Eine kopflose Urlauberin auf Teneriffa, der Anschlag auf dem Platz der Gaukler in Marrakesch, die vereitelten Anschläge in Tunesien, die diffuse Atomangst in Japan mit dem einhergehenden Einbruch der Besucherzahlen, die Frühbucherwelle, die nun eine Delle hinterlässt in den Bilanzen der Reisebüros, die radarlose Flugpolitik der Bundesregierung – all das sind eher nicht fröhlich machende Mosaik-Scherben einer touristischen Woche. Karl Born wirft gerne kleine Steinchen, wenn sie umso größere Kreise auf dem Wasser ziehen.
Das Reiseradio ist etwas ermattet. Über 40 Grad heute im Schatten, den es hier eh kaum gibt. Wir sind gerade in Dubai. Und bevor Sie jetzt als Touristiker kurz aufschrecken: nein, Sie haben keinen Termin für wieder mal einen neuen Superlativ am Golf verpasst. Es war eher so eine spontane Idee, jetzt, wo Air Berlin nonstop aus Berlin fliegt, und man schon nach etwa 6 Stunden im Wonderland von Scheich Al Maktum landet. Rundherum im Nahen und Mittleren Osten brodelt es – mit katastrophalen wirtschaftlichen Folgen gerade auch in den Länden, bei denen der Tourismus das Einkommen sichert – und Dubai ist wieder mal dabei, nach der Wirtschaftskrise den Phönix aus der Asche zu performen. Trotz Nebensaison. Es brummt hier, Hotels nahezu ausgebucht, und der alte Spruch gilt umso mehr: Dubai ist für Deutschland im Winterhalbjahr die naheste sichere und Sonnensichere Destination. Auch für Familien. Und deshalb gleich ein Gespräch mit dem Manager Kyp Charalambous. Er arbeitet im – immer noch – Signatur-Hotel des Golfstaats: im Atlantis-Komplex auf der Jumeirah Palme.
Wenn man in der so genannten Altstadt von Dubai das historische Museum besucht, dann mag man es angesichts des Overkills an Wolkenkratzern kaum glauben, dass noch vor 50 Jahren neben den Beduinenzelten nur ein paar ziemlich schäbige Fischerhütten am Creek standen. Damals hätte noch niemand auch nur im entferntesten gedacht, dass sich an gleicher Stelle einmal die modernste Metropole des Mittleren Ostens ausbreiten würde. Städtebaulich gesehen, wahrscheinlich sogar eine der modernsten Metropolen der Welt. Und wenn es damals schon die CBI des Niederländischen Außenministeriums gegeben hätte – eine Art Task Force mit Experten, die Entwicklungsländern Tipps und Hilfe geben, wie sie ihr Land bei uns in Europa optimal präsentieren und vermarkten können – dann wäre es zumindest denkbar gewesen, dass ein Mann, so, wie Wolfgang Coym, sich in eines der Beduinenzelte gehockt hätte, um den Scheichs Nachhilfe-Unterricht zu geben, wie man das Land präsentieren sollte, um touristisch wie aus 1001 Nacht zu wirken. Es hat, der Petrodollars sei Dank, auch so geklappt. Und Wolfgang Coym sitzt weiter nicht bei Scheichs, sondern armen Schluckern. Sie wollen alle ein Stückchen abhaben vom touristischen Kuchen, wissen aber nicht wie. Im Reiseradio erzählt der Urlaubsberater, worauf es ankommt.
Es ist schon Ironie, dass ausgerechnet ein Land wie die Vereinigten Arabischen Emirate, das geradezu prädestiniert wäre für die erneuerbare Sonnenenergie, auf einem riesigen Erdöl-See sitzt und deshalb für das Energie-Sparen in der Regel nur ein leichtes Lächeln übrig hat. Ja, es gab hier auch mal einen Preis für „Grünen Tourismus“, aber eine Zweitauflage befindet sich mangels Masse erst mal in der Warteschleife. Und so werden in der Wüste weiter die offenen Wartehäuschen der Bushaltestellen gekühlt, die riesigen Golfplätze besprenkelt, und die Fontänen und Pools der Wasserparks und Hotelresorts gaukeln paradiesische Oasen-Wollust vor.
Wenn also Martin Frey, ein Journalisten-Kollege mit Fachgebiet „Erneuerbare Energien“ den Auftrag bekommen hätte, einen Reiseführer zu schreiben für Touren zu den interessantesten Energieprojekten am Golf, dann wäre wahrscheinlich nur eine hauchdünne Broschüre herausgekommen. Aber er durfte sich am Musterland Deutschland austoben – für einen neuen Baedeker, der an Stelle von Kirchen, Klöstern und Kodak-Moments Solaranlagen, Windparks und Wärmepumpen-Attraktionen auflistet. Auch eine Art von Tourismus, sich so etwas anschauen zu wollen. Martin Frey ist vom Erfolg des Bändchens überzeugt – und deshalb unterhielt ich mich mit ihm.
Und dann haben wir noch – auch irgendwie passend zum Ort Dubai – das Gespräch mit Louis Palmer, der mit seinem Solarmobil einmal um die Welt kurvte, Rolf Nöckel denkt wehmütig an seine alte mechanische Kamera, und was er mit ihr auf seinen Reisen so alles erlebte, und zusammen mit meinem Lieblingsprofessor Karl Born versuche ich wieder, die touristische Woche zu vertiefen, die einen angesichts des immer vermeldeten Buchungsbooms doch einigermaßen ratlos zurückließ, warum die Wirtschaftszahlen der meisten Veranstalter so unendlich mau sind.
Warum muss man sich jetzt aufregen über die Dänen, die noch vor den Ferien an den Grenzen wieder Kontrollettis postieren wollen? Warum ist Strandliegen-Besitzer zu sein in Italien ein Traumjob, wenn man die richtigen Leute in der Politik kennt? Warum gibt es erst jetzt Knöllchen fürs Ballermann-Grölen? Warum gibt es in diesen Tagen so viele touristische Verlierer? Ägypten, Air Berlin, TUI, Thomas Cook….? Und das, wo es doch dem Tourismus wieder so gut geht… Das bedarf professoraler Antworten und ein Skype Gespräch mit Karl Born.
Das Reiseradio sendet aus dem Wallis, von einem sehr archaischen Spektakel. Jetzt am Sonntag wird hier in Aproz nämlich die Königin der Kühe gekrönt. Aber das ist nicht etwa die eidgenössische Ausgabe der Schlampen-Show von Heidi Klum. Die Bauern küren nicht the next super-cow wegen ihrer verführerischen Wimpern oder dem glänzenden Fell. Hier geht es krachend zur Sache, wenn die Eringer Kühe mit Karacho die Köpfe gegeneinander rumsen lassen. Eine Art von Kuhkampf, der in der Regel sehr Touristen-verträglich ist – weswegen es auch viele kleine Showveranstaltungen in den nächsten Wochen anlässlich der Almauftriebe gibt. Und eben hier den Destinations-Geheim-Tipp im Reiseradio.
König Ludwig II von Bayern, der Kini, erfuhr vor genau 125 Jahren im leider tragischen Selbstversuch, dass es unbedingt besser ist, sofort Schwimmbewegungen zu machen, wenn man ins tiefere Wasser geht. So, wie es heute noch fürsorglich in den Dienstanweisungen für deutsche Rekruten steht. Sein jähes Dahinscheiden, das bis heute munter kriminelle Theorien befördert, ist der Jubiläumsansatz für eine bemerkenswerte Landes-Ausstellung im Schloss Herrenchiemsee, dem bayerischen Versailles. Götterdämmerung. Allein schon der Name. Ab dem 14. Mai erfahren Besucher alles, was sie schon immer über den berühmtesten König der Deutschen wissen wollten. Das Reiseradio hatte natürlich schon vorher Zugang zu den royalen Geheimnissen.
Es sollen schon Ehen fast zerbrochen sein, weil des Beifahrers – geschlechtsneutral gesprochen – kundiges Kartenlesen während einer Autofahrt in die absolute Irre führte. Es gibt Szenen, wie die des HB-Männchens, dass Menschen in die Luft gingen, weil sich ihre riesige Karte partout nicht mehr in den kunstvoll-kleinen Ausgangszustand zurückfalten ließ. Und doch hat Dr. Volkmar Mair mit Karten sein Geld gemacht und den Grundstein für einen der bedeutendsten Verlage für Reiseführer gelegt. Und ich gehe jede Wette ein, dass jeder Hörer mindestens ein Exemplar seiner Bändchen bei sich zu Hause hat. Jetzt wurde Dr. Mair 80. Das Unternehmen wird längst von seiner Tochter geführt, und er kann sich wieder seinem liebsten Hobby, dem Wandern, widmen. Freuen Sie sich auf das Gespräch mit dem Doyen der Reiseführer-Verleger.
Heute würde man der Reise-Sendung beim NDR vielleicht nicht mehr diesen Titel geben: „Zwischen Hamburg und Haiti“. Dafür ist der westlich der Dominikanischen Republik gelegenen Staat zu wenig touristisch –aus den bekannten, traurigen Gründen. Aber inhaltlich ist die Mutter aller Reisesendungen im deutschen Radio munter wie nie zuvor. Und qualitativ ist sie überwiegend ohne Fehl und Tadel – was alleine schon dadurch bewiesen ist, dass sie bei den Columbus Awards der VDRJ jedes Jahr Preise abräumt, wie kein anderer.
60 Jahre produzieren die Macher des NDR jetzt schon akustisches Reise-Kino für den Kopf. Über das Konzept des hochwertigen Journalismus sprach ich mit dem Redaktionsleiter Wolfgang Heinemann.
Auf Karl müssen wir heute verzichten. Der dürfte jetzt gerade nach dem Halbmarathon in Berlin seine Blasen pflegen, bevor er in einen komatösen Schlaf fällt. Aber ich denke, wir haben trotzdem wieder interessante Dinge zusammengetragen, die alle was mit Reisen zu tun haben. Schön, dass sie mit von der Partie sind.
„Was mit Reisen“ war die letzten Tage unterwegs auf einer Veranstaltung der findigen Tourismusbranche, die man verkürzt so nennen könnte: Hering trifft Haxe. Die gemeinhin vor Kraft kaum laufen könnenden Bayern haben den Weißwurst-Äquator mutig überschritten und läuten zusammen mit den Fischköppen von Mecklenburg Vorpommern die Saison 2011 ein. Zum ersten Mal machen die beiden Dickschiffe des Deutschland-Tourismus gemeinsame Sache. Das dürfte bei den politisch Verantwortlichen in Schwerin oder München auch nicht zu Panikattacken geführt haben, denn auch weniger oberflächlich betrachtet gibt es aus Urlaubersicht eine nur überschaubare Verwechslungsgefahr zwischen Nord und Süd.
Offiziell betont man natürlich die Gemeinsamkeiten – und wie sich das anhört, darauf dürfen Sie sich gleich freuen bei den Gesprächen mit Sybille Wiedenmann, der Geschäftsführerin der Bayern Tourismus Marketing und Mecklenburg-Vorpommerns verantwortlichem Tourismusminister Jürgen Seidel.
Im Deutschland-Tourismus gibt es ja ein großes – zugegeben – Luxus-Problem: das Angebot ist riesig und fast perfekt für jede Zielgruppe. Aber der Kunde findet es nicht, oder nur mit großen Mühen. Im amtlich verwalteten Tourismus gibt es immer noch die schwindelerregende Kleinststaaterei, die Millionen Tonnen Prospekt-Papier produziert. Bunt, manchmal Augenkrebs-fördernd und allzu oft unübersichtlich. Zumindest beim Trend-Thema Wasser möchten die deutschen Tourismus-Regionen jetzt endlich zeitgemäß werben. Das heißt in Phase 1 erst mal: einer macht. Und das ist im Fall Wassertourismus: Mecklenburg Vorpommern. Welche Ideen man dort für alle Wasserflächen Deutschlands entwickelt, darüber gleich im Gespräch Bernd Fischer, der Geschäftsführer des Tourismusverbandes MV.
Auch das Reiseradio kann sich natürlich nicht ganz freimachen von der royalen Pracht, die Ende der Woche unsere Wohnstuben flutete. Einmal Schlossherr spielen. Das wär es doch. Domestiken ohne Ende. Distinguierte Gespräche am Kamin und zum High Tea schneit schon mal die Queen rein, so lange sie ihre hässlichen Corgies im Palast lässt. Und da ist es doch schön, wenn man in einem Bundesland unterwegs ist, das flächendeckend Schlösschen und Herrenhäuser vorrätig hat und sogar für einen Euro verscherbeln will, so lange man dumm genug ist, nicht rechtzeitig aus seinen Träumen aufzuwachen. Im Reiseradio treffen wir gleich einen, der nicht nein sagen konnte und nun ein Schloss – natürlich das seiner Familie – an der Backe hat: Helmuth Freiherr von Maltzahn.
Bei der Saisoneröffnung gab es übrigens typische Klänge von der Küste: Alphörner. Wirklich. Und die Mannen, die da wacker in die langen Holzröhren pusteten, waren beileibe nicht musikaffine Mecklenburger, die beim Schweizurlaub mal eben ein außergewöhnliches Souvenir mitbrachten… Im Reiseradio erleben Sie gleich einen Alphorn-Besessenen, der im Westmecklenburgischen Alphörner zusammenleimt, die selbst die Schweizer verstummen lassen, so gut klingen sie.
Lästerhafte Wohlklänge natürlich auch wieder von meinem Lieblingsprofessor Karl Born. Die unendliche Flüssigkeitssaga, die unzufriedenen Reisebüro-Untertanen im DRV, die vergebliche Mühe, ein wirklich völlig sicheres Urlaubsziel zu finden, und die klammheimliche Freude von Alltours-Willi, mit Gratifikationen seine Mitbewerber zu ärgern, werden auf unserer Agenda stehen.
Warum geht es eigentlich immer noch schlimmer, sobald Politiker sich an Reise-Themen vergehen? Neuestes Hass-Thema: das Hin und Her mit dem eh überflüssigen Unsinn der Flüssigkeitskontrolle an Flughäfen und warum die Security aufatmen kann, dass der abendliche Nachschub an hochwertigem Alk aus der Wegwerftonne der Umsteiger vorerst doch nicht versiegen wird. Warum hat der DRV ein Krisenzentrum, wenn er noch nicht mal die Hauskrise mit den aufmüpfigen Reisebürofürsten bemerkt? Warum gibt es einfach keine absolut sicheren Reiseziele mehr, und warum ist es auch ok so…? Warum spielt Alltours-Willi jetzt Weihnachtsmann, um das Teufelchen gegenüber den Mitbewerbern zu geben..? Viele Fragen an meinen Lieblingsprofessor Karl Born.
Was ist beunruhigender? Ist es jetzt gefährlicher, mit Delta zu fliegen – wobei die wohl halt nur das Pech hatten, jetzt gerade erwischt zu werden – weil die Prüfer unzählige Ratten-Exkremente von offensichtlich blinden Nagetier-Passagieren in den Flugzeugen fanden? Oder ist es ein besonderer Thrill, zu wissen, dass jeder dritte Fluglotse schon mal eingenickt ist während der Nachtschicht, oder muss ich mich mehr sorgen vor dem anscheinend Nicht-Einzelfall einer angetüdelten Cockpit-Crew, oder dass in Schluri-Ländern wie Indien mal eben die Kinder von wichtigen Persönlichkeiten einer Airline einen Pilotenjob bekommen, obwohl sie bei der Prüfung in Amerika durchfielen…?
All das ändert natürlich nichts daran, dass Fliegen nach wie vor eine der sichersten Möglichkeiten bleibt, von A nach B zu kommen. Aber es gibt schon zu denken, wie nonchalant wir mit solchen Meldungen umgehen.. aber wie über-hysterisch die Sicherheitslobbyisten und die ihnen hörigen Politiker uns permanent mit der Allgemein-Mobilmachung gegen eventuelle Terroristen auf Flugzeugen nerven.
Um Hysterie einer ganz anderen Art, nämlich um die einer angeblich ganzen Nation, die sich in einer sehr fragwürdigen Ehre angegriffen und verletzt fühlt, geht es bei unserem Topthema heute. Und wenn Sie jetzt glauben, es hätte etwas mit Islamisten und wilden Predigern zu tun – weit gefehlt. Die Geschichte handelt von einem „sympathischen Völkchen“ in der Mitte Europas. Griechenland. Und von einem Artikel auf der Online-Seite des Magazins Focus. Der Griechenland-Kenner und Reisejournalist Klaus Bötig wurde von der Redaktion vor etwas über einem Jahr gebeten, auf dem Höhepunkt der von den Griechen verursachten ersten Eurokrise Erhellendes zu schreiben über deren Mentalität. Da war er beileibe nicht der Einzige, wenn Sie sich zurückerinnern an den Frust über die Pleite-Griechen, die um Alimentierung bettelten. Aber Klaus Bötig hatte das Pech, seine Glosse ausgerechnet für die Internetseite des Focus geschrieben zu haben. Das Printmagazin erschien nämlich gleichzeitig mit dem Titelbild der Aphrodite, die Europa den Stinkefinger zeigte. Große, große Aufregung in Hellas. Wüste Beschimpfungen gegen Deutschland – und jetzt tatsächlich der Versuch einer Athener Staatsanwältin, nicht nur das Dickschiff Focus, sondern auch den Reisejournalisten Klaus Bötig – Zitat – „aburteilen“ zu lassen am 29. Juni. Hintergründe zu diesem komplett absurden Verfahren gleich im Gespräch mit dem Delinquenten Klaus Bötig.
Ostern ist vorbei, aber als Ratzi auf dem Petersplatz sein Urbi und Orbi ins Mikro gemurmelt hat, da war es dort pickepacke voll. Mit Touristen. Und das waren beileibe nicht nur Menschen, die sich sagten, och, machen wir doch mal nen Umweg bei der Stadterkundung und schauen, was da für ne kostenlose Show geboten wird. Die Mehrzahl war eher spirituell bewegt und hatte sich extra für das Erleben dieses Momentes in Bewegung gesetzt. Und deshalb kümmern wir uns in diesem Reiseradio auch noch um das spirituelle Reisen als neu belebtes Marktsegment im Tourismus und hören dazu den Diplompsychologen Dr. Christoph Melchers von ZweiEinheit. Und wir haben ein Gespräch mit einem Tourismus-Manager, der ein Unternehmen leitet, das Spiritualität quasi schon im Firmennamen verspricht: Dr. Georg Röwekamp von der Biblische Reisen GmbH.
Und logischerweise suchen Karl Born und ich auch die Läster-Brotkrumen der Woche, was wegen der Oster-Lethargie der Branche nicht leicht war. Aber wir haben natürlich doch etwas gefunden.
Warum sind die Griechen mit ihrer Leichtfüßigkeit immer schon unberechenbare Partner der Tourismus-Industrie gewesen? Warum werden Reisende gerade fast schon unzumutbar mit Flugplanänderungen drangsaliert? Warum läuft es so schleppend mit Ägypten? Warum haben der bayerische Innenminister (CSU) und der deutsche Innenminister (CSU) eigentlich diametral gegenüberstehende Ansichten, wo die Privatsphäre eines Menschen anfängt? Mein Lieblingsprofessor Karl Born versucht sich in Antworten.
„Was mit Reisen“ mit dem touristischen Geheimtipp der Woche: Skifahren in Afghanistan. Ja, tatsächlich. Ein italienischer Alpinist will Bamian – etwa 250 Kilometer nordwestlich von Kabul gelegen – zum Wintersport-Reiseziel machen. Das war es nämlich schon mal, bevor die Taliban anfingen, ihr Unwesen zu treiben. Feinster Pulverschnee, unberührte Hänge. Nun ja, die Sicherheitslage ist noch ein kleines Problem, dass es keine Skilifte gibt oder keine Hotels oder Après Ski Kneipen – aber wer Tourismus macht, muss eben Visionen haben. Und noch gibt es wahrscheinlich günstige Investments. Wir werden an der Sache dran bleiben.
Ansonsten kümmern wir uns in dieser Sendung mehr um Naheliegendes. Den Deutschlandtourismus, der im vergangenen Jahr Rekorde feierte mit 380 Millionen Übernachtungen. Wie sind da die Trends für dieses Jahr, und woher kommen neben den Inlandsgästen denn die ausländischen Besucher – und was suchen sie?
Vor allem fragen wir uns auch, wohin gehen die ausländischen Deutschland-Touristen? Eines wissen wir sicher: sie gehen nicht nach Ostdeutschland. Das muss doch Gründe haben. Die Erklärungen liefert Professor Mathias Feige vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr an der Uni München.
Deutschlandtourismus und Ameropa, das war in den Wirtschaftswunderzeiten eine feste Kombination. Ferien mit Bahnanreise. Sonderzüge, Blaskapelle am Bahnsteigrand. 60 Jahre alt wird Ameropa in diesem Jahr. Eine Firmengeschichte mit Höhen und Tiefen – und mit der Notwendigkeit, sich in Zeiten billiger Charterziele immer neu zu erfinden.
Literatur und Reisen – das bedeutet für viele, sich vor der Abfahrt noch schnell einen Reiseführer zu besorgen, oder ein spannendes Hörbuch für die Anfahrt oder einen Schmöker für den Strand. Man kann aber auch literarisch auf Reisen gehen. Und welche Stadt böte sich dazu mehr an, als die, die gerade von der UNESCO zur Welt-Literaturstadt erklärt wurde: Dublin. Was dieser Titel bedeutet, und was der geneigte, des Lesens kundige Besucher in Dublin erleben kann, dazu mehr in dieser Sendung.
Und natürlich werde ich mich nach der Lektüre der merkwürdigsten Meldungen der Woche wieder ganz prosaisch mit meinem Lieblingsprofessor auseinandersetzen, was wir vom Kinderbegrabschen auf Flughäfen, vom durchgeknallten Sicherheitswahn des Innenministers, von Richard Branson als Stewardess, von waffenschmuggelnden Lufthansa-Piloten, nicht richtig handfesten Lockerungen des Flüssigkeits-Verbotes, von Marbachs Scheitern und Schillers Wechsel zu halten haben…
Warum lassen Richter arme Liegestuhl-geschädigte Urlauber im Regen stehen? Warum ist es nur ein zweifelhaftes Vergnügen, von Richard Branson mit Lippenstift bedient zu werden? Warum werden jetzt kleine Kinder schon in der Security begrabscht? Warum ist die neue Flüssigkeits-Verordnung konfuser als die alte? Warum hat Innenminister Friedrich den sexuellen Fetisch Datensammelwut? Warum flieht Ralph Schiller zu FTI? Sollte er Karnevals-Jungfrau werden bei REWE? Warum gibt die Bahn 5 Milliarden für Züge aus, die wir wahrscheinlich nie erleben werden? Warum gehen uns bloß nie die Themen aus für die akustischen Bissigen Bemerkungen mit Karl Born?