht auch auf Kreuzfahrtschiffe. Vor allem, wenn eine ganz spezielle Tour versprochen wird: eine Woche Remmidemmi und Spaß mit tausenden Schwulen an Bord. Gay Travel, in Amerika längst ein Riesenmarkt mit speziellen Wochenenden bei Disney oder Badeferien im Club Med, mit Katalogen, die vom Starfotografen Bruce Webber in Szene gesetzt werden, und ohne jegliche Berührungsängste. Innerhalb der schwulen Community sprechen die Veranstalter vor allem die hedonistischen Partypeople an. Kein Wunder bei den wenigen Urlaubstagen der Amerikaner, die optimalen Spaß garantieren sollen.
In Deutschland ist das immer noch ein Nischenmarkt für kleine Spezialveranstalter und vor allem über das Web. In diesem Forellenteich möchte DERTour der Hecht sein. Seit dieser Woche gibt es einen eigenen Katalog Gay Travel – und ich sprach mit dem Macher Dietmar Malcherek, welches Fremdeln es vielleicht im Haus gab.
Eigentlich haben wir zwei Topthemen heute: denn ausführlich beschäftigen wir uns auch mit dem Gesundheitstourismus. Der liegt nicht im Verantwortungsbereich von Daniel Bahr. Denn es geht zunächst einmal um ausländische Gäste, die extra nach Deutschland kommen, weil wir so ein exzellentes medizinisches System haben. Über diese Privatpatienten freuen sich natürlich der Chefarzt und die Klinik, aber ebenso die Hotellerie und der Handel. Denn viele der Gäste kommen mit Familie. Und die will etwas erleben. Gerade boomt der Gesundheitstourismus in Berlin. Der oberste Tourismus-Werber Burkhard Kieker erklärt, warum.
Berlin ist natürlich nicht alleine auf dem Markt. Mitnichten. Gesundheitstourismus ist ein wichtiger Cluster, wie es heute heißt, bei den Werbemaßnahmen der DZT für ganz Deutschland. Mit durchschlagendem Erfolg, weil diese Deutschland-Gäste nicht nur finanziell potent sind, sondern auch in der Regel mindestens 14 Tage bleiben. Petra Hedorfer, oberste DZT-Werberin, hat die Zahlen für uns.
Dr. Sigrun Lang dagegen, die Präsidentin des Europäischen Heilbäderverbandes, sieht dagegen noch einen zweiten Trend. Deutsche, die über die Grenzen fahren, um sich dort vor allem günstiger behandeln zu lassen. Wobei wir als hochmedizinisch geschätztes Land eine einigermaßen skurrile Situation haben, die nicht nur Sozialdemokraten verunsichern dürfte: die Deutschen gehen über die Grenze für Kur und medizinische Behandlung, weil sie es sich sonst nicht leisten könnten, die Ausländer kommen zu uns…
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Direkt zu Beginn des Jahres gab es einige künstliche Aufreger-Themen. Ob es nun die medial wirksame aber fachlich mehr als fragwürdige Klatsche des NABU gegen die Kreuzfahrt-Reedereien AIDA oder TUI war, quasi als Dreckschleudern auf den Weltmeeren unterwegs zu sein, oder das absurde Pseudo Verbot der Wellness-Anlagen auf den sündteuren Malediven-Inseln, weil diese aus islamistisch-verquaster Sicht letztendlich nur getarnte Bordelle seien. Diejenigen, die sich trotz der Nachrichtenlage von Kairo nicht davon abhalten ließen, die Weihnachtsferien am Roten Meer zu verbringen hatten eine gute und günstige Zeit, Die Asienurlauber zum Beispiel in Thailand berichteten nun auch vom Süden eher ungewöhnlich regnerische Ferientage, die Alpen hatten an vielen Stellen endlich Schnee, und die Daheimgebliebenen in Deutschland mochten verzweifeln angesichts des nun schon Wochen anhaltenden Grusel- und Schnupfenwetters. Sie hören es wahrscheinlich auch an meiner Stimme.
In dieser Woche sind nun die Winterferien weitestgehend vorbei, das touristische Schwungrad dreht sich wieder langsam an. Für manche zu langsam angesichts immer noch etwas schleppender Buchungseingänge für den Sommer, und das Reiseradio startet entspannt ins Neue Jahr.
Ich war im Salzkammergut unterwegs auf der Suche nach wahren Werten – die man überwiegend auch mitnehmen kann. Nun gut, das sind natürlich zunächst mal die immateriellen Erinnerungen an Erlebtes und Begegnungen, wozu sich auch mein Kollege Rolf Nöckel am Ende der Sendung Gedanken macht. Aber wertiges Handwerk, mit Leidenschaft und Hingabe vor Ort produziert, ist immer noch eines der schönsten Mitbringsel; egal, ob nun aus Nah oder Fern. Vor allem dann, wenn man persönlichen Kontakt zu den Meistern haben kann und erkennt, wie viel Fachwissen und Arbeit in jedem Stück vereint ist. Solche Kleinodien, ob sie nun originale Schuhe oder Dirndl oder Getischlertes oder filigran Gebasteltes sind, entfalten zugegeben ihren wahren Reiz nur gegenüber dem neuen, stolzen Besitzer. Es ist eben die Geschichte dahinter, die für die Umgebung nicht nachvollziehbar ist. Und wir müssen uns ja alle an die eigene Nase fassen, wie sehr wir dem Preisdumping bereits erlegen sind, weil die nachgemachten Originale fernöstlicher Werkbanken den Markt billig überschwemmen.
In diesem Reiseradio geht es um die richtigen Originale von Handwerkskunst aus dem Salzkammergut. Man kann viele Qualitätsbetriebe sogar in einem gemeinsamen Reisekatalog finden namens Meisterstrasse. Mit einigen dieser Meister hatte ich sehr vergnügliche Gespräche und so werden Sie in der kommenden Stunde den einzigen, spezialisierten Klohäuschen-Tischler der Welt kennenlernen, erfahren, warum der Goiserer Schuh besser ist als all der Hightech-Kram aus dem Sportgeschäft, warum ein Oktoberfest-Dirndl nichts mit Qualitäts-Trachten vom Attersee gemeinsam hat, warum mechanische Uhren die Zeit faszinierender darstellen als der ganze Quarz-Abfall, warum in einer 3000-Seelen-Gemeinde bis zu 20 Geigenbauer arbeiteten, und warum Mode-Mutige sich in Bad Goisern ein Brillengestell aus dem Geweih eines Hirschen fräsen lassen.
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Das Reiseradio ist gerade zurück aus dem schönen, offen gestanden mir noch unbekannten Toledo, das dank der Programm-PK der Frankfurter REWE-Reiseexperten auf einmal zum Städte-Ziel wurde und neben Daten und Fakten auch noch wunderbar Sinnliches bereit hielt, wie Wein, Olivenöl und Marzipan.
Der süßen Schnüzerei angepasst war erwartungsgemäß auch der Vortrag von Michael Frese, der satte über 1,7 Milliarden Euro Umsatz vermeldete mit 125 Millionen Plus gegenüber dem Vorjahr. Zumindest im gehobenen breit aufgestellten Veranstalterbereich ist das abgelaufene Jahr also letztendlich doch so gut in den Büchern abgeschlossen worden, wie man es vor Jahresfrist erhoffte. Wie Michael Frese die Chancen für das Jahr 2012 sieht, erläutert er gleich ausführlich im Reiseradio.
Während andere Mitbewerber auf dem Markt vor lauter Konsolidierung und interner Umbaumaßnahmen weniger Kraft in Programm-Innovationen stecken konnten, hat man in Frankfurt komplett Inhouse an einem Produkt gebastelt, das zunächst einmal sehr untypisch erscheint für die Marke DERTour; aber – auch wieder im Tenor der Alleinstellungsbemühungen aller – gute Chancen hat, ein neues Segment zu etablieren: ein Familienkatalog für die Nahziele, gespickt mit gemeinsamen Aktivitätsprogrammen für Eltern und Kinder. Hier soll sich der Erfolg der Städtereisen mit ihrer Unzahl an buchbaren Zusatzmodulen in ganz anderer Umgebung wiederholen. Ich spreche darüber mit der Verantwortlichen Sabine Gerhard.
Ebenfalls die Familie als Zielgruppe entdeckt hat ein anderer Veranstalter, bei dem man das auch nicht unbedingt vermuten würde: der High-End-Luxus-Landverschicker Airtours. Denn mitnichten nur verliebte Paare oder in Ehren ergraute Eheleute lassen es gerne mal richtig krachen auf hohem Niveau. Zunehmend ist es auch zur Freude der Urlaubsmacher die Gemeinschaft Drei-Plus, die die Suiten der Nobelherbergen bucht. Madame Airtours, Kirsten Feld-Türkis, erläutert gleich das Konzept hinter dem Werben um die lieben Kleinen und gibt Einblicke in den Inner Circle, den die meisten von uns wohl auf Grund des fehlenden Buchungsvolumens nie erreichen dürften.
Wir haben im Reiseradio ja schon ausführlich über das neue TUI Hotelkonzept Viverde gesprochen. Bei der Programm-Pressekonferenz wurde deutlich, wie sehr der Branchen-Primus künftig auf seine exklusiven Angebote setzt. Stefanie Schulze zur Wiesch ist die Verantwortliche hinter den TUI-eigenen Brands. Im Reiseradio erläutert sie gleich, warum Hannover überzeugt ist, hier den Königsweg für die etablierten Full-Sortimenter zu beschreiten.
Und mein Kollege Rolf Nöckel von der Westdeutschen Zeitung hat auch wieder seine Gedanken zum Thema Reisen beigesteuert, die sich dieses Mal mehr um das Ankommen drehen. Viel Hörstoff also in dieser Ausgabe des Reiseradios. Schön, dass Sie dabei sind. Noch schöner, wenn Sie travel-radio.eu im Internet besuchen. Angesichts des Jubiläums 20 Jahre Pleite der legendären Pan Am zeigen wir schon mal vorab die Pilotsendung der amerikanischen TV-Serie über die damals wunderbare Zeit des Fliegens – und für alle unsere Zuhörer, die es diese Woche nach Südkorea zur DRV-Tagung zieht, gibt es auch noch einen Videosprachkurs für die bessere Verständigung. Da bleibt es mir nur noch, Ihnen An Nyoung zu sagen.
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Dieses Reiseradio entstand überwiegend über dem Luftraum von Indien in gut 11 Kilometer Höhe. Hoffentlich war die Luft nicht zu dünn für gute Gedanken.
WAS MIT REISEN auf dem Rückflug von der TUI Präsentation im thailändischen Khao Lak. Die hätte fast nicht unter einem guten Stern gestanden. Wegen des anhaltenden Hochwassers musste schon Bangkok abgesagt werden und auf dem Hinflug war die Air Berlin mit nahezu der gesamten TUI-Geschäftsführung und dem Großteil der deutschen Reisejournalisten an Bord abends nur um Haaresbreite gerade noch aus dem notorischen Münchener Nebelflughafen Erdinger Moos herausgekommen. Etliche andere Maschinen strandeten. München als Musterbeispiel eines intransparent geplanten Flughafens am falschen Ort führt neben der Analyse der Sommerprogramme von TUI und Öger denn auch zum zweiten Schwerpunkt dieser Sendung: die unendliche Geschichte mit dem neuen Berliner Großflughafen, der Mitte 2012 nun endgültig in Betrieb gehen soll.
Jetzt, wo es am Standort Schönefeld langsam an den Innenausbau geht und Chrom und Glas den gefühlt GRÖFAZ – größten Flughafen aller Zeiten – ein Gesicht geben, laufen sich auch die Airlines im Balzen warm. Nachdem Air Berlin zur Freude der Landespolitik ein klares Bekenntnis zur Hauptstadt abgegeben hat als – trotz plc – ortsansässiger Carrier, und mit einem Drehkreuz in der One World Familie mächtig klotzen möchte, heißt es für die seit jeher Berlin-zögerliche Lufthansa „hic BER, hic salta“. Da sitzt schon ein tiefer Stachel im Selbstverständnis der Lufthanseaten, dass ihr lästiger rot-weißer Konkurrent ihnen ausgerechnet in der wichtigsten Metropole des Landes die Schau komplett stehlen könnte. Letzte Woche folgte denn auch, charmant-lächelnd durch Passage Vorstand Carsten Spohr für das Reiseradio verpackt, die komplette Kampfansage: etliche exklusive Berlin-Flieger, fast 50 neue Point to Point Verbindungen und extrem aggressive Wettbewerbspreise.
Mal schauen, welche Girlanden Air Berlin als Retourkutsche klöppelt; wenn das angesichts des nötigen Sparprogramms von Hartmut Mehdorn überhaupt noch geht. Der neue Chief Commercial Officer der Airline, Paul Gregorowitsch, fühlte sich denn auch erst mal im Reiseradio für eine eher preisneutrale Charme-Vertriebs-Offensive zuständig.
Der Charme des Spezialisten ist es auch, der Öger Tours Sympathien und Buchungen weiter garantieren soll, trotz Einbettung in den Thomas Cook Konzern. Neben allen schmerzhaften Umbaumaßnahmen meinte es der Markt gerade gut mit den Hamburgern. Die Türkei ist schließlich die Lieblingsdestination aller Urlaubsmacher. Davon profitiert Öger und auch der neue Geschäftsführer Georg Welbers. Und das schafft Luft für Neuorientierungen. Denn so kommod die Expertise für alles rund um den Bosporus auch sein mag – die Wintersaison schwächelt Destinations-typisch enorm, und mit ihr der nötige Cash-Flow. Also wagt man sich in den Orient. Das ist zumindest politisch mutig, aber wahrscheinlich alternativlos. Aber die eigentliche Innovation ist eher infantil geprägt: der erste und einzige Rutschenkatalog der Branche für den ungebremsten Badespaß. Immer wieder verblüffend, welche Kernkompetenzen noch ungenutzt schlummern bei den Veranstaltern.
Bei diesem Spiel „wie backe ich mir die leckersten Plätzchen für jede Zielgruppe“ möchte sich naturgemäß die TUI die Butter nicht nehmen lassen aus dem Teig. Die Diversifizierung mit exklusiven Angeboten ist nun endgültig das neue Credo von TUI-Deutschland Chef Dr. Volker Böttcher. Und da muss es schon um mehr gehen, als nur eine Kamikaze-Rutsche. Bis ins Detail psychologisch ausgetüftelte, nur bei der TUI buchbare, Hotelkonzepte sollen den Marktführer wieder schützen vor den Preisattacken vor allem der Internet-Konkurrenz. Und weil man das eine tut, ohne das andere weiter außen vor lassen zu können, wird auch TUI.com zur Chefsache. Aufbruchsstimmung auf dem Tanker.
Und passend zum vielen Fliegen in, um und um dieses Reiseradio herum, hat sich mein Kollege Rolf Nöckel denn auch mal hingesetzt und sein letztes, ungewöhnliches Flugerlebnis aus der Erinnerung gekramt.
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Die Pressekonferenzen in diesen Wochen von den großen Reiseveranstaltern sind geprägt von der Nicht-Schlagzeile. Und es ist ja schon bestechend, dass die ganze Branche eigentlich nur über den Vorstoß von Peter Fankhauser debattiert über eine geprüfte Mindestqualifikation für Reiseveranstalter. Das wäre eigentlich auch noch ein DRV Thema, auch wenn es auf der Thomas Cook PK bewusst als Highlight lanciert wurde.
Aber dass es keine fetten Schlagzeilen gibt, muss ja nicht schlecht sein für die Branche. Die hat sich unisono wacker geschlagen im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz aller Malaisen und innoviert jetzt behutsam das Produkt und hofft endlich auf Synergien durch optimierte Klempnereien im System.
Sören Hartmann von Rewe Pauschal möchte sogar kräftiger wachsen nach einem Jahr der Konsolidierung, wie er es nennt. Und da wird denn auch das Preiszückerchen herausgeholt und das Angebot mächtig aufgestockt. Dazu gibt es dann noch einige Girlanden, die allesamt nicht atemlos machen. Interessant für den journalistischen Beobachter und Sie als Hörer gleich speziell dieser Ausgabe: alle Großen entdecken – Hosianna – das Internet mit den Sozialen Netzen als neue Herausforderung Nummer 1. Und alle bekennen mit einer sympathischen Naivität, dass sie da nur eines sicher wissen: dass sie nämlich so gut wie nichts wissen. Da wird sich also so einiges tun.
Dietmar Gunz von FTI hatte zumindest zwei interessante Bröckchen im Präsentkorb: real zu erlebenden, rührenden Herzschmerz auf dem alten Traumschiff, das bald wieder als FTI-Berlin an die nostalgischen Fernwehträume mit Decksteward Sascha Hehn anknüpfen möchte für die, die sich trotz Viagra nicht mehr so fit für die 2Sam-Hotels für verliebte Paare fühlen… und Nordzypern, das letzte touristische Abenteuer in Europa. Da erweist sich Gunz wieder mal als der Macher, der Visionen umsetzt, von denen die Konkurrenz noch nicht mal ahnt, dass sie bestehen könnten.
Neben Studiosus für die reiselustigen Bildungsbürger gibt es im Münchener Haus auch noch die Marke Marco Polo Reisen. Deren Klientel ist zwar auch mit Sicherheit weit oberhalb des Baumschulen-Niveaus, aber viel lebenslustiger im Amüsemang-Anspruch solcher Reisen. Da dürfen denn auch mal ohne schlechtes Gewissen Badetage angehängt werden, oder eine steinige Trümmerlandschaft am Wegesrand liegen bleiben. Vor allem junge Leute scheint das Konzept sehr anzusprechen. Und auch, wenn Chef Holger Baldus es nie so sagen würde, Marco Polo ist so etwas wie die Elite-Partnervermittlung für angehende Akademiker und junge Singles mit Niveau im Reisemarkt geworden. Spannend.
Persönliche Bandeleien sind gar nicht das Ziel von Young by FTI, und es ist auch nicht ein neuer Jugendreise-Veranstalter. Aber auch in München merkt das Management, dass es immer größere Verständigungsprobleme hat mit seinen blutjungen Azubis und den ebenso jungen Expis am Counter. Bei guter Kommunikation sollten Sender und Empfänger irgendwie synchron getaktet sein, aber wenn die Chefs eine unfallfreie Twittermeldung schon als Erfolg feiern, dann tut ein radikales Umdenken not. Auch da spielen die Frösche wieder Vorreiter, wie Managing Director Richard Reindl (über 40) gleich beredt erläutert.
Und mein lieber Kollege Rolf Nöckel, der das Teenager-Alter ebenfalls vor einigen Dekaden hinter sich ließ, wollte es noch mal wissen. Etwas über 100 Kilo Lebendgewicht in einen Neoprenanzug und dann Canyoning in Frankreich. Uups 🙂