Beim Reiseradio haben wir uns kurzfristig entschlossen, doch noch mit einer Sonderausgabe von WASMITREISEN auf Sendung zu gehen. Seit dem ARD Markencheck vom Montagabend, bei dem die TUI nicht sonderlich gut wegkam, wird in der Branche leidenschaftlich darüber gestritten, was denn nun dran ist an den kritischen Bewertungen. Bei den Mitwettbewerbern kann man sich natürlich eine klammheimliche Freude nicht verkneifen, dass es den Marktführer doch so sehr getroffen hat. Aber die Häme hält sich zumindest in den offiziellen Stellungnahmen sehr zurück: zu offensichtlich ist es, dass da von der WDR-Redaktion Dinge angeprangert wurden, die jeden in der gleichen Härte hätten treffen können.
Wenn man den ARD Markencheck als Fachjournalist einem Faktencheck unterzieht, wird allerdings schnell deutlich, dass von den Kollegen methodisch Fehler gemacht wurden – ob bewusst oder aus Unwissen – durch die sich das Testergebnis zwar journalistisch unterhaltsam präsentieren ließ; die aber keinesfalls zu einem seriös-belastbaren Gesamtergebnis führten.
Wir haben deshalb heute bei der TUI kritisch nachgefragt, wo sie zugeben muss, tatsächlich Mängel gezeigt zu haben, und wo nachprüfbar unrichtige Behauptungen oder Schlussfolgerungen gezogen wurden. Gesprochen habe ich mit Mario Köpers, dem Leiter der Konzernkommunikation von TUI Deutschland, der auch schon im ARD Markencheck (hier der Link zur ARD-Mediathek, solange der Film noch online ist) die erste Gelegenheit zur Stellungnahme hatte; allerdings noch im Unwissen, wie die Dokumentation letztendlich nach dem Schnitt aussehen würde.
Hier am Standort des Reiseradios konnte man mal wieder mal eine der typischen Wochen erleben – dit is Berlin… Bis zum Wochenende durchaus Glanz und Glamour bei der Fashion Week, mit nahtloser Überschneidung zum Bauern-Auftrieb der Grünen Woche. Da freuen sich Hoteliers und Partyveranstalter. Ein bisschen zeigen wir davon auch auf der Website – ein Video von der Eröffnungsparty der Bread & Butter im Goya; da konnte man dann doch etwas besser filmen, als auf der schon traditionellen Brautschau beim Ball der Landjugend auf dem Messegelände.
Ach ja, und Holland ist dieses Mal Partnerland der Grünen Woche. Es gibt nicht nur wässrige Tomaten zu bestaunen, sondern vor allem Trilliarden von Tulpen. Dem Keukenhof sei Dank. Womit wir dann auch schon den Bogen zum Tourismus elegant gespannt haben. Der Keukenhof behauptet, der meistfotografierte Ort der Welt zu sein. 50 Millionen Besucher bisher knipsten Erinnerungs-Schnappschüsse im Blumenbeet. Und es ist interessant, das fast genauso viele Deutsche, wie Holländer selbst die acht Kernwochen nutzen, um die Aussaat der Blumenzwiebel-Züchter zu bestaunen.
Deshalb heute auch ein kleiner Schwerpunkt Holland im Reiseradio. Tulpen soll es ja angeblich auch in Amsterdam geben – und die heimelige kleine Groß-Stadt mit den Grachten, die übrigens 400jähriges Jubiläum feiern, ist natürlich der Star unter den holländischen urbanen Zielen. Eines können wir schon verraten: Im Gespräch gleich wird Machteld Ligtvoet vom Amsterdam Marketing http://www.iamsterdam.com glückliche Gefühle bei denen erzeugen, die wissen, dass man in Amsterdamer Coffeeshops mitnichten Getränke aus belebenden schwarzen Bohnen sucht. Die liberale Stadt hat für sich entschieden, dass sie den Ausländer-Bannstrahl der Regierung einfach ignoriert. In Amsterdam gilt weiterhin: ein Joint für alle.
Einen Rausch ganz anderer Art verspürt Gregor Weber. der Deutsche ist der Herr über fast die gesamte Sammlung des weltberühmten Rijksmuseums. https://www.rijksmuseum.nl Und nach 10 Jahren Umbau wird dieses endlich wieder im April eröffnet. Nicht nur als architektonische Meisterleistung des Rückbaus, sondern auch so schmerzlich vermisst als Schatztruhe vor allem der holländischen Meister. Und Weber verrät im Reiseradio, dass er jetzt den Berlinern nur zu gerne den angeblich gefälschten Rembrandt, Sie wissen schon, den Mann mit dem Goldhelm, abnehmen würde, weil er das Bild so wunderschön findet.
Zweiter Schwerpunkt dieser Sendung ist wieder mal der Flugverkehr. Klar, der irgendwann mal kommende, neue Berliner Flughafen kann nicht ganz ignoriert werden – dazu auch auf der Website eine wunderbare Parodie von Peter Rütten auf Klaus Wowereit beim ZDF-Talk von Markus Lanz. Aber es gibt gleich etwas Interessantes beim Interview mit dem Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL – und das ist witzigerweise und passend zur Eingangsmoderationl nicht die Abkürzung für den Bund der Deutschen Landjugend), Klaus-Peter Siegloch offenbart, dass man sich anscheinend schon auf 2015 einrichtet und fordert, Tegel bis dahin mächtig upzugraden. Aber es gibt natürlich noch ganz andere Flugbaustellen in diesem Land – und zum Glück für wenigstens eine gute Nachricht die Vision des 3-Liter-Flugzeugs.
Diese Themen sind weit außerhalb der Erlebniswelt von Alexander Koenig. Er ist der absolute Fachmann, wenn es darum geht, Flugmeilen so einzusetzen, dass man möglichst oft First, oder zumindest Business für lau fliegen kann. Ich sprach mit ihm in Dubai, von wo aus er seinen Insider-Newsletter http://www.first-class-and-more.de betreibt, und habe versucht, ihm für Sie ein paar Tipps zu entlocken, wie man auch als Normalflieger nicht in die Falle der Airlines tappt, sich mit den fast wertlosen Normalmeilen zufrieden zu geben.
Ich weiß offengesagt nicht, ob die Firma Loganair ein Vielfliegerprogramm hat… und wenn ja, wie viele Prämienmeilen man für den Flug von Westray nach Papa Westray bekommt.. Beide Inseln liegen vor der schottischen Küste, und der Flug dauert im Kern sage und schreibe 47 Sekunden. Sie dürfen ihn hier in voller Länge mitverfolgen…
…fast. Denn sein Auftritt bei Markus Lanz ist von den Bildern zwar echt…, aber Peter Rütten hat ihm leicht abgeänderte Worte in den Politikermund gelegt. Eine köstliche Satire über den Zustand des Aufsichtsrates, die das aktuelle Debakel etwas leichter erscheinen lässt…
Hörer des Reiseradios dürften im Normalfall keine Extrembergsteiger sein, aber sehr wohl der Faszination dieses Berges aller Berge erliegen. In einer noch nie gesehenen Präzision könnten Sie, wenn Sie auf diesen LINK klicken, sich vom Basecamp in den Aufstieg hineinzoomen. Fast schöner, als selbst dabei zu sein… Und unter diesem LINK finden Sie das Interview mit dem Fotografen David Breashears