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Show „The Wyld“ im Friedrichstadt-Palast – Berlin is back

Berlin ist dem Bonmot zufolge ja arm und sexy. Seit Ende Oktober 2014 präsentiert die Metropole sich aber zumindest an einem Ort reich und sexy: der Friedrichstadt-Palast feiert Weltpremiere mit seiner neuen Show „The Wyld“. Es ist die teuerste Produktion in der 95jährigen Geschichte des Hauses. 10 Millionen kostete das Spektakel unter der Regie des internationalen Designers Thierry Mugler, der auch für die Kostüme verantwortlich zeichnet. Das ist etwas 30 mal teurer als eine erstklassige Operninszenierung. Und das Geld steckt sicher nicht nur in den spärlichen Stoffen, die die 60 Tänzer und die Akrobaten auf der größten Bühne der Welt tragen. „Was mit Reisen“-Reporter Jürgen Drensek hat sich „The Wyld“ angeschaut – hier sein filmisches Urteil.

Reiseradio 138 – Marketing 1: Gay Travel lässt die Kassen klingeln / Marketing 2: Agenturen als Scouts – wie ticken die Deutschen? / Marketing 3: Graswurzel – ein Kaiserwinkl für König Gast

Das Reiseradio muss, wie viele von uns, ziemlich fassungslos gerade miterleben durch die Nachrichtenbilder, wie Erdogans islamistische AKP die Türkei wieder ins Obrigkeits-hörige Mittelalter zurückprügeln möchte. Noch, so hört man, und es hört sich schrecklich zynisch an, angesichts der erschütternden Szenen vor allem aus Istanbul, ist die Lage ruhig an den Urlauber-Küsten. Aber kann, darf, die touristische Industrie, die einen Großteil des Wohlstands erwirtschaftet in der Türkei, sich hier vornehm, neutral zurückhalten? Hauptsache, die Sonne scheint und die All Inclusive Büffets bleiben gut gefüllt? Diese Frage werden sich TUI und Co in den kommenden Wochen anhören müssen auf den Programm-Pressekonferenzen. Denn touristische Nachhaltigkeit hat schon längst nicht mehr nur etwas mit dem eingeschränkten Handtuchwechsel zu tun. Organisiertes Reisen soll auch helfen, die Lebensqualität vor Ort zu verbessern. Je höherwertiger ein Veranstalter sich da positionieren möchte, desto politischer wird er werden müssen. Vielleicht entwickelt sich doch noch ein griechischer Sommer…

Meiden Sie Menschenansammlungen, heißt es in einer Warnung des Außenministeriums für die Türkei. Suchen Sie Menschenansammlungen lautet dagegen das Motto der größten Reisewelle einer touristischen Zielgruppe, die man sich vorstellen kann, in diesen Wochen. Es geht wieder um Toleranz und Flagge zeigen – aber auch um hedonistische Partyfreude. Schwerpunkt des heutigen Reiseradios ist das Segment Gay Travel. Jetzt, wo die Tournee der Christopher Street Day Paraden weltweit schwulen Städtetourismus befeuert.

Gay Travel ist in der Mitte des organisierten Reisens angekommen. Selbst die alte Tante DERTour feiert Erfolge mit ihrem Spezialkatalog. Allein in Berlin erwartet man am kommenden Wochenende fast 100.000 zusätzliche schwul-lesbische Touristen. Durchschnittliche Ausgaben eines Gastes für diese Tage: 1.400 Euro. Da bekommen auch Verkehrsamtsdirektoren leuchtende Augen in Regionen, die mit dieser Klientel sonst eher fremdeln.

Wir berichten im Reiseradio heute über eine Studie der Stadt Wien, die ganz wirtschaftlich-pragmatisch und ohne Rücksicht auf moralinsaures Unwohlsein nicht ganz überraschend ergab, das vor allem schwule Reisende die beste Zielgruppe sind, die sich ein Stadtmarketing erträumen kann. Die Donau-Metropole hatte gerade am Samstag ihre Regenbogen-Parade, und Nikolaus Gräser von „Wien-Tourismus“ ist, wen wundert es, zufrieden.

Wir berichten – logischerweise – aus Berlin, wo nicht nur der offen schwule Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit – auch hier im Reiseradio natürlich – gleichgeschlechtlich liebende Besucher mit offenen Armen empfängt, sondern sich auch einer der größten CSDs der Welt zum Millionengeschäft über eine ganze Woche entwickelt. Hintergründe dazu von Cheforganisator Robert Kastl.

Und das Reiseradio bleibt heute beim Schwerpunkt Tourismus-Marketing. Nun mal von der anderen Seite des Schreibtisches gesehen. Es geht darum, wie Agenturen, die in Deutschland die Aufgabe haben, weltweite Ziele für deutsche Urlauber attraktiv zu machen, dem fremden Auftraggeber erst mal erklären müssen, wie die Deutschen überhaupt so ticken. Wer sich viele Werbekampagnen aus dem Ausland für den deutschen Markt so anschaut, hat das Gefühl, in fast keinem anderen Wirtschaftszweig werden so viele Werbemillionen unsinnig verbrannt, wie im Tourismus. Oft ist ein Clash of Cultures die Ursache. Das, was den Verantwortlichen gefällt, denken sie, müsste auch den Deutschen zusagen. Bei einem so geschmäcklerischen Produkt wie Urlaub kann das jedoch fatale Folgen haben. Hier kommen spezialisierte Agenturen ins Spiel, mit Sitz in Deutschland, die nicht nur als Geschmacks-Scout filtern sollen. Eine von vielen und guten ist Grafenstein in Berlin. Daniel Menzel tingelt durch die touristische Welt mit einem Vortrag nach dem Motto „Was Sie schon immer über die Deutschen wissen wollten, aber bislang sich nicht zu fragen trauten“. Mehr gleich im Gespräch.

Und zum guten Schluss machen wir gedanklich-akustisch Rast in einer Region, die auch von Marketing-Experten künstlich erfunden wurde: dem Kaiserwinkl in Tirol, direkt hinter der deutschen Grenze. Grass-Root-Marketing als schöner Kontrast zu all den theoretischen Erörterungen. Und am Ende wissen wir: das Glück liegt beim frischen Käse auf der Alm.

Berliner CSD startet mit großer Gala

Ok, es ist noch nicht der Wiener Lifeball, aber mit dem Friedrichstadt-Palast die größte Showbühne Europas. Glanzvoller Auftakt mit „Show Me!“für die Berliner CSD Woche. Und dies sind keine Damen-Darsteller, sondern Tänzerinnen einer der großten Girls-Reihen der Welt.

Reiseradio 120 – Show Me: Glanz und Glamour im Friedrichstadt-Palast / SAMO: Werfenwengs sanfte Mobilität / Ski Heil: Ein Museum für die Schnee-Bretter / Travel Charme: neues Bergresort in Werfenweng

Das Reiseradio meldet sich mitten aus dem Winter Wonderland Berlin, das heute am Sonntag noch ganz idyllisch und romantisch immer weißer wird, aber, weil keine faule Socke schippt, spätestens morgen im Berufsverkehr etliches von seinem Liebreiz verlieren dürfte.. Das ist in Werfenweng (www.werfenweng.eu) , wo ich gerade herkomme, natürlich ganz anders. Erstens gibt es dort im 900 Seelen Dorf nahe Salzburg in einem Sackgassen-Hochtal fast keinen Berufsverkehr, und zweitens ist es ja geradezu Tourismus-Konzept, das eigene Auto während des Aufenthaltes schön wegzusperren und die Angebote der SAMO, also der Sanften Mobilität des Ortes kostenlos zu genießen. Shuttle, Pferdekutsche und Langlaufski inklusive. Was sich hinter diesem ganzheitlichen Ganzjahresangebot verbirgt, erklärt uns nachher der Bürgermeister und Initiator Dr. Peter Brandauer.

Überhaupt ist Werfenweng ein Nabel dieser Reiseradio-Ausgabe 120. Da war letzte Woche einmal das neue Travel Charme Hotel Bergresort (www.travelcharme.com) Anlass für den Trip ins Salzburger Land. Für viele Hörer dürfte diese Hotelgruppe eher Synonym für hochwertiges Logieren an der Ostseeküste sein. Kein Wunder, denn in den ersten Jahren nach der Wende konnte die Gesellschaft der Treuhand über 20 der Muffelhotels des „Reisebüros der DDR“ abluchsen. Viele davon in absoluter Toplage, wenn auch dringend sanierungsbedürftig. Es wurde viel Geld hineingepumpt. Mit Erfolg. Die Travel Charme Hotels haben Spitzenwerte bei der Gästezufriedenheit. Nun will die Schweizer Muttergesellschaft raus aus der Regionalität und expandiert in andere Länder. Werfenweng ist, jetzt neueröffnet, das dritte österreichische Haus. Ganz in modernem Design und durch seine Größe der unbestrittene Platzhirsch am Ort. Über die weiteren Pläne der Gruppe sprach ich mit dem Travel Charme Geschäftsführer Thomas Haas.

Und weil ich nun schon mal vor Ort war, schaute ich als notorischer Nicht-Skifahrer auch gleich mal ins Salzburger Landes-Ski-Museum (www.skimuseum.at) hinein, das mitten im Dorf die Bretterl-Geschichte aufarbeitet. Sogar Großes wurde in Werfenweng entwickelt: Die Stahl-Kante am Ski, oh ja. Und es ist überdies der Beweis zu besichtigen, dass es mitnichten die Amis waren, die das Snowboard erfunden haben, sondern die Burschen aus der Region, schon hunderte Jahre zuvor. Diese und mehr Geschichten erfahren Sie gleich von Wolfgang Popp, der jeden Ski mit Namen kennt.

Kontrastprogramm im Reiseradio ist dann unser Topthema heute: das große Interview mit Dr. Berndt Schmidt, dem Intendanten des Friedrichstadt Palastes www.show-palace.eu)  in Berlin. Gerade hat man für über neun Millionen eine neue Show auf die größte Bühne der Welt gebracht. Unverzichtbarer Bestandteil natürlich: die mit 32 Tänzerinnen längste Girlreihe der Welt, die so genannte Kickline, bei der absolut synchron die längsten Beine in kürzesten Höschen durch die Gegend wirbeln. Die Show mit ihrer spektakulären Bühnentechnik ist eigentlich ein Muss für jeden Berlin-Besucher. Sie hat absolut Las Vegas Format – aber ist interessanterweise vor allem für viele Westdeutsche und ausländische Besucher ein immer noch verborgener Schatz. Das könnte sich nach diesem Reiseradio-Gespräch und den Filmen auf der „Was mit Reisen“-Website ändern. Vor allem bei den Touristikern, die mit Städtereise-Programmen zu tun haben.

Show Me im Friedrichstadt-Palast: Glamour is back

Überbordende Pracht, Überfluss, Schwelgen und Baden in Schönheit  – so stellen sich die Macher die neue Produktion in Berlin vor. Neun Millionen Euro teuer ist die Hommage an die legendären Revuen von Hollywood und Broadway, die als stilprägende Ikonen in die Showgeschichte eingingen. Ein Film mit den Höhepunkten und den Machern des Spektakels.

Hinter den Kulissen der neuen Revue „Show Me“

Es ist die teuerste Showproduktion aller Zeiten für den Berliner Friedrichstadt-Palast. Und sie ist zum Erfolg verdammt. Denn die zwei Jahre ensuite Vorstellungen müssen das Publikum begeistern, wenn die Bühne nicht selbst in finanzielle Schieflage geraten soll. Die Kollegen des Magazins Euromaxx von Deutsche Welle TV waren nicht nur auf der Premiere, sondern haben auch im Vorfeld hinter die Hektik in den Kulissen schauen können.