Touristik Talk

Wasmitreisen - Das erste Reiseradio für Profis im Internet

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Hintergrund, Klatsch und Service für Touristik-Profis

Reiseradio 019 – Minister Nikitiadis: Griechenland muss besser werden / Doktor Jelinek: Arzneien im Ausland können gefährlich sein / Direktor Rath: Kameha Grand will ein Wunderland bleiben / Professor Born: schwülstige Schaumparty und andere Flugenten

Für einen Tourismusminister, selbst wenn er nur ein stellvertretender ist, muss es sich anfühlen, wie ein Gang nach Canossa, wenn er im Ausland einzugestehen hat, dass nicht alles gut ist , was die heimische Urlaubsindustrie so fabriziert. In dieser undankbaren Rolle befindet sich gerade Georgios Nikitiadis. Griechenlands Image ist nicht gerade prickelnd zur Zeit. Da braucht es ministerieller Beschwichtigungsversuche. Aber wahrscheinlich sind die Rabatte, die auf einmal purzeln, viel hilfreicher.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Die Reiseapotheke möchte der Vater des Malaisefreien Urlaubs sein. Aber nur dann ist sie es auch, wenn das Richtige eingepackt wird. Unser Mediziner Dr. Tomas Jelinek gibt Rat – und warnt gleichzeitig vor der vermeintlichen Schnäppchenjagd nach Heilmitteln im Ausland. Nicht überall, wo Medizin draufsteht, ist nämlich auch Medizin drin.

Vieles im spektakulären Kameha Grand Hotel an den Ufern des Rheins bei Bonn wirkt, als wäre Designer Marcel Wanders auf Extasy gewesen oder hätte mit den Investoren wenigstens ein Tütchen geraucht bei der Planung. Manche finden es grandios, manche auch nur spleenig. Kalt lässt das jetzt schon zum „Hotel des Jahres 2011“ gewählte niemanden. Die Eröffnung war ein Computer-Chaos, aber mittlerweile hat man gelernt, die vollautomatisierte Hotel-Bühne zu bespielen. Ein Interview mit dem Zirkusdirektor Karsten Rath.

Eher um Campingzelte kümmert sich mein Kollege Rüdiger Edelmann. Denn die sollen nach Meinung des DTV wieder Trend werden. Genauso wie Caravanurlaub oder der Wohnwagen mit Grill. My Rolling Holiday Home is my Castle? Zurück in die 50er?

Dort wähnte der Foto-Fachverkäufer auch die Geburtsstunde der Kamera meines Kollegen Rolf Nöckel, bevor er sie der Entsorgung anheim stellen wollte. Ein herzzerreißender Abgesang auf ein „Schätzken“

Wie hundertausende andere, hat auch unser Professor Born zufällig den sexistischen Werbespot einer russischen Billig-Airline auf You Tube angeschaut, in dem, nun ja, ein Flugzeug gewaschen wird. Angesichts der natürlich nur vermuteten sexuellen Orientierung vieler Tourismus-Mitarbeiter wundern wir uns über die Klickrate – aber dann auch über so manch anderes in der Welt des Fliegens

Karl Born und der Plane Wash

Karl Born konnte ein Werbefilm der russischen Avianova nicht überzeugen. Dabei hatten die hochhackigen Blondinen doch alles getan, um das Flugzeug unter Aufbietung aller Kräfte schön sauber zu machen. Angesichts des eindeutigen sexistischen Inhalts und des überproportional hohen Frauen- und Schwulenanteils in der touristischen Arbeitnehmerschaft fanden wir es dann doch einigermaßen erstaunlich, dass es der meistgeklickte Link auf einer touristischen Nachrichtenseite war…

Überhaupt sind Airline-Geschichten der Schwerpunkt unseres Skype-Talks heute. Nur Fliegen ist schöner.

Reiseradio 018 – TUI CEO Dr. Volker Böttcher über vorsichtige Prognosen / Airtours-Chefin Kirsten Feld-Türkis über wahren Luxus / TUI Hotelvorstand Karl Pojer über Visionen zu Fleesensee / Karl Born über twittrige Kurzmeldungen und ihren versteckten Charme

Reiseradio brät sich heute ne Extrawurst. Nicht nur wegen des Achtelfinales – darf’s ein Viertele mehr sein? Der Veranstalter des Vertrauens von Jogi Löw berichtet über seine Strategien für Sommer und Winter. Die Sonne geht vorsichtig auf. Zumindest bekommt der TUI Urlauber auf ausgewählter Fernstrecke dafür eine Garantie. Dr. Volker Böttcher im Gespräch über Aktienkurse, Asche-Marketing und Altenbetreuung. Madame Trés Chic der TUI, Kirsten Feld-Türkis, die Chefin der Nobelmarke Airtours, philosophiert über ihre Marke und eine Liga, wo ein paar Euro keine Entscheidungsrelevanz mehr haben dürften. Und der oberste Herbergsvater der TUI, Karl Pojer, denkt zurück an den grauen Märznachmittag, als er zum ersten Mal vor dem Schweinestall stand und sich visionär vorstellen musste, ob daraus mal nach 10 Jahren das erfolgreiche Land Fleesensee werden könnte… Rolf Nöckel macht sich seine philosophischen Gedanken, was denn da raus kommt, wenn man touristische Visionen hat und Geheimtipps urplötzlich eine beängstigende Eigendynamik entwickeln. Und Karl Born äußerst seine Abneigung, sich in ein paar Anschlägen twitterig kurz fassen zu müssen, lässt sich aber (fast) überzeugen, wie sehr dieses Web 2.0 auch zum erfolgreichen Verbündeten des touristischen Verbrauchers werden kann.

Karl Born und die Zwitscherei

Ich bin ja schon immer total happy, wenn ich meinen Lieblingsprofessor sehe, wie er sich das Headset bereit macht und Skype schon ganz selbstverständlich nutzt. Und auch bei Facebook ist er aktiv, auch wenn man ihn dahin tragen musste. Am liebsten schreibt er seine Kolumne und vertraut darauf, dass der Mailserver sie vieltausendfach am Montag auf die touristischen Schreibtische flattern lässt… Heute geht es um ein weiteres Outlet von web 2.0… Mal schauen, ob ich den bedingungslos kundenorientierten Karl Born von Twitter überzeugen kann

http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704256304575320730977161348.html

Reiseradio 017 – Wolters – Die neue Attraktivität der Ferienwohnung / Sensimar – Die neuen Bedürfnisse der Veranstalter-Kunden / Secure Flight – Die neuen Sicherheitshürden für Amerika-Reisende / Prof. Born und die neue Zeitrechnung der Bahn

Wie man sich bettet, so liegt man. Aber wie möchten sich die Urlauber morgen betten? Es gibt eine Renaissance derFerienwohnung und des Hauses. Nicht nur bei denen, die Mutti aus Kostengründen kochen lassen, sondern auch aus Gründen des Komforts und der Individualität. Davon profitieren Anbieter wie Wolters Reisen. Geschäftsführer ThiesRheinsberg über die Lust am selbstbestimmten Tagesablauf im Domizil auf Zeit und die Unlust der Reisebüros, dieses Produkt aktiv zu verkaufen.

Die neue Sinnlichkeit in der Veranstalter-Hotellerie wird gerade mit Marken wie Sentido oder Sensimar aufgeladen. Nicht nur, weil man seinen Gästen etwas Gutes tun möchte bei Thomas Cook und TUI. Es geht um Exklusivität und Unterscheidbarkeit. Und es geht um die Befriedigung immer enger werdender Zielgruppenbedürfnisse. Für die Veranstalter ist es Last und Chance zugleich. Darüber spreche ich mit Dr. Ingo Burmester, dem Direktor Mittel- und Fernstrecke bei der TUI.

Secure Flight heißt die neue Sicherheitsmaßnahme der Amerikaner, um bei Flügen in die USA noch früher Zugriff auf die Passagierdaten zu haben. Im Zuge all der Hürden, die eh schon den Trip über den Atlantik mit Reiseunlust aufladen , eher eine Petitesse, aber eine mit schlechter psychologischer Wirkung. Einreisegebühren, Alimentierung der Tourismuswerbung, Offenlegung intimster Daten und immer weitere Durchleuchtungen senden nicht gerade einen Willkommensgruß an potentielle Urlauber.

Karl Born, die gedehnte Zeit und fliegende Brüste

Prof. Karl Born ist zwar kein Physiker, aber auch er macht sich so seine Gedanken, mit welcher praktischen Anwendung derRelativitätstheorie die Deutsche Bahn es schafft, die Zeit in ihren verspäteten Zügen anscheinend so zu dehnen, dass diese nicht später als 59 Minuten zu spät in den Bahnhöfen einrollen und so wundersam keinen Regressanspruch verursachen. Aber auch physikalische Fliehkräfte von künstlichen Busen über den Wolken, hobby-pilotierende amerikanische Stewardessen und hochhackige BurlesqueTänzerinnen auf Tragflächen sind dieses Mal Thema unseres wöchentlichen Spotts.

Reiseradio 016 – Airlines hadern mit Regierung / Ralf Teckentrup von der Condor wütend über „Strafzoll“ / Astronaut Ulf Merbold über sein Engagement für Luftfahrt ohne Grenzen / Condor wird zur Erdnusslinie / Emirates mag auch Eco-Passagiere / Karl Born hasst Vuvuzelas

Reiseradio würde gerne über den Wolken sein, aber berichtet über die Probleme am Boden. Nur Fliegen wäre schöner, aber dafür wird es nach Ansicht von Condor-Chef Ralf Teckentrup mit Sicherheit bald teurer. Schuld unter anderem „der Strafzoll der Bundesregierung dafür, dass der Fluggast sich entschieden hat, mit einer deutschen Fluggesellschaft zu fliegen“

Nur Helfen ist schöner. Sagte sich Astronaut Ulf Merbold, als er aus dem All die Demut spürte, so hoch über den globalen Problemen zu schweben. Als Ehrenpräsident von „Luftfahrt ohne Grenzen“ kümmert er sich jetzt um Notfallprojekte auf der ganzen Welt, die auch der Logistik der Luftfahrtunternehmen bedürfen.

Nur knabbern ist leckerer. Charly, Snoopy und die anderen Peanuts verschönern jetzt Condor-Flieger. Nicht, damit die Lackierer nicht aus der Übung kommen beim Ferienflieger. Die berühmten Comicfiguren sollen mithelfen, dass die Condor möglichst viel Geld an Luftfahrt ohne Grenzen überweisen kann.

Nur Protzen macht mehr Spaß. Emirates ärgert vor allem die Lufthansa, der sie auf der ILA in Berlin jetzt komplett die Schau gestohlen hat durch den Megaauftrag A380. Aber nicht nur im Großen will die Scheich-Airline mitspielen. Gerade die Touristen sollen mit Service und Komfort gelockt werden.

Nur Vuvuzelas sind lauter. Karl Born gehen schon die wenigen hier auf die Nerven. Ein Grund mehr, nicht nach Südafrika zu fahren. Die müde Nachfrage nach WM-Reisen zeigt einen neuen Trend: Public Viewing ersetzt die schönste Gruppenreise.

Karl Born und Leinwand statt Vuvuzela

Gerade mal vierstellig sind die Buchungszahlen für die touristischen WM-Pakete mit Flug, Hotel, Karten und Betreuung. Und es sind nicht nur wirtschaftliche Gründe, Angst oder lange Flugzeiten, die zum Verzicht führten. Karl Born hat dieLeinwände des Public-Viewings ausgemacht als natürliche Feinde der Spezialreiseveranstalter. Trotzdem wird Südafrika profitieren. Allerdings erst lange nachdem das letzte Runde im Eckigen gelandet ist.

Reiseradio 015 – Lykia World – babylonische Urlaubsfreude als Muster für die Zukunft? / Burhan Silahtaroglu – der türkische Hotel-Pate / Ernie Noelle – vom Animateur zum GM

Reiseradio on Tour. Wir sind in der Türkei, an der Bucht von Ölüdeniz, dem Standort der Lykia World. Der frühere Robinson Club ist auch heute noch eine der schönsten türkischen Hotelanlagen. Und ein – wenn auch vielleicht nicht ganz freiwilliges – Beispiel für die Hotelstruktur von morgen: internationale Gäste bevölkern das Ferienparadies. Das ist gerade für deutsche Gäste erst mal eine Umstellung. Denn viele Veranstalter sind nach wie vor der Überzeugung „nevermix nationalities“. Aber diese Einstellung wird sich nicht mehr lange halten lassen. Immer mehr Nationalitäten dringen als Gäste auf einen Urlaubsmarkt, der immer weniger planbar wird. Wie das funktioniert mit der großen Völkerverständigung, dazu Interviews aus Lykia World. Unter anderem mit dem Doyen der türkischen Hoteliers, BurhanSilahtaroglu, der einer der ersten war, die in der Türkei moderne Ferienhotels baute und damals Robinson die schönsten Anlagen gab. Und mit Ernie Noelle, einem der profiliertesten Vertreter des frühen Cluburlaubs und langjährigem Mr. Aida, der nun in der Türkei als GM lernt: andere Länder, andere Urlaubssitten…

Reiseradio 014 – Ölpest? Welche Ölpest? / Center Parc Moselle – alles öko / Ausseer Land: Narzissen für den Weltfrieden / CO2 Kompensation nur Spaßbremse? / Karl Born und die Billigheimer

Das Öl sprudelt weiter in den Golf von Mexiko. Und langsam bekommen die Touristiker kalte Füße und sorgen sich um ihre Strand-Träume. Aber nach außen wird das Problem weggelächelt.

Topthema ist der neue Center Parc Moselle in Lothringen in Frankreich. Noch vor der offiziellen Eröffnung diese Woche haben wir uns die Ferienhausanlage angeschaut, die in Kooperation mit dem WWF entstand. Alles öko.

Im Ausseer Land gibt es eine Tradition: das Narzissenfest. Dafür werden Millionen Narzissen auf den Almwiesen abgeknickt für ihren einen großen Auftritt im Defilee der imposanten Schauwagen. Alles öko, weil sie angeblich dadurch im Folgejahr noch besser wachsen.

In der Wissenschaft macht man sich Gedanken, wie es passieren konnte, dass der Tourist nichts wissen will von CO2 Kompensation. Alles öko, aber als Spaßbremse empfunden. Dabei könnten alle profitieren.

Karl Born macht sich Gedanken über die Last Minute Sucht am Billigen mit maximaler Erwartungshaltung und kann sich eine klammheimliche Schadenfreude nicht verkneifen, wenn die Super-Schnäppchenjäger auch mal reinfallen. Billig wird es Last Minute vor allem bei den Griechen. Aber das deutsche Touristenherz wird für die Spanier und Türken schlagen – nicht zuletzt, weil sie unsere Lena so unterstützt haben…