Warum lassen Richter arme Liegestuhl-geschädigte Urlauber im Regen stehen? Warum ist es nur ein zweifelhaftes Vergnügen, von Richard Branson mit Lippenstift bedient zu werden? Warum werden jetzt kleine Kinder schon in der Security begrabscht? Warum ist die neue Flüssigkeits-Verordnung konfuser als die alte? Warum hat Innenminister Friedrich den sexuellen Fetisch Datensammelwut? Warum flieht Ralph Schiller zu FTI? Sollte er Karnevals-Jungfrau werden bei REWE? Warum gibt die Bahn 5 Milliarden für Züge aus, die wir wahrscheinlich nie erleben werden? Warum gehen uns bloß nie die Themen aus für die akustischen Bissigen Bemerkungen mit Karl Born?
„Was mit Reisen“ mit einem Programm heute, das sehr gut zu dem Medium Internet passt, das Sie ja gerade benutzen. Im Reiseradio sind wir in dieser Sendung nämlich ziemlich virtuell. Wir begeben uns in die unendlichen Weiten des touristischen Netzes, das, irgendwann einmal, die Reisebüros von heute ablösen wird. Das sollte sich jetzt gar nicht provokant anhören, aber ist nach meiner Meinung eine zwangsläufige Entwicklung, bei der es nur noch gilt, die technische Lösung, die sich nicht aufhalten lässt, mit einem sozialverträglichen, menschlichen Übergang zu verknüpfen.
Heute bereits gibt es für die Buchung einfacher, linearer Produkte wie Zugticket, Flugschein, Mietwagen oder auch Hotel kaum noch eine Alternative zur Buchung im Internet. Manchmal wird auch schon gar keine andere mehr angeboten. Und die doofen Computer, die bisher noch nicht in der Lage sind, einen komplexen Ferienaufenthalt mit Sonderwünschen halbwegs bequem und verbindlich darzustellen und buchbar zu machen, werden dazulernen. Denken Sie sich mal 10 Jahre zurück. Wie anachronistisch war zur Jahrtausendwende noch das Netz…? Wie langweilig und uncharmant viele Seiten? Wie langsam und nervtötend die Verbindung, wenn man multimediale Inhalte präsentieren wollte? Dann kann man sich vorstellen, bei der immer kürzer werdenden Halbwertzeit des technischen Fortschritts, wie wir vielleicht in fünf Jahren mit dem Internet kommunizieren werden.
Ich bin davon überzeugt, dass wir in den kommenden Jahren ein massives Sterben der klassischen Reisebüros erleben werden, bei dem – neben den puren Service-Einheiten für die Netzverweigerer – wahrscheinlich nur noch die qualifizierten Spezialisten übrig bleiben, die sich mit professioneller Beratung vor allem den Sonderwünschen und exklusiven Reiseerlebnissen einer anspruchsvollen Klientel widmen werden.
In dieser Sendung kommen nun diejenigen zu Wort, die heute das sind, was vor Jahrzehnten noch Herr TUI, Herr Neckermann und Frau Rewe darstellten. In gewisser Weise Pioniere, die neue Wege zum Ziel aufzeigen wollen.
Selbst im Internet gilt das Gesetz: wenn drei sich zusammenhocken, gründen sie einen Verein. Oder einen Verband. In diesem Fall den VIR. Den „Verband Internet Reisevertrieb“. Im Endeffekt war es eine Demonstration gegen den alten DRV, dessen langjähriger, honoriger Präsident sich erst empört weigerte und dann nicht traute, die neumodischen virtuellen Wegelagerer vor den Türen der Reisebüros in den Branchenverband zu integrieren. Unter dem neuen Präsidenten Jürgen Büchy wird sich da sicher eine Menge tun. Denn die Firmen, die Michael Buller vertritt, lassen sich eben nicht mehr in der Wertschöpfungskette ignorieren. Doch welcher schwer beherrschbare Flohzirkus sich hinter dem VIR versammelt, dazu gleich mehr im Interview mit ihm.
Ein schnörkelloses Internet-Unternehmen ist in kurzer Zeit quasi zum Goldstandard der Flugsuche geworden, wenn man schnell den günstigsten Preis für ein Ticket haben möchte: Swoodoo. So flott, wie deren Netzrobots alle möglichen Airlines abklappern und Endpreise gnadenlos checken, kann auch der gewiefteste Meister der Tarife im Reisebüro Ihres Vertrauens nicht das Schnäppchen finden. Also zumindest nicht in der Regel. Welches Geheimnis hinter Swoodoo steckt – außer dem des Namens, verrät im Gespräch Dr. Christian Saller, der CEO von Swoodoo.
Wenn es eine Website gibt, die auch Reisebüro-Expedienten bei der Beratung gerne mal ansteuern, dann ist es die von Holiday-Check. Hotelbewertungen durch die Schwarmintelligenz der User. Und die TUI könnte sich heute noch vor Wut in den nicht virtuellen Arsch beißen, dass sie ein Pilotprojekt vor vielen Jahren nicht massiv selbst gepusht haben. Was Holiday Check kann, außer Kataloglügen aufzudecken und schöne Fassaden zu entlarven, das erzählt uns gleich Ulrich Cramer von eben diesem sympathischen kleinen Unternehmen, das unbemerkt ziemlich groß geworden ist.
So, wie mein verehrter Kollege Thomas Hartung jede Nacht die vielen Meldungen aus der touristischen, publizierten Welt wie ein Trüffelschweinchen durchforstet, um Ihnen die zeitsparende „Reise vor 9“ präsentieren zu können, arbeiten im Prinzip, aber viel umfassender auch die Computer von Benjamin Jost. Sie grasen in Lichtgeschwindigkeit alles ab, was irgendwo zu einem Hotel zum Beispiel an Wertungen und Kommentaren gepostet wurde. Heraus kommt im Glücksfall der ultimative Juryentscheid. Daumen hoch, Daumen runter. Die Bewertung Ihres Vertrauens. Deshalb auch Trust You. Tolle Idee, aber kaum jemand kennt die Seite. Warum ihn das erst mal überhaupt nicht stört, damit überrascht Benjamin Jost gleich im Gespräch.
Na, und natürlich wird auch mein Lieblingsprofessor Karl Born wieder die touristische Welt kommentieren. Allerdings die reale. Und da gab es wieder mal genügend Ereignisse diese Woche, die nach einer bissigen Bemerkung rufen.
Schön, dass Sie sich wieder einlassen auf das Reiseradio. Und dass Sie keine Berührungsängste mit dem Netz haben, das wissen wir ja. Denn sonst könnten Sie uns jetzt gar nicht hören.
Warum eigentlich beraten Experten ein Jahr über Vulkanasche und ihre Risiken, um politisch bedrängt und von Lobbyisten genötigt liebe keine Meinung zu haben? Warum darf Boeing eine mögliche Materialermüdung bei den 737 Flugzeugen verschweigen mit der Begründung, man dachte eigentlich, dass sie erst etwas später auftreten würde? Warum finden immer mehr Touristen Gefallen an Ausflugsprogrammen, die nicht zu den Kodak Moments, sondern in Armenviertel und zu sozialen Brennpunkten führen? Aber warum ist es den Urlaubern gleichzeitig ziemlich wurscht, wie die politische Situation im Land ist – so lange das Hotel nett und adrett ist? All diese Fragen rufen nach Bissigen Bemerkungen von Karl Born.
Bei „was Mit Reisen“ geht es heute mehr oder weniger um kleine Fluchten und um wohlige Momente für die Erinnerung. Wobei die erste Flucht sich eher mit der strategischen Überlegung einer Fluglinie befasst. Es geht um Germanwings und ihre Entscheidung, seit dieser Woche von Berlin aus die Passagiere im Dreiländereck rund um Aachen nicht mit zusätzlichen Verbindungen nach Düsseldorf oder Köln, sondern mit dem holländischen Grenzflughafen Maastricht zu beglücken. Ohne Flugstrafsteuer und daher konkurrenzlos günstig. Flug-Flucht ausgerechnet in die Niederlande, die den phantasielosen Finanzpolitikern in Berlin vergeblich klar zu machen versuchte, dass sie sich mit dieser Steuer nur Ärger, aber keine Gewinne einhandeln werden. Im Gespräch gleich Germanwings-Geschäftsführer Thomas Winkelmann und der sich ins Fäustchen lachende Maastricht-Airport-Chef Sander Heijmans.
Für „kleine Fluchten“ stehen seit Jahren immer stärker die künstlichen Erlebniswelten. Ob sie nun Euro-Disney, Phantasialand, Rust oder auch Heidepark Soltau heißen. Geballter, wenn auch nicht billiger Spaß für die gesamte Familie. Selbst mit Hotelübernachtung und aufwändigen Shows. Das sind sozusagen konzentrierte Glücksmomente – wenngleich die, die im Marketing immer besonders herausgestellt werden, eher die sind, die einen sehr schnellen Adrenalin-Ausstoß bewirken: nämlich die spektakulären Fahrgeschäfte. Da will jetzt der Heidepark Soltau die Rollercoaster-Junkies anlocken mit der Krake. Was das ist, und warum man sie besser nicht nach Schweinshaxe fahren sollte, dazu gleich im Gespräch Hannes Mairinger, der Herr des Dive Coaster Ungeheuers.
Und dann wird es ganz lecker-sinnlich im Reiseradio. Wir haben die Krake zum Glück ja auch nur virtuell erlebt. Es geht um den Genuss des Essens und Geschmacks, der so wunderbar im Kopf hängenbleibt, wenn man schon längst wieder daheim ist. Südtirol ist so ein kulinarisches Schlaraffenland. Und weil Liebe immer durch den Magen geht, haben die Südtiroler ihre Küche und Kochkunst auch zum beherrschenden touristischen Thema 2011 gemacht. Dazu gleich Christoph Engl, der Direktor der Südtirol Marketing Gesellschaft.
Kommen wir zu einem weiterem Genussfeld. Dem olfaktorischen. Und bevor Sie jetzt zu Wikipedia stürzen. Es geht um den Geruch, die Düfte und die Verführung der Nase. Wir bleiben da in der Hauptstadt, sprechen aber nicht über die Berliner Luft mit ihrem ganz besonderen Duft. Sondern über eine Parfüm Manufaktur, bei der man heute noch das Originalparfüm von Marlene Dietrich kaufen kann. Oder sich selbst ein Duftwasser kreieren lässt, das auf ewig an den Besuch bei Frau Toni erinnert. Mit ihrer Enkelin und der Chefin der duftenden Versuchsküche, Stefanie Hanßen, unterhalte ich mich.
Und gleich darauf natürlich mit meinem Lieblingsprofessor Karl Born. Ramsis Revolverheld-Manieren, Antinoris Lufthansa-Flucht, Fiebigs Pseudo-Aufstieg bei REWE-Touristik und viel anderer touristischer Klatsch ist wieder mal Mittelpunkt in unserer kleinen Läster-Flucht.
Warum erwacht ein Verkehrsminister just in der Wahlnacht aus seinem Winterschlaf und „droht“ nun das an, was er schon vor Monaten aus Verantwortung für den Verkehrsstandort Deutschland hätte tun müssen? Nämlich die Bundesmittel für Stuttgart 21 zurückzuziehen? Warum entscheidet sich ein hochrangiger Lufthansa Manager wenige Tage vor seinem Amtsantritt in Wien, lieber den Konzern zu verlassen, als sich die AUA anzutun? Warum wird der Wechsel eines Vorstands zum Generalbevollmächtigten als Karriere verkauft, und nicht als ein Eingeständnis, dass manches nicht gut läuft bei der REWE-Touristik? Diese, und andere lästerhafte Fragen, versucht mein Lieblingsprofessor Karl Born wieder hart aber unfair zu beantworten. So, wie wir es an ihm lieben.
Was hat die Wahlentscheidung des Sonntags für Auswirkungen auf den Tourismus? Warum werden im politischen Abklingbecken Wahlverlierer immer gerne mit tollen Posten in der Wirtschaft oder bei Lobbyverbanden belohnt? Warum fällt die Schadenfreude schwer angesichts der prognostizierten Mini-Einnahmen bei der Flugsteuer? Warum ängstigt sich kein Verantwortlicher um die Gefahr, die von unterbesetzten und müden Fluglotsen ausgeht, aber sehr wohl von unschuldigen Passagieren? Warum ist es für die Türkei ein Glück, dass sie für den Sommer jetzt schon fast ausgebucht ist, angesichts einer SAT1 Dramolette dieser Woche? Warum wollen wir nicht über unsinnige Casino-Projekte im fernen Sibirien oder Bettwanzen in Londoner Nobelherbergen sprechen. Ach, es gibt wie jede Woche so viele Fragen an meinen Lieblingsprofessor Karl Born.
Erkenntnisgewinne von der ITB sind wieder Hauptbestandteile des Reiseradios. Noch einmal zusammengefasst die Trends des Reisesommers – vorgetragen aus berufenem Munde – von Petra Hedorfer bis Jürgen Büchy.
Und wer war dieses Jahr Partnerland der ITB? Richtig: Polen. Die machen das nicht altruistisch, sondern erhoffen sich einen Boom für unseren Nachbarn als Urlaubsland. Wir haben auf der ITB die Frage nun anders gestellt: was empfinden die Polen, wenn sie an Deutschland als Ferienort denken? Prädestiniert für solcherart Befindlichkeiten ist der deutsche Kabarettist und Schauspieler Steffen Möller, der in Polen lebt und dort ein TV-Star ist.
Olympia wirft schon wieder seine Schatten voraus. 2012 in London. Da freut sich vor allem DERTour. Denn London ist erstens nicht zu weit entfernt, das fördert die sportlich-ambitionierte Reiselust, und begünstigt zweitens sogar Olympiareisen, bei denen man noch nicht mal eine Übernachtung benötigt im Hotel. Auf der ITB verriet Tom Rostek für den exklusiven Ticketagenten DER seine Reisepläne. Selbst das olympische Schlafen auf einem Traum von einem Schiff wird möglich sein.
Wenn es etwas gibt, über das sich Flugpassagiere ereifern können, dann ist das – neben der Legehennen-Haltung in den Airlines – das mangelhafte Unterhaltungsprogramm an Bord. Gerade die deutschen Airlines schneiden hier nur allenfalls im Mittelfeld ab. Das könnte sich bald ändern: die Condor bekommt ab Sommer das neueste Entertainment-System installiert, das es heutzutage über den Wolken gibt. Pikanterweise gebaut von der Lufthansa Systems. Der Apfel fällt eben manchmal doch etwas abseits des Stammes runter.
Wie schon gesagt: Mein Trip nach Dublin zum Nationalfeiertag hat Spuren hinterlassen im Reiseradio: Warum die Iren immer mit so komischen grünen Hüten herumlaufen und wieso das Bier-ähnliche Getränk Guinness seine medizin-ähnliche Farbe hat, das alles wurde im Selbstversuch ohne Furcht und Tadel herausgefunden für Sie.
Heute auch wieder im Einsatz bei mir – mein kränkelnder Lieblingsprofessor. Über grotesk hohe Flugpreise aus Japan heraus unterhalten wir uns genauso, wie über immer häufiger dem Alkohol zugeneigte Piloten und manchmal ausflippendes Bodenpersonal bei den Airlines.
Wie teuer dürfen One-Way-Tickets aus Japan raus sein, bevor es anfängt, mehr als nur ein Geschmäckle zu haben? Warum liest man immer häufiger, so scheint es, über betrunkene oder zumindest schlaftrunkene Piloten? Warum sind Gäste einer gewissen irischen Airline tief drin masochistisch veranlagt? Und wie frivol darf eine Boden-Stewardess sein, wenn ein ganz-wichtig-Passagier ihr auf die Nerven geht. Karl Born und ich heben heute ab, bleiben aber auf dem Boden des fliegerischen Ungemachs.
ITB-Nachlese: Japan sickerte erst im Verlauf des Freitags langsam ins Bewusstsein. Und dann waren die Touristikprofis schon weg und überließen das Feld den Prospekte-Verteilern für das Publikums-Wochenende. Hauptthema an den Fachbesuchertagen auf der Messe unter dem Berliner Funkturm war die arabische Welt danach. Mit Skurrilitäten wie dem libyschen Stand, der latenten Verunsicherung auf allen Spielflächen Nordafrikas und des Nahen Ostens und dem extremen Bemühen von Tunesien und vor allem Ägypten, wieder business as usual zu demonstrieren.
Die Ägypter haben noch einmal bestätigt, Partnerland der ITB für 2012 zu sein, auf vielen Foren beschworen eingeflogene Touristiker die Sicherheit in den beiden Ländern, und die Veranstalter wirkten doch entspannt, dass sich der effektive wirtschaftliche Schaden der Jasmin Revolution für sie in Grenzen hielt. Dazu auch unser Topthema mit Sören Hartmann von ITS und Co, die Marktführer in Tunesien sind. Auch Michael Frese, der Chef der REWE-Bausteingruppe, äußert sich zu den ruinösen Kampfpreisen, mit denen sich die Länder gerade wieder zurückmelden und den optimistischen Erwartungen, die die Branche für dieses Reisejahr 2011 hegt und pflegt.
Ein bisschen Schuld spüren die großen Veranstalter schon, dass sie vielleicht etwas blauäugig mit den alten Regimes und ihren Günstlingen zusammengearbeitet haben, aber viel stärker und unabhängiger legt natürlich Heinz Fuchs von Tourism Watch den Finger in die Wunden des neuen, alten Ägypten-Tourismus.
Da möchte zumindest Peter-Mario Kubsch von Studiosus, der dieses Jahr nur noch mit wenigen hundert Reisenden in dieser Region rechnen kann, den Diplomaten geben, und den extremen Achterbahnkurs, den Ägypten den Veranstaltern in den letzten Jahrzehnten zumutete, mit der überwältigenden Gastfreundschaft entschuldigen, die Urlauber dort erfahren.
Dumm nur, dass „die“ Urlauber, also eben nicht die von Studiosus und Co, das Badeziel Ägypten für absolut austauschbar halten. Das hat die neue Reiseanalyse ergeben. Faktor 9,5 – also fast zehn andere Länder fallen Urlaubern ein, bei denen sie das gleiche Angebot vermuten – und das ist ein unrühmlicher Spitzenwert. Gefolgt von – ausgerechnet – Tunesien. Näheres erläutert im Reiseradio Professor Martin Lohmann von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen.
Wie gut, dass die Reiseanalyse sich auch intensiv Deutschland, der Deutschen liebsten Urlaubsziel, widmet. Tendenz zu den Rändern. Und deshalb, weil Bayern ja auch so eine – äußerst erfolgreiche – Randlage hat, ist der Wirtschaftsminister Martin Zeil extrem entzückt. Und auch über die geplanten sportlichen Großveranstaltungen, die den Tourismus erheblich fördern würden. Meint er im Gespräch.
„Darf ich dir meine Briefmarken-Sammlung zeigen…?“ Das ist total Sixties und hört sich heute irgendwie unangenehm schmierig und mit einem Hauch von Pädophilie an. Wenn mein Gesprächspartner seine Sammlung zeigen möchte, dürfte er bei sensiblen Gemütern auch eher ein schummriges Gefühl auslösen… Gerd Otto-Rieke sammelt nämlich Spucktüten aus Airlines. Zum Glück nur leere. Dafür erfahren wir extrem Spannendes aus der Welt der Tütologie.
Na ja, und raten Sie mal, wen ich auf der ITB getroffen habe? Ja klar, meinen Lieblingsprofessor. Und dann haben wir schnell ein Gespräch geführt über Irrungen und Ehrungen und Ehrgeiz auf diesem Parkett der touristischen Eitelkeiten.
Am Freitagmorgen hatten wir uns verabredet, mein Lieblingsprofessor und ich. Wieder mal wie Stadler und Walldorf wollten wir wie die Sesamstraßen-Opas von der Höhe der Halle 6.3, nämlich dem Pressezentrum, über die unmögliche aber unverzichtbare ITB ablästern. Haben wir auch getan. Noch nicht ahnend, was sich aus der ersten Erdbebenmeldung aus Japan entwickeln würde. Das sollten Sie wissen, damit Sie sich nicht wundern, dass da vielleicht was fehlt in der Rückschau. Das Gespräch heute neu führen, das ging auch nicht. Karl ist doch ITB-geschädigt und erkrankt. Gute Besserung von hier, mein Lieber. Und nun Feuer frei auf Ehrungen und Irrungen, auf einen Airline-Chef, der Marketing-Millionen für Eitelkeiten verbrennt und einen Gruselstand, der selbst hartgesottene Schönwetter-Touristiker etwas am Glauben zweifeln liess.