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Ihr Reiseradio mit dem schönen Titel „was mit Reisen“ hat in dieser Ausgabe, der Nummer 67, wirklich die volle, so wundervolle, Bandbreite des Reisens zu bieten. Ich spreche gleich mit einem jungen Mann, der ein ganzes Jahr unterwegs war unterhalb der Radarschwelle selbst des günstigsten Reiseveranstalters, selbst in Ländern, von denen Guidos Behörde ausdrücklich abrät, und der das Ganze in einem Reiseblog sehr eindrücklich in Worten, Bildern und mit Videos festgehalten hat. So professionell, dass es dafür jetzt sogar den Grimme Online Award gab.
Das, was Johannes Klaus erlebt hat, ist so ungefähr am anderen Ende der Nahrungskette, wenn man sich den feinen Veranstalter Airtours vorstellt. Der agiert in einem Kundenumfeld, das man selbst noch nicht mal als Gipfel der Reiselust definieren möchte, sondern als absolute Spitze. Wie dünn die Luft da oben ist, das möchte ich gleich von Kirsten Feld-Türkis erfahren, der – schon mal vorweggenommen – sehr erfolgreichen Managerin dieser Luxusmarke.
Wahrend wir im Reiseradio über die Hintergründe des Reisen berichten, versucht das neue Reisemagazin jwd – in Berlin und um Berlin herum ist das die bekannte Abkürzung für „janz weit draußen“ – Reisen aus der Sicht der Bereisten zu vermitteln. Aber es geht nicht um die sozialen Auswirkungen von Touristen in Eingeborenen-Dörfern; nein, bei jwd möchte man Kreative zu Wort kommen lassen, die Tipps über ihren Wohnort geben. Ob das als Reisemagazin funktioniert, und wie der Vertrieb aufgebaut ist mit vor allem Gratisexemplaren, darüber unterhalte ich mich mit Herausgeber Frank Grafenstein.
Und Karl ist heute auch wieder mit an Bord.. und über einiges, was an Bord passieren kann, und vor dem Boarden gibt es viele bissige Anlässe für noch bissigere Bemerkungen.
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Warum bietet die Bahn Kurse für Ihre Kartenautomaten für ältere Menschen an, anstatt sie mit ihren Bedürfnissen als Kunden ernst zu nehmen? Wie muss man das finden, dass die Bahn über erfolgreich bestandene Stresstests bei Stuttgart 21 kommuniziert, ohne, dass das neutrale Institut das bestätigen kann? Wieso reichen zwei Krähen aus, um eine Bahnstrecke stillzulegen, und sind solche Situationen auch stressgetestet? Wieso erlaubt sich die Lufthansa in Barcelona einen schlechteren Service, als jede Ramsch-Airline? Wieso muss man in neuen Flughäfen zwangsweise an Geschäften herumflanieren, weil man erst in letzter Minute das Gate gesagt bekommt? Wieso kümmert sich niemand auf Malle um die unsägliche Raubserie am Flughafen? Wieso klagen nur zwei Airlines gegen die Bundesregierung auf Schadenersatz wegen des katastrophalen Aschewolken-Krisenmanagements? Und wieso können in New York auf JFK kreuzende Schildkröten einfach nur im laufenden Betrieb aufgesammelt werden, während bei uns für jeden humpelnden Hamster millionenteure Umgehungsbauwerke geplant werden müssen? Es gibt viel zu beißen heute mit meinem Lieblingsprofessor Karl Born…
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Das Reiseradio ist etwas ermattet. Über 40 Grad heute im Schatten, den es hier eh kaum gibt. Wir sind gerade in Dubai. Und bevor Sie jetzt als Touristiker kurz aufschrecken: nein, Sie haben keinen Termin für wieder mal einen neuen Superlativ am Golf verpasst. Es war eher so eine spontane Idee, jetzt, wo Air Berlin nonstop aus Berlin fliegt, und man schon nach etwa 6 Stunden im Wonderland von Scheich Al Maktum landet. Rundherum im Nahen und Mittleren Osten brodelt es – mit katastrophalen wirtschaftlichen Folgen gerade auch in den Länden, bei denen der Tourismus das Einkommen sichert – und Dubai ist wieder mal dabei, nach der Wirtschaftskrise den Phönix aus der Asche zu performen. Trotz Nebensaison. Es brummt hier, Hotels nahezu ausgebucht, und der alte Spruch gilt umso mehr: Dubai ist für Deutschland im Winterhalbjahr die naheste sichere und Sonnensichere Destination. Auch für Familien. Und deshalb gleich ein Gespräch mit dem Manager Kyp Charalambous. Er arbeitet im – immer noch – Signatur-Hotel des Golfstaats: im Atlantis-Komplex auf der Jumeirah Palme.
Wenn man in der so genannten Altstadt von Dubai das historische Museum besucht, dann mag man es angesichts des Overkills an Wolkenkratzern kaum glauben, dass noch vor 50 Jahren neben den Beduinenzelten nur ein paar ziemlich schäbige Fischerhütten am Creek standen. Damals hätte noch niemand auch nur im entferntesten gedacht, dass sich an gleicher Stelle einmal die modernste Metropole des Mittleren Ostens ausbreiten würde. Städtebaulich gesehen, wahrscheinlich sogar eine der modernsten Metropolen der Welt. Und wenn es damals schon die CBI des Niederländischen Außenministeriums gegeben hätte – eine Art Task Force mit Experten, die Entwicklungsländern Tipps und Hilfe geben, wie sie ihr Land bei uns in Europa optimal präsentieren und vermarkten können – dann wäre es zumindest denkbar gewesen, dass ein Mann, so, wie Wolfgang Coym, sich in eines der Beduinenzelte gehockt hätte, um den Scheichs Nachhilfe-Unterricht zu geben, wie man das Land präsentieren sollte, um touristisch wie aus 1001 Nacht zu wirken. Es hat, der Petrodollars sei Dank, auch so geklappt. Und Wolfgang Coym sitzt weiter nicht bei Scheichs, sondern armen Schluckern. Sie wollen alle ein Stückchen abhaben vom touristischen Kuchen, wissen aber nicht wie. Im Reiseradio erzählt der Urlaubsberater, worauf es ankommt.
Es ist schon Ironie, dass ausgerechnet ein Land wie die Vereinigten Arabischen Emirate, das geradezu prädestiniert wäre für die erneuerbare Sonnenenergie, auf einem riesigen Erdöl-See sitzt und deshalb für das Energie-Sparen in der Regel nur ein leichtes Lächeln übrig hat. Ja, es gab hier auch mal einen Preis für „Grünen Tourismus“, aber eine Zweitauflage befindet sich mangels Masse erst mal in der Warteschleife. Und so werden in der Wüste weiter die offenen Wartehäuschen der Bushaltestellen gekühlt, die riesigen Golfplätze besprenkelt, und die Fontänen und Pools der Wasserparks und Hotelresorts gaukeln paradiesische Oasen-Wollust vor.
Wenn also Martin Frey, ein Journalisten-Kollege mit Fachgebiet „Erneuerbare Energien“ den Auftrag bekommen hätte, einen Reiseführer zu schreiben für Touren zu den interessantesten Energieprojekten am Golf, dann wäre wahrscheinlich nur eine hauchdünne Broschüre herausgekommen. Aber er durfte sich am Musterland Deutschland austoben – für einen neuen Baedeker, der an Stelle von Kirchen, Klöstern und Kodak-Moments Solaranlagen, Windparks und Wärmepumpen-Attraktionen auflistet. Auch eine Art von Tourismus, sich so etwas anschauen zu wollen. Martin Frey ist vom Erfolg des Bändchens überzeugt – und deshalb unterhielt ich mich mit ihm.
Und dann haben wir noch – auch irgendwie passend zum Ort Dubai – das Gespräch mit Louis Palmer, der mit seinem Solarmobil einmal um die Welt kurvte, Rolf Nöckel denkt wehmütig an seine alte mechanische Kamera, und was er mit ihr auf seinen Reisen so alles erlebte, und zusammen mit meinem Lieblingsprofessor Karl Born versuche ich wieder, die touristische Woche zu vertiefen, die einen angesichts des immer vermeldeten Buchungsbooms doch einigermaßen ratlos zurückließ, warum die Wirtschaftszahlen der meisten Veranstalter so unendlich mau sind.
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Warum muss man sich jetzt aufregen über die Dänen, die noch vor den Ferien an den Grenzen wieder Kontrollettis postieren wollen? Warum ist Strandliegen-Besitzer zu sein in Italien ein Traumjob, wenn man die richtigen Leute in der Politik kennt? Warum gibt es erst jetzt Knöllchen fürs Ballermann-Grölen? Warum gibt es in diesen Tagen so viele touristische Verlierer? Ägypten, Air Berlin, TUI, Thomas Cook….? Und das, wo es doch dem Tourismus wieder so gut geht… Das bedarf professoraler Antworten und ein Skype Gespräch mit Karl Born.
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Das Reiseradio heute ist familienfreundlich. Oder besser gesagt, wir gehen der Frage auf den Grund, wie Familien sich den idealen Urlaub vorstellen. Und da fängt es schon an. Die Familie ist das unbekannte Wesen im Tourismus – weil sie von Patchwork bis plärrender Großfamilie jede Größe und soziale Klasse einnehmen kann.
Die Antwort für die perfekten Familien-Ferien fällt entsprechend Interessen-getrieben aus. Oliver Müller–Dukat, der für die TUI die Familien von unten her abschöpft, sieht bei 1,2 Fly vor allem den value for money. Klar, wer schon einmal als Familienoberhaupt mit 2.500 Euro brutto anfing zu rechnen, was zwei Wochen kosten inklusive tausend Extrawünschen, der ist schon urlaubsreif, bevor es losgeht. Bei 1,2 Fly soll es günstig und gut sein. Aber auf keinen Fall langweilig. Zum Glück ist Oliver Müller Dukat begeisterter Rutschen-Fan. Davon profitieren jetzt die Budget-Familien.
Volker Schmidtgen, der bei Thomas Cook die Konzeptprodukte betreut, muss sich als Nichtfamilienmensch trotzdem in diese Zielgruppe hineinversetzen. Vielleicht ist das auch der sublim versteckte Grund, warum bei den neuen Neckermann Familiy Clubs, die Kinderbetreuung so ausgeweitet wurde, dass die Eltern vor allem abends viel Zeit für sich haben. Natürlich nur, um in Ruhe zu essen. Ein Schelm, wer anderes denkt.
Aber genau daran denken, behaupte ich einfach mal ohne gesicherte Umfrage-Erkenntnisse, viele Eltern, die auch ganz gerne mal ohne Gefahr aus dem Nachbarzimmer – wenn es das überhaupt gibt, und nicht das lusttötende Beistellbett – kuscheln möchten. Die sind dann im nächsten Jahr mit großer Begeisterung bei den Jugendreise-Veranstaltern wie RUF. Behauptet zumindest Dirk Föste von eben diesem. RUFs Spezialgebiet sind tolle Ferien für Kinder ohne Eltern. Was das bedeutet, und wie man die von den Eltern für sich selbst ersehnte Romantik möglichst bei den Jugendlichen unterbindet, bevor die Herzen und anderes zu sehr glühen, das erfahren Sie auch gleich im Reiseradio.
Natürlich ist Karl Born wieder dabei. Ich dachte mir einfach, wir nehmen das Unwort des Jahres… alternativlos, und durchsuchen damit die Meldungen dieser Woche nach Skurilitäten, bei denen es keine Alternative gab, als sie genüsslich lästernd zu sezieren.
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Warum entdeckt man vor der Saison auf einmal 11.000 Ratten vor Mallorca? Warum entdeckt man nach der Saison die Kadaver-Ursache für die selbst provozierten Hai-Angriffe in Ägypten? Warum sollen Reisebüro-Expedienten Lust haben, Traumschiff-Statisten zu werden? Warum entwickelt ein Tourismusminister anscheinend Expertise im Drogenschmuggel? Warum ist ein Hotel aus Müll Kunst, ein schmutziges Hotelzimmer aber Ärgernis? Und warum ist es so unsagbar ärgerlich, wenn ein geschasster Bahnmanager, der die Deutsche Bahn fast an den Rand des Kollapses geführt hat, behauptet, sie doch nur gerettet haben zu wollen?
Bei manchen Themen der Woche ist es einfach alternativlos. Karl Born und ich müssen sie verwursten.
Und ach ja, sorry in eigener Sache… Ich war noch etwas in Urlaubsstimmung… Und hab doch wirklich vergessen, mein Studiomikro anzuknipsen. Zum Glück war das Mikro von der Webcam noch an. Und zum größeren Glück kommt Karl klar und scharf wie immer über den Sender.
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Diese Woche noch einmal Reiseradio, frisch produziert aus Amerika, und zwar aus dem manchmal kühlen, aber doch überwiegend sonnigen South Beach Miami. Sonniger Urlaub, das war wohl auch die Intention fast aller Touristen, die an diesem Wochenende fast fluchtartig aus dem Reiseland Tunesien – ja, man muss es fast schon so sagen – evakuiert wurden.
Tunesien ist in der Klassifizierung der Veranstalter eher eine unbeschwerte Badedestination. Etwas aus der Mode gekommen, aber immer noch beliebt – vor allem bei denjenigen, die auch auf den Preis schauen müssen. Und nun war auf einmal nichts mehr mit Aladins Billigparadies und der Wunderlampe… Verstörende Bilder in den Nachrichten, eskalierende Ausschreitungen und brutale Polizeieinsätze, Brände, Tote, Verletzte. Dieses Mal entscheid Thomas Cook als Erster: die Urlauber müssen raus. Nicht, weil Neckermann Gäste besonders ängstlich sind, sondern weil die Lage einfach nicht mehr zu überblicken war. Mittlerweile dürften alle Touristen wieder daheim sein. Im Reiseradio gleich Mathias Brandes, der Kommunikations-Chef von Thomas Cook, über die dramatischen Stunden der Entscheidung am Freitag.
Schwerpunkt im Reiseradio sind diese Woche aber neue Hotelkonzepte der Veranstalter. Der Markt ist komplizierter geworden. Früher gab es Sterne zur Orientierung. Und dann gab es noch so Exoten, wie die Ferienclubs. Heute wird der Urlauber quasi seziert, um herauszufinden, wo er denn wirklich gerne seine Ferien verbringt. Lebensstile, Werte und Bedürfnisse werden dabei erforscht; genauso wie soziodemografische Daten. Und wenn alles gut geht, dann backen die Veranstalter aus den Erkenntnissen Hotel- und Angebotswelten, die perfekt zur jeweiligen Zielgruppe passen. Die Hotelsterne sind nur noch Nebensache dabei.
Ein völlig neues Produkt verlässt in wenigen Wochen den Ofen der TUI in Hannover: die Pura Vida Hotels. Das ist neben Sensimar schon wieder so eine Begrifflichkeit, die auch aus der Design-Lebensmittelwelt stammen könnte. Aber es ist ein Hotelkonzept, das großes Potential hat, wenn es sich tatsächlich so umsetzen lässt, wie es am Design-Reissbrett geplant wurde. Ein Hotel, wo man alles findet, von Aktivität bis kuscheliger Romantik und Zweisamkeit, räumlich getrennt und doch vereint – für die ich-will-alles-Generation. Ob da wirklich mehr draus werden kann, als nur Marketinggeklingel, dazu befrage ich gleich die verantwortliche TUI-Managerin Stefanie Schulze zur Wiesch.
Auch bei Thomas Cook gibt es ein interessantes neues Hotelkonzept. Wer bisher nämlich im Urlaub sportlich aktiv sein wollte, der konnte entweder golfen, oder, wenn sein Sexleben noch in Ordnung war, in den Gesund & Glücklich Anlagen die drei Säulen Bewegung, Ernährung und Erholung mit relativ wenig Anstrengung erleben. Nun gibt es ab der Sommersaison 10 Cooks Sport Clubs. Und da wird geschwitzt. Dafür sorgt schon der sportliche Chefcoach Frank Busemann; immerhin Silbermedaillen-Gewinner bei Olympia im Zehnkampf. In habe ich gleich am Mikrophon, und er erklärt, welches Trainingsprogramm auf die ambitionierten Gäste zukommt.
Zwei Premium-Clubmarken sind in Deutschland fest etabliert: Robinson und Aldiana. Club Med, die Urmutter, tut sich nach wie vor schwer. Und dann gab es noch die etwas ulkige Marke aus Österreich: Magic Life, mit den zu späterer Stunde immer etwas zu lauten, angeschickerten, weil all-inclusiv, Wienern an der Club Bar. Mittlerweile ist Magic Life komplett TUI. Und das heißt man muss die Marke vorsichtig positionieren, damit sie einerseits Robinson nicht angreift, aber nach unten noch Abstand lässt zu den vielen Ferienhotels, die mittlerweile auch mächtig Clubleben imitieren. Wie das funktionieren soll, darüber habe ich mich mit der TUI-Projektleiterin Maike Möllemann unterhalten.
Und mit Karl Born geht es nachher natürlich auch um Tunesien, um eine ziemlich freche Kundenfang-Aktion des Deutschen Anwalt-Vereins auf Kosten der Reiseindustrie, um die wundersamen Karriere-Mäandrierungen eines Jürgen Marbach, um Katzenberger und Hotel-Pornos, was man jetzt aber nicht unbedingt in einem Atemzug denken soll…. 🙂