Touristik Talk

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Hintergrund, Klatsch und Service für Touristik-Profis

Reiseradio 024 – Warum Deutschlands Regionen sich wieder selbst vermarkten / Warum Golfbälle zu Instrumenten mutieren / Warum ewige Schönheit Gäste nach Dublin lockt / Warum Karl Born Gebühren in Hotels nicht mag

Das Bergfest der Sommersaison haben wir ja schon überschritten. Für die Profis ist alles schon gelaufen; bis auf den Rest, der noch irgendwie verramscht wird. Gewinner und Verlierer des Sommers stehen fest.

Ein Gewinner, auch gerade wegen des tollen Wetters, das wir hatten, ist Deutschland als Destination. Und im Sommer vor allem die Küste, und da die boomende Ferienregion Mecklenburg Vorpommern. Bernd Fischer als Geschäftsführer des Tourismusverbandes ist einer der erfolgreichsten Urlaubsmanager Deutschlands. Mit ihm habe ich mich unterhalten über die Herausforderungen, für eine Region gutes Marketing zu machen – aber auch über die Hintergründe, warum man der DZT nicht mehr zutraut, auch in Deutschland für das Zielgebiet Deutschland werben zu können.

Es müssen ja nicht immer die großen Attraktionen sein. Sommerzeit bedeutet Kultursaison auf dem Land. Da werden die Bretter, die die Welt bedeuten, auf allen möglichen Dorfangern für Shakespeare und Co. gezimmert und in Scheunen, auf Wiesen und vor Schlössern wird munter musiziert. Wir haben uns für das Reiseradio mal etwas Ungewöhnliches herausgepickt, was letztes Jahr übrigens Weltpremiere hatte. Ein Klassikkonzert auf einer Golf-Driving-Range, bei dem die Golfspieler Teil der Musik sind. Was da genau passiert am 11. September im Land Fleesensee, wenn das Ereignis noch einmal stattfindet, das verrät uns Daniel Bojahr der Hotelchef des Radisson Blu Schlosshotels Fleesensee.

Musik ist für viele ein Reisegrund, Kultur allgemein, und deshalb beleuchten wir stellvertretend noch ein zweites Ereignis. Dieses Mal geht es um einen Schriftsteller, Oskar Wilde, mit vor allem einem Roman. Oskar Wilde wurde in Dublingeboren. Der irische Botschafter in Berlin, Dan Mulhall, ist ein Fan von ihm. Er liest nicht nur für das Reiseradio die Schlüsselszene aus eben diesem Roman, sondern wirbt auch dafür, im Sommer auf den Spuren von Oskar Wilde durch Dublin zu wandeln.

Auch mein Lieblingsprofessor ist jetzt urlaubsreif. Aber bevor es ihn in sein Domizil auf Lanzarote zieht, werden wir uns noch unterhalten über die neue Unsitte von Hotels vor allem in Amerika und der Karibik, ähnlich wie die BilligfliegerGebühren für alle möglichen Dienstleistungen zu verlangen. Ob sich hier ein unseliger Trend etabliert?

Karl Born und die Gebühr am Pool

In Amerika und der Karibik macht sich neuerdings ein Verbraucher-unfreundlicher Trend in Hotels breit. Ähnlich, wie bei den Billigfliegern gibt es den Grundpreis, und am Ende werden auf den Rechnungsbetrag noch unzählige Gebührenaufgeschlagen: vom Trinkgeld für Kofferträger und Pool-Service, Klimaanlagen-Obulus, bis hin zu saftigen Service- und Reinigungs-Pauschalen. Das ist das Thema heute mit dem urlaubsreifen Karl Born – der schnell noch einmal nachschaute. In seinem Hotel ist zum Glück alles inklusive…

Reiseradio 023 – Dr. Petra Stolba möchte Österreich emotionalisieren / Oliver Müller-Dukat möchte 1,2 Fly aus dem Preis-Diktat befreien / Joachim Hunold möchte Airberlin zum Global Onewordler machen / Karl Born möchte es mal ganz easy nehmen, wenn die Jets Ärger machen

Wir schauen heute mal auf den Urlaub bei unserem Alpen-Nachbarn. Ein Topziel für die Deutschen, wenn es über die Grenze geht. Aber, wie kann man Österreich so sexy aufladen, dass auch junge Menschen nicht mehr an den Zwangs-Familienurlaub denken und keinen weiten Bogen mehr um Austria machen? Darüber sprach ich mit der Leiterin der Österreich Werbung in Wien, Dr. Petra Stolba.

Billich will ich. Das eint die Klientel der preisaggressiven Reiseveranstalter. Einer meint jetzt offensiv, es gehe aber nicht nur um den Preis, der heiß sein müsse, um die Klientel zufriedenzustellen – auch die Qualität müsse immer besser werden: Oliver Müller-Dukat, der Chef von 1,2 Fly, über die Strategie, einen Billigheimer so aufzuwerten, dass aus Schnäppchen-Jägern Stammkunden werden.

Bei der Lufthansa sah man lange Gesichter am Anfang der Woche. Ausgerechnet die unbequeme Airberlin, die dem Kranich schon so manches ehemals super gute Geschäft vermasselt hat, wurde jetzt von der Oneworld Allianz geadelt. Die Berliner Fluggesellschaft gehört bald einer der stärksten weltweiten Code Share Vereinigungen an. Schon im Winter geht es los mit American Airlines und der Finnair. Das bedeutet ein Flugplan mit über 900 Verbindungen. Als kleines akustisches Archiv im Reiseradio die Rede von Airberlin CEO Joachim Hunold über den Coup der Woche.

Fliegend sind auch unsere Themen der Reiseradio-Lästerei mit Karl Born… Ich sage nur Griechenland, Easyjet und diefranzösische „Air Sarkozy One“ mit Doppelbett und Badewanne. Da kommt Freunde auf. Garantiert.

Karl Born und Sarkozys Lotterbett

Mit Professor Karl Born werde ich gleich mal wieder ein paar Themen überfliegen aus dieser Woche. Unsere Hass-AirlineRyanair hat nämlich einen ebenbürtigen Partner bekommen. Easyjet. Was die sich kaltschnäuzig derzeit erlauben mit ihren Passagieren, ist, sehr gelinde ausgedrückt, eine Unverschämtheit… Und was am anderen Ende der Fresskette, nämlich im neuen Privatjet des zu kurz gekommenen französischen Präsidenten an Luxus-Obszönitäten eingebaut wird für einen Emporkömmling, das ist schon einen Aufreger wert, aber dürfte wenigstens den deutschen Steuerzahler beruhigen, der wieder mal sieht, wie bescheiden Angie gepolsterte Holzklasse fliegt…

Reiseradio 022 – Jung, suchend, selbsterfahrend – der Meridian Reisejournalistenpreis / Schön, aufblühend, authentisch – Sri Lanka wieder auf touristischer Landkarte / Schnell, praktisch, ausschneidend – der digitale Notizblock von Memonic / halbwissenschaftlich und volleklig – Karl Born kritisiert Reise-Content

Nach den Programm-Präsentationen der letzten Wochen geht es in dieser Sendung um guten Journalismus – ein Gespräch mit den beiden jungen Gewinnern des Meridian-Preises für Reisereportagen. Und um schlechten Journalismus in den Bemerkungen mit Karl Born: über das neue Ekel-Reise-TV bei den privaten Kommerzsendern und über fragwürdige Umfragen und Studien, mit denen sich touristische Pressestellen wie trojanische Pferde in die Reiseteile schleichen wollen.

Es geht um Sri Lanka. Das schöne Land, das sich wieder einmal auf die touristische Landkarte wagt. Matthias Rotter, der Chef von Meier’s Weltreisen und Kenner der Region, verrät uns, was man im ehemaligen Ceylon nun erwartenkann.

Und es geht um einen digitalen Helfer, den die Hörer des Reiseradios sicher bald nicht mehr missen möchten: Den Account bei www.memonic.com, der ihnen hilft, zum Beispiel persönliche Reiseführer aus vielen Internetquellen zusammenzustellen. Entweder für die eigene Reise, wenn man schwere Literatur nicht mitschleppen möchte, oder auch als Gruppenreiseleiter, wenn man damit seine Gäste bereits vorab auf eine Tour einstimmen kann.

Karl Born und das Ekel-Reise-TV

Um schlechten Journalismus geht es in den Bemerkungen mit Karl Born: über das neue Ekel-Reise-TV bei den privaten Kommerzsendern und über fragwürdige Umfragen und Studien, mit denen sich touristische Pressestellen wie trojanische Pferde in die Reiseteile schleichen wollen.

Reiseradio 021 – Peter Fankhauser und die Baklava-Connection / Michael Tenzer und die Lust am breiten Luxus / Michael Frese und die Last der Fußball-WM / Professor Born und die Hitze bei der Deutschen Bahn

Alle hatten dichtgehalten wegen der Börse. Montagfrüh platzte die Bombe: Öger geht zu Thomas Cook. Die Türkei als Ziel wird immer wichtiger für Oberursel. Am Ende wurden die Verhandlungen sehr persönlich. Ob nun mit Tee und Baklava, das wollte Peter Fankhauser zwar nicht ausdrücklich bestätigen, aber man konnte erfühlen, dass es nicht nur um nackte Zahlen ging.

Die Zahlen müssen zwar stimmen, aber Cheftouristiker Michael Tenzer darf wieder ein wenig spielen mit der Ware Urlaub. Thomas Cook Reisen wird bewusst breiter aufgestellt und demokratisiert im Hause das Luxus-Label. Frage ist, wie die künftige Abgrenzung zur Butter-und-Brot-Marke Neckermann geführt wird.

Kleine, feine Bauklötzchen für die Urlaubsreise – so verdient DERTour seit Jahren überdurchschnittlich gut in der Branche. Diesen Sommer gab es durch die WM-Müdigkeit der Fans einen leichten Dämpfer im angestammten Geschäft der Event-Reisen, aber das machte augenscheinlich nichts aus beim Sammeln von Marktanteilen. Michael Frese schaut lieber nach vorn – mit dem IPad in der Hand. Da drauf sind nämlich jetzt alle Kataloge. Ein gewichtiges Argument für eine neue Zeitrechnung.

Karl Born ist pessimistisch, ob die Bahn sich ändern wird in der nächsten Zeit. Mehdorn und seine Kumpane haben das Unternehmen so ruinös ausgebeutet für den Börsengang, dass die Service-Orientiertheit angesichts all derWartungs-Baustellen noch lange auf der Strecke bleiben wird. Neues Denken ist angesagt im Bundesunternehmen – auch wenn es bei der Hitze schwerfällt.

Karl Born und die Hitze bei der Bahn

Professor Karl Born glaubt nicht, dass die Bahn auf absehbare Zeit ihre Probleme in den Griff bekommt. Die Hitze hat die Spitze des Eisbergs nur zum Schmelzen gebracht. Versagen hat einen Namen – Mehdorn – und ein Projekt: Börsengang. An dieser Kombination – so meint er – werden sich die Service-Mitarbeiter noch lange die Zähne ausbeißen.

Reiseradio 020 – Sören Hartmann als Säulen-Heiliger / Peter Wennel als gefühlter Qualitätsführer / Boris Raoul als Kostensenker / Karl Born als DZT-Bemitleider

Schland, oh Schland, wie schön, das Ferienmachen kann wieder losgehen. Rechtzeitig zur Reisesaison macht die touristische Industrie drei Kreuze: Endlich ist Fußball vorbei.

Aber zunächst war die vergangene Woche, so wie auch diese, sehr Veranstalter-lastig. Pressekonferenzen für die Winterprogramme. Sören Hartmann hatte seine Premiere als Chef der REWE-Touristik und fand mehr alsdeutliche Worte in Richtung Bundesregierung, die derzeit gerade touristische Entscheidungen fern von Sachkenntnis fällt und in eine Art „Basta-Politik“ zurückfindet.

Sein Kollege Boris Raoul von FTI unterstrich wieder einmal mehr, dass die Münchener immer für einen Aufreger gut sind in der Branche. Nun konnte man zwar heraushören, dass der Gold-Ausflug eher bronzig blieb, aber nun schreckt man auf mit neuen Asien-Katalogen – und vor allem einem Thailand-Prospekt, das erst in Wochen auf den Markt kommen soll, mit dann konkurrenzlos günstig nachverhandelten Preisen. Thailand-Urlauber, also lieber noch ein wenig warten mit der Buchung…

Ja, und auch Aldiana meldete sich zu Wort. Zu spät für den Katalog wurde nach Landskron auch noch Bad Griesbach hinausgeworfen. Peter Wennel möchte seine Clubs als Qualitätsführer im Premiumsegment platzieren. Da wird Robinson einen Schluckauf bekommen, aber der neue starke Mann bei Aldiana ist selbstbewusst. Und wenn es nur darum geht, die Braut gehörig aufzuhübschen für vielleicht doch eine neue Mutter…

Und wenn man daheim bleiben möchte in Deutschland? Das ist das Thema heute im Gespräch mit Karl Born. Die phänomenalen Zahlen im Deutschlandtourismus – trotz oder wegen der DZT? – und der Erfolg von Berlin, der die Stadt unerreichbar zu machen scheint auf der deutschen touristischen Bestenliste.

Karl Born und „armen Säue“ bei der DZT

Deutschland ist auch touristisch der Hit. Egal ob nach der Asche, trotz des miesen Frühlings – die Menschen reisen zwischen Alpen und Küste. So stark, wie schon lange nicht mehr. Und auch die Ausländer haben unser Land wieder als Destination entdeckt. Das ist doch ein schönes Thema für unseren wissenschaftlichen Reiseradio-Beirat, Professor Karl Born, der schon mal den DZTlern bescheinigt, dass sie im Grunde „arme Säue“ seien – den Erfolg pachten immer die anderen; einen Misserfolg müssen sie ausbaden.