222 Kilometer rennt Norman Bücher durch den brüllend heißen und nicht ungefährlichen Regenwald. Ich hoffe, dass demotiviert jetzt gleich nicht meinen Lieblingsprofessor Karl Born, der so stolz auf seine überlebten Halbmarathons ist, für die er so viele sonntägliche Sahnetorten entbehren musste. Kein Wunder, dass er letzte Woche empört war über dasangebliche Speckröllchen Piepsen des Nacktscanners am Flughafen in Zürich. Logisch, darüber müssen wir noch ein wenig lästern. Und über Stuttgart 21, unser zweites Dauerthema neben dem Sicherheits-Check-Unsinn auf den Flughäfen dieser Welt.
Was Sie schon immer über Flusskreuzfahrten wissen wollen, aber bislang nicht zu fragen wagten. In diesem Reiseradio werden wir es Ihnen erzählen. Drei der Big Player auf dem Markt stellen sich anlässlich der Taufe der TUI Sonata in Köln zu einem ausführlichen Gespräch und lassen sich in die Karten schauen, warum dieses beschauliche Reisen, das jahrelang als Senioren-Landverschickung geschmäht war, auf einmal mit Sexappeal aufgeladen wird. Nun ja, sagen wir mal, was sich der brave Deutsche so unter Sex vorstellt…
Im Gespräch nachher Dr. Völker Böttcher. Er gab das OK, dass die alte Tante TUI sich endlich mal wieder auf den Fluß wagt. Andreas Michael Casdorff, der neue Kapitänsleutnant aus Hannover, der den TUI-Smileys auf den FlüssenLeben und Profit einhauchen muss. Lars Clasen, der aus dem fernen Rostock einigermaßen gelassen zuschaute, wie seineA-rosa Flotte deutsche Konkurrenz bekommt. Und Guido Laukamp von Viking River Cruises, der als einziger mit seinen internationalen Gästegruppen jonglieren muss, und sich deshalb erst gar nicht dem national-geschmäcklerischen Schönheitswettbewerb auf dem Wasser stellen mag, sondern lieber der Erlebnismeister an Land sein mag…
Alle haben derzeit dasselbe Problem. Auf den Flüssen kräuselte sich auf den letzten Monaten das Wasser ziemlich ungemütlich. Man musste schon Anstrengungen unternehmen, um die vielen Kabinen voll zu bekommen.
Und Karl Born ist heute auch wieder dabei – aus seinem beschaulichen Urlkaubsdomizil auf Lanzarote zugeschaltet. River-View gibt es noch nicht – eine echte Marktlücke für Google – aber die virtuelle Realität und die reale Aufgeregtheit darüber – das wird Thema unserer Lästerei sein.
Bei Google Earth die Kölner Frankenwerft eingegeben und schon konnte ich mich virtuell aus dem All bis an den Anleger 3 herunterstürzen… Selbst die Anzahl der Liegestühle auf dem Sonnendeck des Schiffes, das da gerade vor Anker lag, konnte man zählen, so hoch ist die Auflösung. Gab es eine weltweite Bürgerbewegung dagegen? Müsste mir entfallen sein. Aber jeder Datenschutz-Hansel, und wer sich selbst dazu berufen fühlt, dreht gerade durch, wenn die Sau „Google Street View“ durchs mediale Dorf getrieben wird. Also Satellit umprogrammiert auf Lanzarote, Hotel XXZ, und mal schauen, was mein Lieblingsprofessor Karl Born gerade treibt…
Das Bergfest der Sommersaison haben wir ja schon überschritten. Für die Profis ist alles schon gelaufen; bis auf den Rest, der noch irgendwie verramscht wird. Gewinner und Verlierer des Sommers stehen fest.
Ein Gewinner, auch gerade wegen des tollen Wetters, das wir hatten, ist Deutschland als Destination. Und im Sommer vor allem die Küste, und da die boomende Ferienregion Mecklenburg Vorpommern. Bernd Fischer als Geschäftsführer des Tourismusverbandes ist einer der erfolgreichsten Urlaubsmanager Deutschlands. Mit ihm habe ich mich unterhalten über die Herausforderungen, für eine Region gutes Marketing zu machen – aber auch über die Hintergründe, warum man der DZT nicht mehr zutraut, auch in Deutschland für das Zielgebiet Deutschland werben zu können.
Es müssen ja nicht immer die großen Attraktionen sein. Sommerzeit bedeutet Kultursaison auf dem Land. Da werden die Bretter, die die Welt bedeuten, auf allen möglichen Dorfangern für Shakespeare und Co. gezimmert und in Scheunen, auf Wiesen und vor Schlössern wird munter musiziert. Wir haben uns für das Reiseradio mal etwas Ungewöhnliches herausgepickt, was letztes Jahr übrigens Weltpremiere hatte. Ein Klassikkonzert auf einer Golf-Driving-Range, bei dem die Golfspieler Teil der Musik sind. Was da genau passiert am 11. September im Land Fleesensee, wenn das Ereignis noch einmal stattfindet, das verrät uns Daniel Bojahr der Hotelchef des Radisson Blu Schlosshotels Fleesensee.
Musik ist für viele ein Reisegrund, Kultur allgemein, und deshalb beleuchten wir stellvertretend noch ein zweites Ereignis. Dieses Mal geht es um einen Schriftsteller, Oskar Wilde, mit vor allem einem Roman. Oskar Wilde wurde in Dublingeboren. Der irische Botschafter in Berlin, Dan Mulhall, ist ein Fan von ihm. Er liest nicht nur für das Reiseradio die Schlüsselszene aus eben diesem Roman, sondern wirbt auch dafür, im Sommer auf den Spuren von Oskar Wilde durch Dublin zu wandeln.
Auch mein Lieblingsprofessor ist jetzt urlaubsreif. Aber bevor es ihn in sein Domizil auf Lanzarote zieht, werden wir uns noch unterhalten über die neue Unsitte von Hotels vor allem in Amerika und der Karibik, ähnlich wie die BilligfliegerGebühren für alle möglichen Dienstleistungen zu verlangen. Ob sich hier ein unseliger Trend etabliert?
In Amerika und der Karibik macht sich neuerdings ein Verbraucher-unfreundlicher Trend in Hotels breit. Ähnlich, wie bei den Billigfliegern gibt es den Grundpreis, und am Ende werden auf den Rechnungsbetrag noch unzählige Gebührenaufgeschlagen: vom Trinkgeld für Kofferträger und Pool-Service, Klimaanlagen-Obulus, bis hin zu saftigen Service- und Reinigungs-Pauschalen. Das ist das Thema heute mit dem urlaubsreifen Karl Born – der schnell noch einmal nachschaute. In seinem Hotel ist zum Glück alles inklusive…
Nach den Programm-Präsentationen der letzten Wochen geht es in dieser Sendung um guten Journalismus – ein Gespräch mit den beiden jungen Gewinnern des Meridian-Preises für Reisereportagen. Und um schlechten Journalismus in den Bemerkungen mit Karl Born: über das neue Ekel-Reise-TV bei den privaten Kommerzsendern und über fragwürdige Umfragen und Studien, mit denen sich touristische Pressestellen wie trojanische Pferde in die Reiseteile schleichen wollen.
Es geht um Sri Lanka. Das schöne Land, das sich wieder einmal auf die touristische Landkarte wagt. Matthias Rotter, der Chef von Meier’s Weltreisen und Kenner der Region, verrät uns, was man im ehemaligen Ceylon nun erwartenkann.
Und es geht um einen digitalen Helfer, den die Hörer des Reiseradios sicher bald nicht mehr missen möchten: Den Account bei www.memonic.com, der ihnen hilft, zum Beispiel persönliche Reiseführer aus vielen Internetquellen zusammenzustellen. Entweder für die eigene Reise, wenn man schwere Literatur nicht mitschleppen möchte, oder auch als Gruppenreiseleiter, wenn man damit seine Gäste bereits vorab auf eine Tour einstimmen kann.
Um schlechten Journalismus geht es in den Bemerkungen mit Karl Born: über das neue Ekel-Reise-TV bei den privaten Kommerzsendern und über fragwürdige Umfragen und Studien, mit denen sich touristische Pressestellen wie trojanische Pferde in die Reiseteile schleichen wollen.
Alle hatten dichtgehalten wegen der Börse. Montagfrüh platzte die Bombe: Öger geht zu Thomas Cook. Die Türkei als Ziel wird immer wichtiger für Oberursel. Am Ende wurden die Verhandlungen sehr persönlich. Ob nun mit Tee und Baklava, das wollte Peter Fankhauser zwar nicht ausdrücklich bestätigen, aber man konnte erfühlen, dass es nicht nur um nackte Zahlen ging.
Die Zahlen müssen zwar stimmen, aber Cheftouristiker Michael Tenzer darf wieder ein wenig spielen mit der Ware Urlaub. Thomas Cook Reisen wird bewusst breiteraufgestellt und demokratisiert im Hause das Luxus-Label. Frage ist, wie die künftige Abgrenzung zur Butter-und-Brot-Marke Neckermann geführt wird.
Kleine, feine Bauklötzchen für die Urlaubsreise – so verdient DERTour seit Jahren überdurchschnittlich gut in der Branche. Diesen Sommer gab es durch die WM-Müdigkeit der Fans einen leichten Dämpfer im angestammten Geschäft der Event-Reisen, aber das machte augenscheinlich nichts aus beim Sammeln von Marktanteilen. Michael Frese schaut lieber nach vorn – mit dem IPad in der Hand. Da drauf sind nämlich jetzt alle Kataloge. Ein gewichtiges Argument für eine neue Zeitrechnung.
Karl Born ist pessimistisch, ob die Bahn sich ändern wird in der nächsten Zeit. Mehdorn und seine Kumpane haben das Unternehmen so ruinös ausgebeutet für den Börsengang, dass die Service-Orientiertheit angesichts all derWartungs-Baustellen noch lange auf der Strecke bleiben wird. Neues Denken ist angesagt im Bundesunternehmen – auch wenn es bei der Hitze schwerfällt.
Professor Karl Born glaubt nicht, dass die Bahn auf absehbare Zeit ihre Probleme in den Griff bekommt. Die Hitze hat die Spitze des Eisbergs nur zum Schmelzen gebracht. Versagen hat einen Namen – Mehdorn – und ein Projekt: Börsengang. An dieser Kombination – so meint er – werden sich die Service-Mitarbeiter noch lange die Zähne ausbeißen.
Schland, oh Schland, wie schön, das Ferienmachen kann wieder losgehen. Rechtzeitig zur Reisesaison macht die touristische Industrie drei Kreuze: Endlich ist Fußball vorbei.
Aber zunächst war die vergangene Woche, so wie auch diese, sehr Veranstalter-lastig. Pressekonferenzen für die Winterprogramme. Sören Hartmann hatte seine Premiere als Chef der REWE-Touristik und fand mehr alsdeutliche Worte in Richtung Bundesregierung, die derzeit gerade touristische Entscheidungen fern von Sachkenntnis fällt und in eine Art „Basta-Politik“ zurückfindet.
Sein Kollege Boris Raoul von FTI unterstrich wieder einmal mehr, dass die Münchener immer für einen Aufreger gut sind in der Branche. Nun konnte man zwar heraushören, dass der Gold-Ausflug eher bronzig blieb, aber nun schreckt man auf mit neuen Asien-Katalogen – und vor allem einem Thailand-Prospekt, das erst in Wochen auf den Markt kommen soll, mit dann konkurrenzlos günstig nachverhandelten Preisen. Thailand-Urlauber, also lieber noch ein wenig warten mit der Buchung…
Ja, und auch Aldiana meldete sich zu Wort. Zu spät für den Katalog wurde nach Landskron auch noch Bad Griesbach hinausgeworfen. Peter Wennel möchte seine Clubs als Qualitätsführer im Premiumsegment platzieren. Da wird Robinson einen Schluckauf bekommen, aber der neue starke Mann bei Aldiana ist selbstbewusst. Und wenn es nur darum geht, die Braut gehörig aufzuhübschen für vielleicht doch eine neue Mutter…
Und wenn man daheim bleiben möchte in Deutschland? Das ist das Thema heute im Gespräch mit Karl Born. Die phänomenalen Zahlen im Deutschlandtourismus – trotz oder wegen der DZT? – und der Erfolg von Berlin, der die Stadt unerreichbar zu machen scheint auf der deutschen touristischen Bestenliste.