Touristik Talk

Wasmitreisen - Das erste Reiseradio für Profis im Internet

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Hintergrund, Klatsch und Service für Touristik-Profis

Reiseradio 082 – TUI will mit exklusiven Hotelkonzepten wachsen / Öger erarbeitet sich die ultimative Rutschen-Kompetenz / Air Berlin will Drehkreuz in Berlin / Lufthansa lockt mit point-to-point zu Kampfpreisen

Dieses Reiseradio entstand überwiegend über dem Luftraum von Indien in gut 11 Kilometer Höhe. Hoffentlich war die Luft nicht zu dünn für gute Gedanken.

WAS MIT REISEN auf dem Rückflug von der TUI Präsentation im thailändischen Khao Lak. Die hätte fast nicht unter einem guten Stern gestanden. Wegen des anhaltenden Hochwassers musste schon Bangkok abgesagt werden und auf dem Hinflug war die Air Berlin mit nahezu der gesamten TUI-Geschäftsführung und dem Großteil der deutschen Reisejournalisten an Bord abends nur um Haaresbreite gerade noch aus dem notorischen Münchener Nebelflughafen Erdinger Moos herausgekommen. Etliche andere Maschinen strandeten. München als Musterbeispiel eines intransparent geplanten Flughafens am falschen Ort führt neben der Analyse der Sommerprogramme von TUI und Öger denn auch zum zweiten Schwerpunkt dieser Sendung: die unendliche Geschichte mit dem neuen Berliner Großflughafen, der Mitte 2012 nun endgültig in Betrieb gehen soll.

Jetzt, wo es am Standort Schönefeld langsam an den Innenausbau geht und Chrom und Glas den gefühlt GRÖFAZ – größten Flughafen aller Zeiten –  ein Gesicht geben, laufen sich auch die Airlines im Balzen warm. Nachdem Air Berlin zur Freude der Landespolitik ein klares Bekenntnis zur Hauptstadt abgegeben hat als – trotz plc – ortsansässiger Carrier, und mit einem Drehkreuz in der One World Familie mächtig klotzen möchte, heißt es für die seit jeher Berlin-zögerliche Lufthansa „hic BER, hic salta“. Da sitzt schon ein tiefer Stachel im Selbstverständnis der Lufthanseaten, dass ihr lästiger rot-weißer Konkurrent ihnen ausgerechnet in der wichtigsten Metropole des Landes die Schau komplett stehlen könnte. Letzte Woche folgte denn auch, charmant-lächelnd durch Passage Vorstand Carsten Spohr für das Reiseradio verpackt, die komplette Kampfansage: etliche exklusive Berlin-Flieger, fast 50 neue Point to Point Verbindungen und extrem aggressive Wettbewerbspreise.

Mal schauen, welche Girlanden Air Berlin als Retourkutsche klöppelt; wenn das angesichts des nötigen Sparprogramms von Hartmut Mehdorn überhaupt noch geht. Der neue Chief Commercial Officer der Airline, Paul Gregorowitsch, fühlte sich denn auch erst mal im Reiseradio für eine eher preisneutrale Charme-Vertriebs-Offensive zuständig.

Der Charme des Spezialisten ist es auch, der Öger Tours Sympathien und Buchungen weiter garantieren soll, trotz Einbettung in den Thomas Cook Konzern. Neben allen schmerzhaften Umbaumaßnahmen meinte es der Markt gerade gut mit den Hamburgern. Die Türkei ist schließlich die Lieblingsdestination aller Urlaubsmacher. Davon profitiert Öger und auch der neue Geschäftsführer Georg Welbers. Und das schafft Luft für Neuorientierungen. Denn so kommod die Expertise für alles rund um den Bosporus auch sein mag – die Wintersaison schwächelt Destinations-typisch enorm, und mit ihr der nötige Cash-Flow. Also wagt man sich in den Orient. Das ist zumindest politisch mutig, aber wahrscheinlich alternativlos. Aber die eigentliche Innovation ist eher infantil geprägt: der erste und einzige Rutschenkatalog der Branche für den ungebremsten Badespaß. Immer wieder verblüffend, welche Kernkompetenzen noch ungenutzt schlummern bei den Veranstaltern.

Bei diesem Spiel „wie backe ich mir die leckersten Plätzchen für jede Zielgruppe“ möchte sich naturgemäß die TUI die Butter nicht nehmen lassen aus dem Teig. Die Diversifizierung mit exklusiven Angeboten ist nun endgültig das neue Credo von TUI-Deutschland Chef Dr. Volker Böttcher. Und da muss es schon um mehr gehen, als nur eine Kamikaze-Rutsche. Bis ins Detail psychologisch ausgetüftelte, nur bei der TUI buchbare, Hotelkonzepte sollen den Marktführer wieder schützen vor den Preisattacken vor allem der Internet-Konkurrenz. Und weil man das eine tut, ohne das andere weiter außen vor lassen zu können, wird auch TUI.com zur Chefsache. Aufbruchsstimmung auf dem Tanker.

Und passend zum vielen Fliegen in, um und um dieses Reiseradio herum, hat sich mein Kollege Rolf Nöckel denn auch mal hingesetzt und sein letztes, ungewöhnliches Flugerlebnis aus der Erinnerung gekramt.


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Rutschenkompetenz fürs Leben

Direktlink: Gespräch mit Dr. Georg Welbers 02

Reiseradio 020 – Sören Hartmann als Säulen-Heiliger / Peter Wennel als gefühlter Qualitätsführer / Boris Raoul als Kostensenker / Karl Born als DZT-Bemitleider

Schland, oh Schland, wie schön, das Ferienmachen kann wieder losgehen. Rechtzeitig zur Reisesaison macht die touristische Industrie drei Kreuze: Endlich ist Fußball vorbei.

Aber zunächst war die vergangene Woche, so wie auch diese, sehr Veranstalter-lastig. Pressekonferenzen für die Winterprogramme. Sören Hartmann hatte seine Premiere als Chef der REWE-Touristik und fand mehr alsdeutliche Worte in Richtung Bundesregierung, die derzeit gerade touristische Entscheidungen fern von Sachkenntnis fällt und in eine Art „Basta-Politik“ zurückfindet.

Sein Kollege Boris Raoul von FTI unterstrich wieder einmal mehr, dass die Münchener immer für einen Aufreger gut sind in der Branche. Nun konnte man zwar heraushören, dass der Gold-Ausflug eher bronzig blieb, aber nun schreckt man auf mit neuen Asien-Katalogen – und vor allem einem Thailand-Prospekt, das erst in Wochen auf den Markt kommen soll, mit dann konkurrenzlos günstig nachverhandelten Preisen. Thailand-Urlauber, also lieber noch ein wenig warten mit der Buchung…

Ja, und auch Aldiana meldete sich zu Wort. Zu spät für den Katalog wurde nach Landskron auch noch Bad Griesbach hinausgeworfen. Peter Wennel möchte seine Clubs als Qualitätsführer im Premiumsegment platzieren. Da wird Robinson einen Schluckauf bekommen, aber der neue starke Mann bei Aldiana ist selbstbewusst. Und wenn es nur darum geht, die Braut gehörig aufzuhübschen für vielleicht doch eine neue Mutter…

Und wenn man daheim bleiben möchte in Deutschland? Das ist das Thema heute im Gespräch mit Karl Born. Die phänomenalen Zahlen im Deutschlandtourismus – trotz oder wegen der DZT? – und der Erfolg von Berlin, der die Stadt unerreichbar zu machen scheint auf der deutschen touristischen Bestenliste.